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Das Buch von Blanche und Marie: Roman
 
 
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Das Buch von Blanche und Marie: Roman [Gebundene Ausgabe]

Per Olov Enquist , Wolfgang Butt
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 8 (31. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446205691
  • ISBN-13: 978-3446205697
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 312.044 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Per Olov Enquist
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Buch von Blanche und Marie ist ein wundervolles Buch über die Liebe, oder doch zumindest eins, das über die Suche nach der Liebe erzählen will. Im Mittelpunkt steht unter anderem die nervenkranke Blanche Wittman, die zunächst bei ihrem geliebten Psychiater Charcot an der Pariser Salpétrière ihr Heil sucht. Doch dann stirbt Charcot, auf mysteriöse Weise -- und Blanche wird Assistentin von der französischen Chemikerin und Nobelpreisträgerin Marie Curie. Aber auch Blanche wird krank und zieht ganz zu ihrer neuen Freundin. Sie fängt an, in gelben, schwarzen und roten Notizbüchern (offen und hin und wieder auch zensiert) ein „Fragebuch“ zu verfassen, das nicht zuletzt von den Liebschaften Curies etwa zu Paul Langevin erzählt, aber auch von ihrer eigenen, gefährlichen Leidenschaft.

Der schwedische Autor Per Olov Enquist (Der Besuch des Leibarztes, Lewis Reise) hat sich halb-historischen Stoffen verschrieben, und die bewältigt er besser als jeder andere. Hier tut er es einmal mehr mit Hilfe des literarischen Tricks, eine ungefilterte Ich-Perspektive mit der kühl-sachlichen Distanz eines Erzählers zu verknüpfen. Als Das Buch von Blanche und Marie in Schweden erschien, war die heimische Presse begeistert. „Selten habe ich von einem männlichen Autoren ein so liebevolles und ebenbürtiges Frauenporträt gelesen“, lobte etwa die Rezensentin vom Svenska Dagbladet Enquists neuen Roman. Und tatsächlich ist dem Autor wieder ein grandioses Buch über die Suche nach Liebe gelungen: eine Liebe, die scheinbar alles überwinden hilft und ebenso wenig greifbar ist wie die Strahlung, die Curie schließlich entdeckt.

„Die Liebe kann man nicht erklären. Aber wer wären wir, wenn wir es nicht versuchten?“, heißt es einmal im Roman. Enquist hat es versucht. Und es ist ihm -- überaus lesbar -- auch ein Stück weit gelungen. --Stefan Kellerer

Pressestimmen

"Enquist verwebt die historischen Fakten mit der Fiktion. Dieses Mal unternimmt er eine Reise ins Innere der Liebe. ... Enquist tastet sich erzählend an jene schwankende Grenze zwischen Seligkeit und Zerstörung, die es auch in der Liebe gibt." Claudia Voigt, Der Spiegel, 14.03.2005 "Die Geschichte von Blanche und Marie; sie bewegt sich, wie alle Erzählungen Enquists, im Spannungsfeld von Aufklärung und Irrationalität." Caroline Neubaur, Literaturen, Mai 2005 "Das zarteste Buch über Liebe und Verliebtheit: eine wahre Geschichte, wie sie nur das Leben erfinden kann." Woman, April 2005

"Ein verstörend schöner Text. ... Es ist ein herrliches Buch, es ist wie ein wilder Phantomschmerz, der nicht aufhört, wenn man es schließt." Rose-Maria Gropp, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2005 "Was für eine Geschichte über Extremzustände der Liebe, und wie grandios erzählt. Ein tief bewegendes Buch über die Frage, ob man ohne Liebe leben kann. Lassen Sie sich in den Sog ziehen. Sie werden diese beiden Frauen - das garantier' ich Ihnen - nie mehr vergessen!" Elke Heidenreich, Lesen!, 15.02.05 "Ein schwindelerregendes Ensemble von Liebesgeschichten im Spannungsfeld zwischen Treue und Verrat, Befreiung und Schuld. ... Zwei starke Frauenfiguren des 19. Jahrhunderts werden hier zur Legende. Behutsamer kann man jemanden nicht auf den Sockel stemmen." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 15.02.05 "Ein traurig-schönes Buch, ein phantastisches Tableau mit historischen Figuren ... Ein Buch der Frauen und ein Werk der Befreiung. Erstaunlich, rührend und gut." Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 12.02.05 "Die Geschichte ist ergreifend. Selten hat ein Autor würdevollere Frauenfiguren entworfen. Enquist führt seine Leser sehr nahe an das Verstehen der Liebe." Claudia Voigt, Der Spiegel, 14.03.05 "Bilder, die sich einem einbrennen." Andreas Isenschmid, Neue Zürcher Zeitung, 06.02.2005 "Bei Enquist stimmt alles. Er ist in der Literatur der raffinierteste und versierteste Forscher und Erkunder dieses schmalen, doch so allumfassenden Grenzgebiets zwischen Wissenschaft und Metaphysik, zwischen Vernunft und Wahn, zwischen Mythos und Mystik, zwischen Leben und Leuchten." Peter Urban-Halle, Die Welt, 26.02.05 "Noch nie hat Enquist die Gefahrenzone von Ratio und Gefühl so verführerisch erfoscht und sich so erschreckend nahe an den schmalen Grat zwischen Seligkeit und Zerstörung herangetastet." Susanne Kunckel, Welt am Sonntag, 03.04.2005

