Es war eine brillante Idee am Ende der 1920er Jahre, die Hermann Maey und seine Kollegen so perfekt umsetzten: alle Lokomotiv-Baureihen der Deutschen Reichsbahn sollen systematisch im Bild dokumentiert werden! Das Ergebnis ist ein Juwel für jeden Freund herausragender Eisenbahnfotografie: das »Deutsche Lokomotivbild-Archiv« (DLA) - ohne Übertreibung eine Pionierleistung der Eisenbahn-Dokumentation, die heute Kultstatus hat. Die DLA-Fotos der deutschen Lokomotiven der 30er-Jahre setzten Maßstäbe, egal, ob es ein sachliches Typenbild, eine Bahnhofsszene oder eine Landschaftsaufnahme mit Zug war.
In einem einführenden Kapitel wird die Vorgeschichte erzählt, die schließlich zur Gründung des DLA führte. Die folgenden Seiten widmen sich der Entwicklung des DLA bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs. Das Kapitel Die Lokomotiv-Standardaufnahme" beschreibt den schon damals entstandenen Gedanken einer einheitlichen Darstellung, die an bestimmte Vorgaben gebunden war. Wurden alle erfüllt, so war die Lokomotive in 14 Ansichten zu fotografieren....
Der nun folgende Hauptteil des Buches widmet sich in einzelnen Kapiteln den DLA - Fotografen Hermann Maey, Werner Hubert, Carl Bellingrodt, Rudolf Kallmünzer und Rudolf Kreutzer und weiteren Fotografen des DLA. Die oft großformatigen und in guter Druckqualität wieder gegebenen Aufnahmen sind wertvolle Zeugnisse einer längst vergangenen Eisenbahnzeit. In den Texten finden sich die biografischen Daten der Bildautoren
1939 wurde das DLA noch an die Filmstelle des Berliner Reichsbahn-Zentralamts angegliedert, die Kriegswirren ließen schließlich die Tätigkeiten für das DLA 1944 enden.
Fazit: Nach dem 1977 erschienen und längst vergriffenen Band Meisterfotos der Reichsbahnzeit II" gibt es nun dieses Buch, dass das Zusammenspiel der wichtigsten deutschen Eisenbahnfotografen in einer gemeinsamen Institution zeigt. Herrliche, meist unveröffentlichte Bilder aus dem DLA, ergänzt um fundierte Texte, macht dieser großformatige Prachtband endlich wieder zugänglich. Erwähnenswert erscheint auch die persönliche Note, die das Buch durch die Wiedergabe eines Briefwechsels zwischen Bellingrodt und Hubert, geführt kurz vor dessen Tod, und die persönlichen Erinnerungen Hermann Maeys erhält.