"Das Buschbaby" ist die Parallel-Geschichte zu "Happy Valley". Dieses Buch habe ich allerdings nicht gelesen und kann nicht beurteilen, in wie weit es hilfreich gewesen wäre...
Ein weißes Paar, sie Wissenschaftlerin und schwanger, er Fotograf, haben sich auf der Fahrt zum nächsten Krankenhaus irgendwo zwischen Tansania und Kenia verirrt und landen in einem Buschkrankenhaus. Dort ist allerdings der Strom ausgefallen, so dass es ihnen erst bei der Weiterfahrt nach der Entbindung auffällt, dass sie ein schwarzes Baby an Bord haben. Sie landen an einem verlassenen Grenzposten, über den sie der dort Dienst habende Zöllner nicht so ohne weiteres fahren lassen will.
So weit, so gut. Die Vorgeschichte des denkbar ungleichen Paares ist in eingeschobenen Kapiteln beschrieben. Die Wissenschaftlerin, so erfährt man, will gar kein Kind und findet den Gedanken schon schrecklich und entsprechend verhält sie sich auch diesem dann doch etwas fremdartigen Baby gegenüber. Der Zöllner und seine Frau, die sich des Säuglings liebevoll annimmt, sind da noch sympathischer beschrieben, obwohl man irgendwie zu keiner der vier Hauptpersonen so richtig einen Draht findet. Alle kommen einem irgendwie seltsam vor und bis zum Ende des Buches konnte ich mich nicht entscheiden, wen ich nun sympathisch finde und wen nicht.
Der spätere totale Sinneswandel der Wissenschaftlerin zum "Muttertier" ist daher auch denkbar unglaubwürdig und nicht nachvollziehbar.
Drei Sterne, weil die Idee hübsch ist und die Erzählweise interessant mit den Rückblenden. Allerdings werden die Personen meiner Ansicht nach nicht so beschrieben, dass man sich ein durchgehendes Bild machen kann und damit verliert die Geschichte insgesamt an Zugkraft und man kann sich für keinen der Protagonisten wirklich erwärmen, worurch es einem letztlich fast egal ist, wie das mit dem Baby nun ausgeht.