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Das Clean Team: Roman
 
 
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Das Clean Team: Roman [Taschenbuch]

Charlie Huston , Alexander Wagner
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Charlie Huston lässt Beavis and Butthead wie Sonntagsschüler aussehen." (Stephen King )

"Huston ist einer der großartigsten und frischesten Autoren unserer Zeit." (Publishers Weekly )

"Ein sensationeller neuer Held, mit dem jeder mitfiebern sollte." (The New York Times )

Kurzbeschreibung

Highlight

Niemand hat gesagt, das Leben sei einfach. Noch dazu in Los Angeles, Stadt der Träume, Möchtegern-Stars und Versager. Genau so einer ist Webster, genannt Web. Ein 29-jähriger Loser, der liebend gern große Sprüche kloppt, aber sonst wenig zustande bringt. Er lebt bei seinem Kumpel Chev, der ein runtergekommenes Tätowier- und Piercingstudio hat, liest stundenlang Comics, schaut sich miese Horrorfilme an und schläft täglich mindestens elf Stunden. Doch damit ist es bald vorbei, als ihn Chev dazu zwingt, endlich einen Job bei seinem Bekannten Po Sin anzunehmen. Web fängt beim »Clean Team« an. Der Job besteht darin, Verbrechensschauplätze von Blut, Fäkalien und anderen unschönen Dingen zu säubern und wieder wohnlich zu machen. Als Web eines Nachts mit seinem Reinigungswagen vor einem abgewrackten Motel steht, in das ihn sein neuer Schwarm Soledad gerufen hat, ahnt er noch nicht, in welchen Schlamassel er sich begibt.

Mit Web hat Charlie Huston einen Antihelden geschaffen, der Fans des »Big Lebowski« (aus dem gleichnamigen Kinofilm der Coen –Brüder) begeistern wird. »Das Clean Team« ist der Auftakt zu einer neuen Serie.

Klappentext

"Charlie Huston lässt Beavis and Butthead wie Sonntagsschüler aussehen." Stephen King

"Huston ist einer der großartigsten und frischesten Autoren unserer Zeit." Publishers Weekly

"Ein sensationeller neuer Held, mit dem jeder mitfiebern sollte." The New York Times

