adorno schreibt, "ich selbst habe ihm (hans kudszus) - etwa zu dem gesamten komplex der andersheit, der in meiner eigenen konzeption von dialektik eine zentrale rolle spielt - die fruchtbarsten anregungen zu verdanken." zu dem, was adorno hier meint, passen zum beispiel die aphorismen: "zweifel ist die geduld des geistes" oder "wer denkt, nimmt das mögliche ernster als das wirkliche" oder "schwerpunkte des denkens sind seine fragezeichen." "der eingefleischte pessimismus schopenhauers" sei hans kudszus (1901-1977) zuwider gewesen, bemerkt dieter hildebrandt im vorwort. so findet man denn auch in dem bändchen: "sei dankbar deinen irrtümern. auch sie formen dich zu dir selbst. die positive macht des negativen." na, wenn das nicht hoch-optimistisch gesehen ist. natürlich findet sich auch zuweilen trübsinniges: "auf dass sie beide, er und sie, nicht durch den wolkenbruch der langeweile völlig durchnässt würden, spannten sie ihren fernsehschirm auf" - aber ausgeglichen wird solche talfahrt erfreulicherweise durch manch arrogante, belustigende, hochnäsige gegenwehr: "wir sitzen alle in einem boot - und wie viele können rudern?" dies erinnert mich an einen aphorismus auf einem meiner alten exerptzettelchen (denn kudszus kommt in vielen aphorismen-anthologien vor): "die güte des intellektuellen ist die klarheit seiner gedanken." das hätte KANT nicht besser sagen können.