Dieses schmale, exzellent geschriebene, lächelnde Buch will einem westlich geprägtem Leser das japanische Tee-Zeremoniell näherbringen. Ganz nebenbei ist es aber die beste Einführung in das Weltgefühl des japanischen Zen-Buddhismus, die man hierzulande in Buchform bekommen kann.
"Vielleicht offenbaren wir uns deshalb so sehr in kleinen Dingen, weil wir nichts Grosses zu offenbaren haben" schreibt Okakura in diesem trunken machendem Ton, in den sich Melancholie und Heiterkeit mischen. Wenn es aber nicht Grosses gibt, werden plötzlich alle vermeintlich kleinen und unbedeutenden Dinge, wie das Bereiten und Trinken eines Tees, sehr wichtig.
Im Zen-Buddhismus gibt es nur das, was wir sehen und was wir in den Händen halten. Keine Metaphysik, keine Götter, kein Leben nach den Tod. Es gibt nur den einen Kosmos, in dem für die Gestirne, die Natur und Menschen die gleichen, ewigen Prinzipien am Werke sind. Und vom dieser überwältigenden Befreiung spricht dieses fantastische Buch ganz nebenbei.