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Der griechische Philosoph Epiktet lebte von etwa 50 -138 und gilt als wichtigster Vertreter der späten Stoa.
Wie man dem Nachwort entnehmen kann, ist der Mensch nach stoischer Philosophie ein von der Vernunft( logos ) geleitetes Lebewesen.
Alle Dinge im Kosmos sind nach stoischer Auffassung durch rationale Kausalität miteinander verbunden. Wenn ein Mensch wirklich glücklich sein möchte, muss er im Einklang mit der vernünftigen Natur leben.
Erreichbar ist dieser Glückszustand nach Epiktet dadurch, dass der Mensch sich von allen Affekten frei macht. ( Dieser Gedanke hat mich an die Lehren des Dalai Lama erinnert, der auch davon spricht, dass man sich von Anhaftungen jedweder Art frei machen soll, um glücklich zu werden.)
Epiktet reflektiert den Wert der äußeren Dinge und macht klar, dass man sein Herz nicht an dererlei Geschichten hängen soll, weil diese mithin nicht wirklich glücklich machen. Sie können nie wirkliches Eigentum, sondern stets nur vorübergehender Besitz sein, der einem natürlich genommen werden kann.
Auch gilt es Begehrlichkeiten zu überwinden, weil sie letztlich die Gemütsruhe - sie ist die Grundvoraussetzung für ein geglücktes Leben, nach Epiktet - empfindlich zu tangieren scheinen.
Der Philosoph weist darauf hin, dass man bei allem, was man tut, bedenken möge, welche Dinge erforderlich sind, um ein gewünschtes Ziel zu erreichen und welche Folgen sich daraus ergeben.
Bevor man handelt, sollte man stets überlegen, ob man eines angestrebten Handlungszieles wegen seine Gelassenheit, Freiheit und Gemütsruhe aufs Spiel setzen möchte.
Epiktet ermahnt zur Sittlichkeit ,- auch im Reden -. Er rät in der Folge schlechte Gesellschaft zu meiden, weil diese, selbst wenn ein Mensch rein ist, am Ende Persönlichkeitsveränderungen nach sich zieht.
Dass Epiktet das Lachen mit Skepsis sieht, lässt ihn etwas dröge erscheinen.
Zwischen intellektueller Ernsthaftigkeit und heiterem, ausgelassenem Lachen sehe ich keinen Widerspruch. Schade, dass man den Denker nicht mehr fragen kann, was ihm bei diesem sauertöpfischen Gedanken durch den Sinn gegangen ist.
Epiktet rät zur Mäßigung in allen Bereichen des Lebens und sagt etwas Hochinteressantes zum Thema Frau, das ich an dieser Stelle zitieren möchte:" Die Frauen werden sogleich vom vierzehnten Jahre an von den Männern Herrinnen genannt. Wenn sie nun sehen, dass sie kein anderes Verdienst haben, als dass sie mit den Männern schlafen, fangen sie an, sich schön zu machen und hierauf all ihre Hoffnungen zu setzen. Es wäre nun wohl der Mühe wert, sie merken zu lassen, dass man sie nur dann ehrt, wenn sie sich bescheiden und sittsam aufführen."
Die Sätze wollen mir nicht gefallen! Was bezweckt Epiktet mit dieser Aussage? Hier kommt der Philosoph schmallippig, gleichwohl auch berechnend daher. Hier spricht kein Plutarch, der überzeugt ist, dass die Basis einer guten ehelichen Gemeinschaft: Austausch im Gespräch, Übereinstimmung im Charakter und vertrautes Beisammensein ist, sondern ein Mann, der nicht den Dialog mit seinem weiblichen Gegenüber sucht, sondern es stattdessen bevormunden will.
Wollen wir ihm diesen Satz großzügig nachsehen, nicht jeder ist ein Plutarch!
Generell haben mich die Reflexionen des ungern lachenden Philosophen beeindruckt, deshalb 5 Sterne, obgleich man mancherlei mit ihm noch ausdiskutieren müsste.
Um offen zu sein, für Plauderstündchen bei einem Glas Wein wäre mir Plutarch als Gegenüber allerdings lieber!
Empfehlenswert!
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am 5. Januar 2006
sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt. Epitket hat in der Zeit nach 50 n. Chr. gelebt und in der hellenistische Zeit, wo Individuen nach Verfall einer Gemeinschaft auf Sinnsuche waren, seine Philosophie gelehrt. Parallel zu Epikur sieht er die Einsicht in die Vernunft als herrschendes Merkmal eines zufriedenen und glücklichen Lebens. Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist.
Dieses Buch ist erschienen – und wie könnte es dann anders sein – in der Reihe der Weltweisheiten. Es ist klein, überschaubar und von schöner, nahezu asketischer Klarheit.
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am 12. Dezember 2007
Es ist nicht erstaunlich, dass Epiktets praxisorientierte Philosophie in einer unsicheren Zeit entstand. Philosophie wird zum Mittel der Krisenbewältigung, zur Lebenshilfe, zu einem irdisches Glück verheißenden Religionsersatz.