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57 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Warum die Suffragettenbewegung so wichtig war!, 25. Februar 2005
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Buch von Blanche und Marie: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der schwedische Autor Enquist erzählt die tragischen Lebensläufe der zweimaligen Nobelpreisträgerin Marie Curie und ihrer Assistentin Blanche Wittmann, die ein Jahrzehnt früher Patientin im "Salpetiere" war. Beide Frauen lebten nach den Maßstäben ihrer Zeit untypisch. Beide waren sie Berühmtheiten. Beide wurden sie zu Strahlenopfern, hervorgerufen durch ihre Arbeit mit dem Mineral "Pechblende". Beide hatten eine Liebesbeziehung zu einem verheirateten Mann. Beide konnten die Beziehung in der Öffentlichkeit nicht ausleben, weil die gesellschaftliche Moral dagegen stand. Daran litten beide seelisch. Letztlich zermürbte dieser Umstand beide auf Dauer.

Die Affäre der verwitweten Marie Curie - sie war einst eine von nur zwei Frauen unter 9000 Studenten an der Sorbonne!!! - mit dem Wissenschaftler Paul Langevin kam der Presse zu Ohren. Unaufhaltsam folgte der übliche Skandal. Fortan war die Chemikerin gesellschaftlich stigmatisiert und die Verleihung ihres zweiten Nobelpreises in Frage gestellt.

Blanche Wittmann, engste Vertraute der bedeutenden Wissenschaftlerin, schreibt über ihr gemeinsames Leben mit Marie und stellt Betrachtungen über das Wesen der Liebe an. Sie reflektiert insbesondere die Zusammenhänge zwischen Liebe und Schuld ,sowie Liebe und Tod.

Zu diesem Zeitpunkt hat man Blanche bereits in einen Kasten gepackt, weil man ihre Beine und einen ihrer Arme amputiert hat, sie nunmehr nur noch eine Miniatur ihrer selbst ist, wie sie sagt. Die Hände Maries sind auch schon verkrüppelt . Das Radium hat auch seine Entdeckerin nicht verschont. "Wann verschwand das Selbstbewußtsein des zwanzigsten Jahrhunderts, der Fortschrittsoptimismus, die Arroganz?", fragt der Autor an irgendeiner Stelle dieses Buches mit Blick auf diese beiden Frauen, die zum Schluss ihres Lebens die ersten Opfer gerade jener Geister waren, die man voller Sehnsucht herbeigerufen hatte.

Blanche Wittmann "die Königin der Hysterikerinnen" war zu Ende des vorvergangenen Jahrhunderts Patientin im berüchtigten Krankenhaus " Salpetiere" Der Neurologe Jean Martin Charcot behandelt die junge Frau dort wegen ihrer vermeintlichen Hysterie. Er unternimmt Experimente mit Hypnose. Sigmund Freud ist eine Zeitlang einer seiner Mitarbeiter. Erbärmlich, präziser, menschenunwürdig geht man mit den 6000 Frauen im "Salpetiere" um, dem "Schloss der verrückten Frauen". Man führt sie dem gebildeten, männlichen Bürgertum vor und ergötzt sich lüstern an deren "Veitstänzen". Wie Ratten sind die armen Frauen eingesperrt und wie Affen dressiert man sie. Der verklemmte Professor Charcot hat zu Ende seines Lebens eine Affäre mit seiner Patientin Blanche. Später gibt sich die nachdenkliche Schönheit die Schuld am Ableben des von ihr geliebten Mannes.