Über den Autor

Charles Huston ist Roman-, Comic- und Drehbuchautor. Der Prügelknabe war der Auftakt einer Trilogie um den liebenswerten Verlierertypen Hank Thompson. Für den zweiten Band der Trilogie – Der Gejagte – wurde Huston für den wichtigsten amerikanischen Krimipreis, den Edgar Award, nominiert. Mit Stadt aus Blut startete Huston seine auf fünf Bände angelegte Vampirserie um Privatdetektiv Joe Pitt. Killing Game war sein erster Stand-Alone-Roman, weitere folgten. Der Autor lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin Virginia Louise Smith, in Los Angeles.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wenn nach Mitternacht die trauernde Tochter eines reichen Selbstmörders aus Malibu anruft und einen Tatortreiniger bestellt, dann erwartet man wohl kaum, sie in einem schäbigen Motel am Highway 405 mitten im Industriegebiet von Carson anzutreffen. Andererseits, was weiß ich schon.
Autsch. Sieht schmerzhaft aus.
Ich fasste an den Verband auf meiner Stirn.
Wenn's schon so aussieht, kannst du dir bestimmt leicht ausrechnen, wie sich's anfühlt.
Die im Türspalt sichtbare Hälfte ihres Gesichts nickte.
Muss übel sein.
Autos peitschten auf dem Highway hinter dem Motelparkplatz vorbei. Die Fahrer nutzten die wenigen Stunden in Los Angeles County, in denen sie richtig auf die Tube drücken konnten. Einige schienen den Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge brechen zu wollen.
Ich musterte Soledads halbes Gesicht.
Und?
Hä?
Ich hob die Plastikkiste mit den Reinigungsutensilien, die ich aus dem Lieferwagen angeschleppt hatte.
Hat hier jemand den Zimmerservice bestellt?
Ja. Das war ich.
Dachte ich mir.
Ihr Zeigefinger versetzte die Türkette in eine sachte Schaukelbewegung.
Ich hab nicht damit gerechnet, dass du kommst.
Tja, ich bin eben immer für eine Überraschung gut.
Sie ließ von der Kette ab.
Eine schlechte Angewohnheit. Die meisten Menschen mögen keine Überraschungen. Weißt du das nicht?
Ich starrte hinüber zum Highway und zu den vorbeidonnernden Autos.
Kann ich dich was Blödes fragen?
Nur zu.
Ich schaute wieder zu ihr.
Warum, zum Henker, bin ich hier?
Sie fuhr sich mit der Hand durchs Haar und ließ es zurück über die Stirn fallen.
Bist du wirklich sicher, dass du das tun willst, Web?
Es war die Art von Frage, bei der die meisten Menschen wohl sofort gefolgert hätten, dass etwas an der Situation faul war und man besser die Finger davon ließ. Und natürlich hätte ich sie jederzeit als Stichwort zum Rückzug nehmen, in den Lieferwagen springen und schleunigst das Weite suchen können. Bloß war mir bereits klar, dass die ganze Geschichte zum Himmel stank, als sie mich mitten in der Nacht angerufen und gebeten hatte, ein Motelzimmer für sie zu säubern. Trotzdem war ich gekommen. Wem wollte ich hier also was vormachen?
Lass mich einfach rein, dann schau ich mir das Problem mal an.
Und du kriegst das hin?
Ich schüttelte den Kopf.
Nein, vermutlich nicht. Aber hier draußen ist es scheißkalt. Und da ich sowieso schon hier bin, kann ich genauso gut reinkommen.
Sie schenkte mir ein Lächeln, dessen andere Hälfte hinter der Tür verborgen blieb.
Und heimlich hoffst du immer noch, dass meine Bitte, was für mich sauber zu machen, eine Art versteckter Flirt ist?