Epiktet ist der Vertreter der Stoa. Als Sklave gelebt hat er früh erkannt, dass man selbst seinen höchsten Wert darstellt. Aus diesem Grunde empfiehlt er folgerichtig, auf die Wünsche und Begierden zu achten, damit nicht Unzufriedenheit über einen kommt. Unabänderliches versuche nicht durch Wünsche zu verbessern, Unerreichbares nicht durch falsche Begierde. So bleibe dem Sichtbaren, Realen treu und verliere dich nicht in Vorstellungen und Phantasien, die zu Vorwürfen gegenüber anderen führen. Wolle das, was geschieht klingt schon wie eine neurologische Erkenntnis der Jetztzeit. Achte darauf, was Gut und Böse ist, ist eine Maxime des Epiktetes, aber suche es nur in dem, was in deiner Macht steht. Handeln und Bewusstsein machen den Menschen aus, das reine Überleben und Vermehren ist ebenso die Bestimmung vernunftloser Wesen. Demjenigen, dem Vernunft und Bewusstsein gegeben, hat sich in der rechten Art und seinem Wesen gemäß zu verhalten.

Epiktet wurde im Jahr 50 n. Chr. geboren. Wie mit Platon und Aristoteles metaphysische Spekulation und wissenschaftlich-systematische Erkenntnis ihren Höhepunkt hatten, dient die Stoa und vor allem bei Epiktet der Sittlichkeit und Religiosität. Die Trias Logik, Physik und Ethik ist Bestandteil dieser durch Zenon im Jahre 300 v. Chr. begründeten Denkrichtung. Zenon suchte Anschluss an Heraklit, Sokrates und den Kynikern, ebenso bei Aristoteles. Neben Epiktet sind Seneca und der Cäsar Marc Aurel (siehe Rezension) die bekannten Vertreter des stoischen Denkens. Auswirkungen hatte die Philosophie der Stoa vor allem im Neuen Testament, bei den Schriften der Kirchenväter wie Augustinus, bei Spinoza und Goethe (vgl Dichtung und Wahrheit, II/6). Auch finden wir in den Werken Shakespeares Gedankengut der Stoa wieder.

Stoiker sind von Grund auf monisthisch, sie sehen im leitenden Prinzip alles, sie gelten als die konsequentesten Pantheisten des Altertums. Dieses leitenden Prinzip, der Gott Zeus, die Weltenseele ist alles, durch ihn, mit ihm und in ihm sind alle Dinge. Und so ist das stoische Weltbild eines des Neuen Testamentes. Seneca führt bereits seine Form des Pantheismus auf einen Gott zurück, so dass man schon von Theismus reden kann. Die ewige Wiederkehr, die Verknüpfung von Ursache und Wirkung zu einem, das All und die Vorsehung sind Elemente einer absoluten Logik. Wirklich frei in diesem Felde ist derjenige, der sich den Gesetzen der Natur unterordnet, sagt Spinoza und diesem Sinne meinte Seneca Gott und Nietzsche den ewigen Mittag in der Wiederkehr desselben. Freiheit und Notwendigkeit demnach sind ein Paar. Denn größte Freiheit, größtes Glück und Weisheit erlangt der, der die Notwendigkeit, das Unvermeidbare in Würde trägt.

Nichts der Vernunft zuwider tun, macht weise. Übe dich in dem Möglichen, verzichte auf alles, was nicht in deiner Gewalt ist. So die einfache wie verständliche Botschaft. "Die Philosophie kann auf uns achtgeben, aber nicht nähren." Mit dieser Erkenntnis Kierkegaards findet man vielleicht die Stellung und Bedeutung der Philosophie insgesamt für das eigene Leben.
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am 19. Februar 2012
Für Epiktet (50- ca. 125 n. Chr.), Philosoph der späteren Stoa und Schüler Zenons, stellt innere Freiheit die entscheidende Voraussetzung für die Abwesenheit von (empfundenem) Unglück dar.

Zu dieser Freiheit führe nur ein Weg, nämlich die konsequente Unterscheidung von Beeinflussbarem und Nichtbeeinflussbarem und darauf aufbauend die Verachtung derjenigen Dinge, die sich nicht in unserer Gewalt befinden. Das Wichtigste sei aber schließlich die lebenspraktische Umsetzung gewonnener philosophischer Erkenntnis.

Das kleine Werk überzeugt mit sprachlicher Prägnanz seiner Gedanken und Lehrsätze (und -nebenbei- auch mit einem guten Erläuterungsteil).

Bei der Lektüre verfestigt sich der Eindruck, dass es sich bei zuweilen jedem Satz und jedem Wort um einen kleinen Edelstein handelt: Wie Du Dich dem Zugriff fremder Gewalt entziehst und Deine innere Freiheit gewinnst.