Die beiden tüchtigen Frauen Blanche und Marie wurden Opfer einer prüden, unduldsamen, doppelmoraligen Gesellschaft. Nie hätte man Albert Einstein, aufgrund seiner zahllosen Liebesaffären mit gesellschaftlichen oder gar beruflichen Sanktionen belegt. Für Männer galten andere Maßstäbe! Marie Curie kannte Einstein persönlich, kannte Becquerel und viele andere Wissenschaftler auch. Trotz ihrer Nobelpreise hat man sie in ihrer Zeit nie auf die gleiche gesellschaftliche Stufe mit ihren männlichen Kollegen gestellt. Sie war eben eine Frau! Die mutige Emmeline Pankhurst - eine britische Frauenrechtlerin- war befreundet mit Madame Curie. Doch die Bewegung steckte noch in den Kinderschuhen. Noch war man nicht soweit, Mann und Frau die gleichen Rechte zuzubilligen. Vielleicht ist man es ja heute immer noch nicht....!
Ein zutiefst berührendes Buch!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Nicht mein Fall, 7. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Buch von Blanche und Marie: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch steckt voller Fragmente und Anspielungen, die z.T. schwer zu entschlüsseln sind, wenn überhaupt. Die Liebesgeschichten der beiden Frauen sind düster, aus der damaligen Zeit heraus betrachtet aber interessant, da beide verheiratete Männer liebten und daran verzweifelten. Der Aufbau des Buches ist jedoch verwirrend, etliche Textstellen haben sich mir nicht erschlossen, doch man konnte der Geschichte auch ohne sie folgen. Der Sprachstil ist brilliant, auch werden die medizinischen ERkenntnisse und die Verhältnisse in Heilanstalten der damaligen Zeit anschaulich gemacht. Doch wie gesagt: Vieles bleibt undurchsichtig und machte es beim Lesen schwer durchzuhalten. In der 2. Hälfte des Buches wird es klarer, so dass ich es schließlich doch ganz durchgelesen habe. Ich hatte mir aber mehr davon versprochen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Liebe überwindet alles?, 22. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Buch von Blanche und Marie (Broschiert)
"Amor Omnia Vincit - die Liebe überwindet alles". Mit diesen Worten beginnt Enquists nur stellenweise biografisch belegter Roman über Blanche Wittman, Ende des 19. Jahrhunderts "Medium" des berühmten Nervenarztes Charcot, später Assistentin Marie Curies, und eben jene zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie.
Der nicht namentlich erwähnte Erzähler, aber offensichtlich Schwede wie der Autor Enquist, reflektiert auf sehr empathische Weise Aufzeichnungen Blanche Wittmans, in denen sie sich auf die Suche nach der Natur der Liebe begibt. Dabei werden dem Leser Leben und Liebesbeziehungen der beiden Hauptpersonen in einer Zeit enormer wissenschaftlicher Umbrüche, teils durch Erzählerbericht und -reflexion, teils durch Blanche Wittman selbst in ihren "Erinnerungen" erfahrbar gemacht.
Alles in diesem Roman dreht sich um das Phänomen der Liebe. Wer jedoch auf Grund des ersten Satzes auf die Bestätigung der These wartet, wird sehr schnell eines Besseren belehrt: "Die Liebe überwindet alles, als Arbeitshypothese, oder innerster Schmerzpunkt." (S.9)Von Anfang an wird klar gestellt, dass Blanches Fragen (Sie selbst nennt ihre aus drei Teilen bestehenden Aufzeichnungen "Fragebuch".) zum Wesen der Liebe nicht beantwortet werden können - und wiederholt darauf bestanden, es doch wenigstens versuchen zu müssen: "Als ich ein Kind war, wie ein Kind sprach und kindliche Gedanken hatte [...],war das Evangelium eine Liebesbotschaft, und alle Liebe war teils geboten, teils verboten. Das schuf die Verlockung, die explosiv war und daher tödlich. Die Liebe und der Tod waren verknüpft, wir konnten uns nicht befreien. Alle sprachen von der Liebe, doch niemand erklärte sie. Sie war auch die größte Sünde. Da darf man nicht aufgeben.[...]wer wären wir, wenn wir es nicht versuchten?" (S.41)Diese letzte Frage wiederholt Blanche mehrmals. Liebe und Schmerz, Liebe und Tod - in Blanches Liebesgeschichte mit ihrem Arzt Prof. Charcot spiegeln sich diese Motive genauso wider wie in Marie Curies (Liebes)Leben. Erfüllte Liebe ist nicht Thema des Romans. In Enquists Roman wird das Motiv der Liebe jedoch nicht nur an den schmerzlichen individuellen Liebeserfahrungen der Curie und der Wittman "analysiert", sondern gleichsam übertragen auf die Liebe, die Leidenschaft zur Wissenschaft. Beide Frauen leben in einer Zeit der wissenschaftlichen "Revolution", des Umbruchs zur Moderne und sind verantwortlich/beteiligt für/an die/der Entdeckung des Radiums.Beide Frauen bezahlen für ihre Arbeit mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben.
Enquists Roman liefert darüber hinaus Einblicke in eine spannende und widersprüchliche Zeit, in der Wissenschaft und Fortschritt zu gesellschaftlichen "Stars" avancierten, z. T. und auf schlimmste Weise auch auf Kosten von Frauen. Der Feminismus steckte noch in den Kinderschuhen. An beiden Frauen, Blanche und Marie, wird auch diese Geschichte erzählt.
Es ist die Geschichte zweier unkonventioneller, mutiger und starker Frauen, die in einer für sie widrigen Zeit ihren Anspruch auf ihre Art zu leben und zu lieben auf schmerzlichste Weise durchleben müssen. Aber sie geben nie auf und sie zerbrechen nicht. Und also scheint die anfangs aufgestellte These in gewisser Weise doch bewiesen? Das muss der Leser wohl selbst entscheiden oder hinterfragen.
Für mich ein bemerkenswertes Buch!, das sehr komplexe Themen sensibel, berührend und überhaupt nicht sentimental anspricht. Wer sich die Mühe macht, sich auf diese anspruchsvolle (auch stilistisch!)Lektüre einzulassen, wird wahrscheinlich mit mehr Fragen zurückbleiben, als er sie vor dem Lesen hatte, auf jeden Fall aber auch um unzählige Anstöße und Eindrücke reicher sein!
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