Ich rieb mir über den Schädel und schwieg. Ich wollte ein nein vermeiden, um nicht bereits in dieser frühen Phase unserer Beziehung zu schwindeln. Dafür war später noch genug Zeit. Gelegenheit zu lügen gab es immer.
Sie atmete tief ein und stieß die Luft wieder aus.
Okay.
Die Tür fiel ins Schloss, innen wurde die Kette gelöst, und als sie sich wieder öffnete, betrat ich das Motelzimmer. Etwas knirschte unter meinen Füßen.
Ist er das Arschloch?
Ich blickte zu dem Kerl mit der blondierten Hahnenkammfrisur, der an der Badezimmertür lehnte. Seine Zähne waren weiß gebleicht, und sein brauner Teint stammte offensichtlich aus der Tube. Ich musterte die Blutspritzer auf seinen Designerjeans und auf seinem neuen, kunstvoll auf alt getrimmten Rolling-Stones-T-Shirt, das für Gigs warb, die lang vor seiner Geburt stattgefunden hatten. Dann betrachtete ich die erheblich größeren Blutflecken auf den Laken des Doppelbetts und die Blutschmierer an der Wand. Um zu sehen, was ich unter meinen Füßen zertreten hatte, linste ich nach unten und rechnete eigentlich schon mit Kakerlaken, doch es waren nur Mandelschalen. Hinter mir schlug die Tür zu und wurde verriegelt. Ich beobachtete, wie Soledad aufs Bad zulief und der Typ ihre Hand packte, bevor sie es betreten konnte.
Ich hab gefragt, ist er das Arschloch? Ich zeigte auf mich.
Ehrlich gesagt, unter anderen Umständen und an so ziemlich jedem anderen Tag würde ich das ohne weiteres zugeben. Aber heute, unter den speziellen Bedingungen in diesem Raum hier, und mal abgesehen von der Tatsache, dass wir uns noch nicht lang kennen ...
Jetzt zeigte ich auf ihn.
... tendiere ich dazu, neidlos anzuerkennen, dass du hier das Arschloch bist.
Er wandte sich an Soledad.
Okay, dann ist er also das Arschloch?
Sie befreite sich aus seiner Umklammerung und marschierte ins Bad.
Er ist der Typ, von dem ich dir erzählt hab.
Sie warf die Tür hinter sich zu. Er fixierte mich.
Gut, du bist also das Arschloch. Ich hob eine Hand.
Wenn du unbedingt darauf bestehst, dann muss ich den Titel wohl akzeptieren. Aber echt, du solltest dich auch nicht unter Wert verkaufen. Du hast absolutes Arschlochpotential in dir, du musst es nur rauslassen.
Er kam quer durch den Raum locker auf mich zugeschlendert, eine Gangart, die er sich offensichtlich durch ausgiebiges Studium von Tom-Cruise-Filmen angeeignet hatte.
Ja, ich merke es an deiner Art zu reden. Du bist der Typ, der sie heute so fertiggemacht hat. Der bescheuerte Witze über den Selbstmord von ihrem Dad gerissen hat. Du bist also das Arschloch.
Die Toilettenspülung rauschte. Soledad rief durch die Tür.
Er hat keine Witze gerissen!
Der Gucci-Punk starrte auf die geschlossene Tür.
Du hast gesagt, er hat Witze gerissen. Er wandte sich wieder mir zu.
Arschloch. Marschierst einfach in das Haus wildfremder Menschen, wo sich gerade eine Tragödie abgespielt hat, um dort Geld abzuzocken. Verfluchter Aasgeier. Leichenfledderer. Wer gibt sich für so was her, für so einen miesen Job? Ist das dein Traumberuf, Mann? Leichen zu entsorgen? Andere Kinder wollen später mal Filmstar werden, und du träumst davon, die Innereien anderer Menschen vom Boden aufzukratzen?

