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Das Dekameron
 
 
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Das Dekameron [Gebundene Ausgabe]

Giovanni Boccaccio
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 888 Seiten
  • Verlag: Albatros; Auflage: 1 (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3491960282
  • ISBN-13: 978-3491960282
  • Größe und/oder Gewicht: 19,3 x 13,1 x 6,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Giovanni Boccaccio
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Dekameron
OT Il Decamerone EZ um 1350 OA 1470 DE 1471Form Novellensammlung Epoche Frührenaissance
Mit seinem Hauptwerk, einem der bedeutendsten Schöpfungen der Literatur, schuf Giovanni Boccaccio das Ur- und Vorbild aller Novellensammlungen des Abendlands, aus dessen reicher Quelle Generationen von Dramatikern und Erzählern schöpften. Die besondere Leistung Boccaccios ist aber vor allem in der Legitimierung der sinnlichen Liebe und des erotischen Instinkts zu sehen, die Das Dekameron von der mittelalterlichen und von der antiken Tradition abgrenzt und lange Zeit unübertroffen blieb.
Inhalt: Das Dekameron enthält »hundert Geschichten, Fabeln, Parabeln oder wirkliche Begebenheiten«, so Boccaccio, »die zur verderblichen Zeit der letzten Pest von sieben Damen und drei jungen Männern erzählt wurden«. Den Namen Dekameron bildete Boccaccio aus den griechischen Wörtern deka (zehn) und hemera (Tag). Zehn junge Adelige erzählen an zehn Tagen jeweils zehn Geschichten. Mit der alten heiligen Zahl Zehn war Boccaccio durch das ptolemäische Himmelssystem vertraut, in ihrem symbolischen Bezug kannte er sie aus R Dantes Göttlicher Komödie mit ihren 100 Gesängen.
Jeden Tag wird einer der Teilnehmer zum König oder zur Königin gewählt und legt ein Leitthema fest, zu dem jeder eine Geschichte erzählen soll. Nur am ersten Tag, an dem das Reglement noch nicht befolgt wird, und am neunten Tag, an dem man von ihm ausruhen will, wird kein Leitthema bestimmt. Nach dem zehnten Tag wird einstimmig beschlossen, dass die Gesellschaft ins pestverseuchte Florenz heimkehrt.
Die 100 ernsten und heiteren, erbaulichen und frivolen Geschichten sind in eine Rahmenerzählung – Florentiner Adelige fliehen vor der Pest auf ein Landgut – kunstvoll eingeflochten. Boccaccio verleiht dem Werk trotz seiner Mannigfaltigkeit eine Einheit. Ist die Gattung der Rahmenerzählung aus dem Orient seit Jahrhunderten bekannt, so brachte Boccaccio sie in Europa als Erster zu klassischer Vollkommenheit. Der Rahmen dient nicht rein ästhetischen und Kompositionsaspekten, sondern bildet den Hintergrund für treffende Gesellschafts- und Landschaftsschilderungen. Lebensprall sind seine amourösen Szenen, deren Sprache trotz ihrer schwankhaften, drastischen Derbheit nie lasziv, sondern in ihrer sinnlichen Direktheit bisweilen komisch wirkt. Neben frivolen Szenen wird auch das Bild aufopferungsvoller Liebe wie in der Geschichte von Griselda heraufbeschworen, die trotz Qualen dem Geliebten treu bleibt.
Wirkung: Das Dekameron beeinflusste in seiner kunstvollen und doch lebensnahen Erscheinungsform nachhaltig die abendländische Literatur und blieb in seiner Form über zweieinhalb Jahrhunderte vorbildlich. Erst mit den Exemplarischen Novellen von Miguel de R Cervantes trat ein neues Leitbild auf den Plan. Doch wirkte Boccaccios Meisterwerk auch auf die weitere Entwicklung der Gattung. V. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Boccaccios Dekameron ist sicherlich das lebendigste und unterhaltsamste Zeugnis der sinnenfrohen italienischen Renaissance. Die 10 x 10 Geschichten spielen in einer Atmosphäre schwebender Erotik, Freiheit und Ungezwungenheit. So hat Boccaccio seine meisterliche Sammlung von Geschichten, Fabeln und Parabeln auch den "holden Damen" zugedacht, die "voll Furcht und Scham die Liebesflammen im zarten Busen verborgen" tragen.

