Roland Kaltenegger gilt als der Doyen der militärhistorischen Geschichte der Truppengattung Gebirgsjäger. Er hat viele Werke zu dem Thema geschrieben, hauptsächlich natürlich im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg. Daher ist es umso interessanter, in diesem Buch den eigentlichen Ursprung der deutschen Gebirgsjäger zu erfahren. 1914, bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges, verfügte die deutsche Armee nämlich über keinerlei Gebirgstruppen. Diese wurden dann 1915, sozusagen aus dem Nichts, geschaffen und zum "Deutschen Alpenkorps" zusammengefasst. Diese Truppe war von Anfang an als Eliteeinheit gedacht und hat in dem grossen Ringen 15-18 hervorragendes geleistet. Das Alpenkorps kämpfte in Südtirol, in Serbien, Mazedonien, Rumänien, wurde leider in Verdun "verheizt" und hatte maßgeblichen Anteil am Durchbruch der "Flitsch - Tolmein"-Offensive im Herbst 1917. Die späteren Generalfeldmarschälle der deutschen Wehrmacht, Rommel, Schörner und Paulus dienten beim Alpenkorps und sammelten dort ihre ersten militärischen Erfolge. Das Buch ist spannend geschrieben, verfügt über umfangreiche Quellenangaben und hat sowohl gutes Kartenmaterial wie interessantes Fotomaterial zu bieten. Besser kann man es eigentlich nicht machen. Ein hervorragendes aber nicht trockenes sondern durchaus spannendes Werk über eine deutsche Eliteeinheit des Ersten Weltkrieges, welche zur Zelle der Gebirgsjäger des Zweiten Weltkrieges wurde und auf die sich auch die Gebirgsjäger der Bundeswehr noch stolz berufen können. Leider ist das Buch nur noch antiquarisch erhältlich und ich musste einen stolzen Preis dafür bezahlen. Zwar ist es mir jeden Euro wert, trotzdem hoffe ich, der Leopold Stocker Verlag wird es (spätestens 2014?!) wieder auflegen.