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Wenn nach Mitternacht die trauernde Tochter eines reichen Selbstmörders aus Malibu anruft und einen Tatortreiniger bestellt, dann erwartet man wohl kaum, sie in einem schäbigen Motel am Highway 405 mitten im Industriegebiet von Carson anzutreffen. Andererseits, was weiß ich schon.
Autsch. Sieht schmerzhaft aus.
Ich fasste an den Verband auf meiner Stirn.
Wenn's schon so aussieht, kannst du dir bestimmt leicht ausrechnen, wie sich's anfühlt.
Die im Türspalt sichtbare Hälfte ihres Gesichts nickte.
Muss übel sein.
Autos peitschten auf dem Highway hinter dem Motelparkplatz vorbei. Die Fahrer nutzten die wenigen Stunden in Los Angeles County, in denen sie richtig auf die Tube drücken konnten. Einige schienen den Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge brechen zu wollen.
Ich musterte Soledads halbes Gesicht.
Und?
Hä?
Ich hob die Plastikkiste mit den Reinigungsutensilien, die ich aus dem Lieferwagen angeschleppt hatte.
Hat hier jemand den Zimmerservice bestellt?
Ja. Das war ich.
Dachte ich mir.
Ihr Zeigefinger versetzte die Türkette in eine sachte Schaukelbewegung.
Ich hab nicht damit gerechnet, dass du kommst.
Tja, ich bin eben immer für eine Überraschung gut.
Sie ließ von der Kette ab.
Eine schlechte Angewohnheit. Die meisten Menschen mögen keine Überraschungen. Weißt du das nicht?
Ich starrte hinüber zum Highway und zu den vorbeidonnernden Autos.
Kann ich dich was Blödes fragen?
Nur zu.
Ich schaute wieder zu ihr.
Warum, zum Henker, bin ich hier?
Sie fuhr sich mit der Hand durchs Haar und ließ es zurück über die Stirn fallen.
Bist du wirklich sicher, dass du das tun willst, Web?
Es war die Art von Frage, bei der die meisten Menschen wohl sofort gefolgert hätten, dass etwas an der Situation faul war und man besser die Finger davon ließ. Und natürlich hätte ich sie jederzeit als Stichwort zum Rückzug nehmen, in den Lieferwagen springen und schleunigst das Weite suchen können. Bloß war mir bereits klar, dass die ganze Geschichte zum Himmel stank, als sie mich mitten in der Nacht angerufen und gebeten hatte, ein Motelzimmer für sie zu säubern. Trotzdem war ich gekommen. Wem wollte ich hier also was vormachen?
Lass mich einfach rein, dann schau ich mir das Problem mal an.
Und du kriegst das hin?
Ich schüttelte den Kopf.
Nein, vermutlich nicht. Aber hier draußen ist es scheißkalt. Und da ich sowieso schon hier bin, kann ich genauso gut reinkommen.
Sie schenkte mir ein Lächeln, dessen andere Hälfte hinter der Tür verborgen blieb.
Und heimlich hoffst du immer noch, dass meine Bitte, was für mich sauber zu machen, eine Art versteckter Flirt ist?
Ich rieb mir über den Schädel und schwieg. Ich wollte ein nein vermeiden, um nicht bereits in dieser frühen Phase unserer Beziehung zu schwindeln. Dafür war später noch genug Zeit. Gelegenheit zu lügen gab es immer.
Sie atmete tief ein und stieß die Luft wieder aus.
Okay.
Die Tür fiel ins Schloss, innen wurde die Kette gelöst, und als sie sich wieder öffnete, betrat ich das Motelzimmer. Etwas knirschte unter meinen Füßen.
Ist er das Arschloch?
Ich blickte zu dem Kerl mit der blondierten Hahnenkammfrisur, der an der Badezimmertür lehnte. Seine Zähne waren weiß gebleicht, und sein brauner Teint stammte offensichtlich aus der Tube. Ich musterte die Blutspritzer auf seinen Designerjeans und auf seinem neuen, kunstvoll auf alt getrimmten Rolling-Stones-T-Shirt, das für Gigs warb, die lang vor seiner Geburt stattgefunden hatten. Dann betrachtete ich die erheblich größeren Blutflecken auf den Laken des Doppelbetts und die Blutschmierer an der Wand. Um zu sehen, was ich unter meinen Füßen zertreten hatte, linste ich nach unten und rechnete eigentlich schon mit Kakerlaken, doch es waren nur Mandelschalen. Hinter mir schlug die Tür zu und wurde verriegelt. Ich beobachtete, wie Soledad aufs Bad zulief und der Typ ihre Hand packte, bevor sie es betreten konnte.
Ich hab gefragt, ist er das Arschloch? Ich zeigte auf mich.
Ehrlich gesagt, unter anderen Umständen und an so ziemlich jedem anderen Tag würde ich das ohne weiteres zugeben. Aber heute, unter den speziellen Bedingungen in diesem Raum hier, und mal abgesehen von der Tatsache, dass wir uns noch nicht lang kennen ...
Jetzt zeigte ich auf ihn.
... tendiere ich dazu, neidlos anzuerkennen, dass du hier das Arschloch bist.
Er wandte sich an Soledad.
Okay, dann ist er also das Arschloch?
Sie befreite sich aus seiner Umklammerung und marschierte ins Bad.
Er ist der Typ, von dem ich dir erzählt hab.
Sie warf die Tür hinter sich zu. Er fixierte mich.
Gut, du bist also das Arschloch. Ich hob eine Hand.
Wenn du unbedingt darauf bestehst, dann muss ich den Titel wohl akzeptieren. Aber echt, du solltest dich auch nicht unter Wert verkaufen. Du hast absolutes Arschlochpotential in dir, du musst es nur rauslassen.
Er kam quer durch den Raum locker auf mich zugeschlendert, eine Gangart, die er sich offensichtlich durch ausgiebiges Studium von Tom-Cruise-Filmen angeeignet hatte.
Ja, ich merke es an deiner Art zu reden. Du bist der Typ, der sie heute so fertiggemacht hat. Der bescheuerte Witze über den Selbstmord von ihrem Dad gerissen hat. Du bist also das Arschloch.
Die Toilettenspülung rauschte. Soledad rief durch die Tür.
Er hat keine Witze gerissen!
Der Gucci-Punk starrte auf die geschlossene Tür.
Du hast gesagt, er hat Witze gerissen. Er wandte sich wieder mir zu.
Arschloch. Marschierst einfach in das Haus wildfremder Menschen, wo sich gerade eine Tragödie abgespielt hat, um dort Geld abzuzocken. Verfluchter Aasgeier. Leichenfledderer. Wer gibt sich für so was her, für so einen miesen Job? Ist das dein Traumberuf, Mann? Leichen zu entsorgen? Andere Kinder wollen später mal Filmstar werden, und du träumst davon, die Innereien anderer Menschen vom Boden aufzukratzen?
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