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58 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein wunderschönes, einzigartiges Buch., 13. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Dekameron (Gebundene Ausgabe)
Diese Dünndruckausgabe des Decameron ist für jeden Liebhaber guter Bücher. Ich nehme es schon seit über einem Jahr immer wieder gerne zur Hand und werde nicht müde einzelne oder mehrere Geschichten immer wieder zu lesen. Die Übersetzung ins Deutsche ist wunderbar gelungen. Man spürt in der ausdrucksvollen Sprache die Hitze des Tages, die Lebenslust und die Unbekümmertheit der jugendlichen Erzähler während um sie herum in den Städten des 13. Jahhunderts die Pest wütet und sie sich mit 100, teils lustigen, teils traurigen Geschichten die Zeit vertreiben. Es sind - jede einzelne - wunderbare Geschichten die einen das Mittelalter zur Zeit der Pest ganz nah und authentisch erfahren lassen - nicht zuletzt auch durch das Talent eines der grössten Poeten unseres Jahrtausends.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Klassiker der italienischen Literatur, 21. Januar 2005
Von 
Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Dekameron (Gebundene Ausgabe)
Die Novellensammlung "Dekameron" des italienischen Dichters Giovanni Boccaccio ist eines der ersten Werke der Weltliteratur, in dem nicht nur aristokratisch-höfische Figuren, sondern auch einfache Leute in ihrem mittelalterlichen Alltagsleben und vor allem in ihren erotisch-komischen Verwirrungen geschildert werden. Das Werk besteht aus insgesamt 100 Novellen, die im Zeitraum von zehn Tagen von zehn Erzählern zur gegenseitigen Erbauung, Belustigung und Belehrung dargeboten werden. Daher auch der Titel des Werks: "Dekameron" bedeutet "Zehntage(buch)". Das "Dekameron" ist einem innerweltlichen Menschenbild verpflichtet, es steht mit einem Bein noch im Mittelalter und mit dem anderen bereits im Humanismus: Nicht mehr die göttliche Fügung lenkt die menschlichen Geschicke, sondern der Zufall - der allerdings durch List, Geistesgegenwart und Intelligenz beeinflusst werden kann. Als fundamental erweist sich immer wieder der Trieb, insbesondere der erotische Trieb, der in der Lage ist, jede religiöse oder gesellschaftliche Norm aus den Angeln zu heben. Das "Dekameron" ist auch heute noch, mehr als 650 Jahre nach seiner Entstehung, eine vergnügliche Lektüre.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein wundervolles und bisher unerreichtes Buch von um 1350, 25. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Dekameron (Gebundene Ausgabe)
Man braucht nicht einmal italienisch zu können, um, wenn man die vorliegende Übersetzung von Boccaccios "Dekameron" durch Karl Witte liest, zu merken, dass das ein italienisches Buch ist. Wittes Sprache perlt einem von den weißen Buchseiten entgegen wie ein apenninischer Gebirgsquell. Wen wundert`s - galt unser Übersetzer doch schon früh für ein Wunderkind. Zudem wurde er durch seinen Vater zu einem ordentlichen Arbeiter erzogen und wuchs so unter einem Stern auf, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Nun steht uns im "Dekameron" ein so wundervoll tiefes, weises und frommes Buch zum Betrachten zur Verfügung, dass man schon versucht sein könnte, es die Bibel der Neuzeit zu nennen. Immer, wenn man als neuzeitlicher Mensch im Innersten zu zweifeln beginnt, wenn man daran zu zweifeln beginnt, es sei ein Sinn in dieser Welt und es gebe moralische Grundsätze, die nicht umzustoßen sind, braucht man nur Boccaccios "Dekameron" zur Hand zu nehmen und ein paar von seinen hundert Novellen zu lesen, um sogleich wieder vor der glatten, einfachen Wirklichkeit, vor den bloßen logischen Moralgesetzen zu erschaudern, die sich durch jedes menschliche Handeln hindurch ausmachen lassen und die schlechterdings nicht umzustoßen sind. Und das, obwohl gerade im "Dekameron" auf eine geradezu notorische Art und Weise Gut und Böse von den verschiedenen Seiten beleuchtet sind, obwohl sie in ihren unterschiedlichen Maskierungen und in ihren mannigfachen möglichen Verwandlungen vorgestellt sind.

So hat man im "Decamerone" - der wohl nicht zufällig von einem Historiker geschrieben wurde - mehr oder weniger ein Lehrbuch des Frohmuts, gelingt es doch den zehn jungen Leuten, die sich in ihm zur Pestzeit in Florenz um 1350 auf ein Landgut zurückgezogen haben, immer wieder, Trauer und Freude in ihrem gegenseitigen Wechselwirken aufzuzeigen. So WOLLEN sie ausdrücklich reden, denn am Beginn eines jeden der zehn Tage, von denen unser Schmöker berichtet, nehmen sie sich - jeweils unter der Herrschaft eines von ihnen, der für einen Tag "König" oder auch "Königin" heißt - vor, je eine Geschichte zum Besten zu geben, die einem roten Faden folgt, welcher da etwa so lautet wie für den siebten Tag:

"Es schließt des Dekameron sechster Tag, und es beginnt der siebente, an dem unter Dioneos Regierung von den Streichen erzählt wird, welche, sei es aus Liebe oder um sich aus einer Verlegenheit zu ziehen, Frauen ihren Männern gespielt haben, mögen nun diese es gewahr geworden sein oder nicht."

Die einzelnen Novellen sind durch die Bank meisterhaft in ihrer Fabel, in ihrem Aufbau und allgemein in ihrer Kunstgerechtigkeit, so dass es einen nicht Wunder nimmt, wenn man zum Beispiel bei der Lektüre William Shakespeares den Eindruck bekommt, er habe einige seiner schönsten Stoffe - unter anderem Romeo und Julia - beim Italiener mitbekommen...

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