Nachdem ich den Film ewig nicht gesehen hatte, fiel mir kürzlich "Das China-Syndrom" als DVD in die Hände. Und auch wenn Atomkraftwerke heutzutage wahrscheinlich noch besser abgesichert und perfekter ausgetüftelt sind als damals, ist das Thema Atomkraft noch längst nicht vom Tisch, und insofern bewahrt dieser Film bis heute seine Aktualität und realitätsnahe Brisanz. Fast könnte man den Eindruck haben, hier habe man reale Ereignisse verfilmt, doch knüpfte man hier nur geschickt und glaubwürdig Einzelheiten zu einem fiktiven Störfall in einem Atomkraftwerk zusammen. Der Film brachte das Thema Atomkraft schlagartig auf eine Weise in die Presse, wie man es vorher nicht kannte, und wenige Wochen nach der Uraufführung wäre etwas Ähnliches wie hier im Film geschildert im Atomkraftwerk Harrisburg beinahe Realität geworden, genauso wie Jahre später der Film "Outbreak" einem realen Ausbruch von Ebola voranging und dadurch beängstigend prophetische Qualitäten gewann.
Die Figuren sind hervorragend besetzt, allen voran natürlich Jane Fonda, Jack Lemmon (hier mal in einem völlig unlustigen, ja ernsten Part, den er mit Bravour meistert) und Michael Douglas - bei dem ich immer wieder staune, wie viele Filme er bereits in seinen jungen Jahren schon produziert hat (auch "Das China-Syndrom" gehört dazu), und das sogar ohne sich selbst als den Hauptdarsteller einzusetzen.
"Das China-Syndrom" ist ein beängstigender Film, ein wichtiger Film, und er sollte neben "The Day After" meines Erachtens zum Bildungsprogramm einer jeden Schule gehören.