... übersetzt worden. Etwas anderes kann man dazu nicht sagen. Ich kann mir da zwar nicht 100% sicher sein, da ich das original in englisch nicht gelesen habe, jedoch kann ich mir einfach unter keinen Umständen vorstellen, dass die Autorin so schlecht schreibt - denn im großen und ganzen ist der gesamte Band spannend und gut geschrieben, wären da nicht die stellenweise auftretenden, wirklich absolut grausamen Übersetzungen einzelner Worte. (genau deswegen glaube ich übrigens, dass es am Übersetzer liegt, da hier keine sprachlichen Schwächen über das ganze Buch auftauchen, sondern nur an leider vielen Einzelstellen, an denen einfach die Worte nicht passen)
Man erkennt daraus sogar den Sprach- bzw. Schreibstil des Übersetzers, da er manche Worte so gerne benutzt, dass sie in jedem Kapitel mehrfach verwendet werden. Leider habe ich genaue Beispiele jetzt nicht mehr im Kopf (mit Ausnahme von: "nachgerade", was nahezu auf jeder Seite irgendwo auftaucht), jedoch sind eine Menge neuer Worterfindungen dabei (d.h. Worte, die ich im Deutschen noch nie gelesen, geschweige denn gehört habe), im Kontext falsch benutzte Ausdrücke und massig stimmungstötende Übersetzungen.
Man könnte ja jetzt wirklich sagen, dass diese Mängel auf die Autorin zurückzuführen sind, dennoch würde ich das dem Übersetzer ankreiden, weil:
1. Sie ist Australierin und evtl. hat der Übersetzer einfach vom australischen Englisch wenig bzw. keine Ahnung, d.h. regionale Wortunterscheidungen könnten dabei eine Rolle spielen
2. Selbst wenn das Original sprachlich auch so sein sollte, wäre es wirklich keine große Aufgabe gewesen, für diese unpassenden Worte einen passenden deutschen Ausdruck zu finden
Unabhängig davon (d.h. von den grausamen und stimmungstötenden Mißgriffen in der Wortwahl) ist das Buch sehr gut. Ich hätte diesem volle 5 Sterne gegeben, wäre diese deutsche Fassung nicht so schlecht. Leider ist das nur eins von vielen Beispielen, die aus dem Heyne-Verlag durch ihre sprachlichen Mängel auffallen - ein Umstand, der nochmal dafür spricht, dass die Schuld beim Übersetzer/Verlag zu suchen ist.
Die Geschichte ist für meine Begriffe ein guter Mix aus Altbekannten Fantasy-Elementen und neuartigem Plot, der einen durch Höhen und Tiefen führt - insgesamt gesehen eine durchweg spannende und interessante Geschichte, die jedoch (wie schon angesprochen wurde) tatsächlich leichte Defizite in Sachen Charaktertreue (d.h. dem Treubleiben von Charaktereigenschaften, die leider teilweise gebogen und/oder verändert werden, um zu einer bestimmten Situation zu passen) und Weltgestaltung bzw. -beschreibung (man bekommt von den Ländern aussenrum rein gar nichts mit).
Fazit:
Das Buch und die Geschichte hätten 5 Sterne verdient (trotz der kleinen Mängel, die im Gesamtbild jedoch meiner Meinung nach nicht stören), diese deutsche Fassung jedoch hat das Leseerlebnis massiv beeinträchtigt und mich mehr zum Korrektor als zum gefesselten Leser gemacht.
(Ausgeklammert, da in eigener Sache:)
[Ich hoffe einmal mehr, dass der Heyne-Verlag die Gewichtung auf sprachliche Aspekte in seinen Büchern endlich verbessert, denn ich habe bis heute noch kein einziges sprachlich überzeugendes Buch (im Fantasybereich zumindest) von selbigem Verlag in den Händen gehalten. Hauptsächlich deswegen ziehe ich Blanvalet vor, da diese auf sprachlicher Ebene top Bücher auf den Markt bringen.]