Tyrannen aller Zeiten haben jedenfalls stets alles in ihrer Macht Stehende unternommen, um die ihnen Unterworfenen in möglichst tiefe und andauernde Unruhe zu versetzen und darin sorgsam gefangen zu halten.
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Epiktet ist wie Seneca ein Stoiker. Das höchste Gut und die größte Glückseligkeit liegen für die Stoiker im naturgemäßem Leben. Freiheit von Affekten und innere Unerregbarkeit ist das Ziel der Stoikern, aber Sie erwarten auch von sich selber nicht, daß sie Fehlerfrei seien. So sagt Epiket: "Es ist Sache des Unwissenden, andere wegen seines Mißgeschicks anzuklagen; Sache des Anfängers in der Weisheit, sich selber anzuklagen; Sache des Weisen, weder einen anderen noch sich selbst anzuklagen."
Gerne gibt Epiktet auch kluge Ratschläge für den Alltag:"Bedenke, daß nicht derjenige dich kränkt, der dich schmäht oder schlägt, sondern deine Meinung, daß darin etwas Kränkendes liegt."
Beherzigt man seine Gedanken, kommt man sicherlich zu der sprichwörtlichen "stoischen Gelassenheit".
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am 31. Juli 2015
... darüber haben sich Philosophen schon vor gut 2000 Jahren Gedanken gemacht. Der griechische Stoiker Epiktet (ca. 55-125 n.Chr.) gründet seine Philosophie auf dem Gedanken, dass es im Leben sowohl Dinge gibt, auf die man selbst Einfluss hat (z.B. die Meinung), als auch Dinge, die außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen (z.B. der gute Ruf). Von diesem essentiellen Grundgedanken ausgehend, baut er seine stoische Philosophie auf. Nach Epiktet soll man danach trachten, all jene Dinge auf die man selbst Einfluss hat zum Positiven und Guten hin zu wenden, während man hingegen all jenes was nicht im eigenen Einflussbereich liegt bescheiden und duldsam als gegeben hinnehmen soll.

"Das Buch vom geglückten Leben" kann ich empfehlen:

+ wenn man sich oft über lächerliche Kleinigkeiten und andere Nebensächlichkeiten aufregt,

+ wenn man an sich selbst wahrnimmt, dass man sich zu oft über Gegebenheiten echauffiert und erzürnt, auf die man sowieso keinen Einfluss ausüben kann,

+ wenn man ein leicht aufbrausendes Temperament hat und schnell aus der Haut fährt,

+ wenn man oft mit streitsüchtigen und unverträglichen Personen zu tun hat,

+ wenn man lieber an der eigenen Persönlichkeit arbeitet anstatt an anderen herumzumäkeln,

+ wenn man eine Methode erlernen will, wie man in schwierigen Situationen gelassen bleibt,

+ wenn man eine intelligente Anleitung benötigt, um erlittenes und nicht wieder gutzumachendes Unheil im Leben leichter zu ertragen,

+ wenn man davon überzeugt ist, dass wahre Stärke nur von innen kommen kann,

+ wenn man auf der Suche nach einem neuen Lebenssinn ist,

+ wenn man ein Buch sucht, nach dessen Ratschlägen und Gedankengut man das Leben ausrichten kann oder/und

+ wenn man sich ganz allgemein für die westliche Philosophie aus dem antiken Griechenland interessiert.

Neben der theoretischen Auslegung der stoischen Philosophie finden sich im "Buch vom geglückten Leben" außerdem auch noch praktische Ratschläge für das Leben. Ob das Leben als Ganzes mit diesem Buch wirklich glückt, sei einmal dahingestellt, denn ob ein Menschenleben glückt oder nicht, steht doch letztendlich in den Sternen. Aber als Anleitung im Sinne einer Richtschnur kann dieses Buch allemal dienen. Von Epiktets Philosophie können wir Ruhe und Selbstbeherrschung lernen, und die Dinge des Lebens weniger schwer zu nehmen.
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am 26. Oktober 2013
Ich habe dieses Buch noch nicht komplett durchgelesen, aber ich kann es schon jetzt ganz klar empfehlen. Zum Preis braucht man nichts zu sagen, der ist absolut in Ordnung. Allein des Gelesene weckt Interesse auf mehr. Die Ansichten und Lehren sind sehr interessant, scheinen sie doch nicht mehr so in unserer Zeit zu passen. Wenn man es aber genau beleuchtet, lassen sich die Lehren auch in unserer Zeit sehr gut anwenden. Man kriegt wieder Augen für das Wesentliche…
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am 30. September 2013
Ewige Weisheiten, die das Leben enfacher machen, wenn man sich daran hält. Kleines Buch mit viel Inhalt ohne langes Geschwurbel.
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am 12. Dezember 2013
Ist ein Buch,welches den Leser in die Zeit der Autoren zurückführt, in die Zeit der Klassik. Verblüffend ist immer wieder die Verbindung zur Jetztzeit, weil manche Ideen aus dem klassischen Altertum, noch immer die Neuzeit passen.
Ein lesenswertes Buch.
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am 13. Januar 2013
Wenn man die Kernbotschaften umsetzen würde, wäre vieles leichter. Es lohnt sich auf das Buch einzulassen und sich mit den Thesen auseinanderzusetzen.
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