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Das Buch der verbotenen Bücher: Universalgeschichte des Verfolgten und Verfemten von der Antike bis heute
 
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Das Buch der verbotenen Bücher: Universalgeschichte des Verfolgten und Verfemten von der Antike bis heute [Gebundene Ausgabe]

Werner Fuld
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Galiani, Berlin; Auflage: 1., Auflage (16. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3869710438
  • ISBN-13: 978-3869710433
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 14.523 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Siege des Wortes über die Macht. "Die Geschichte der Verbote ist eine Geschichte vom Überleben", befand Werner Fuld und schrieb die weltweit erste Universalgeschichte der verbotenen Bücher. Gibt die Nachwelt jedem verbotenen Buch die ihm gebührende Würde zurück, wie Tacitus angesichts einer Bücherverbrennung vor 2000 Jahren prophezeite? Oder lassen die Flammen gar manche Schrift erst in hellem Licht erstrahlen, die sonst im Dunkeln geblieben wäre?
Ovid wurde von Kaiser Augustus im Jahre 13 nach Chr. verbannt, auf dem Vatikanischen Index fanden sich zwar Kant und Gregorovius, nie jedoch Hitler, Lenin oder Marx. Mit ihnen befasst sich Fuld ebenso wie mit erotischer und ketzerischer Literatur, mit den Schwarzen Listen unter den Nazis, in der DDR und natürlich auch in der BRD, wo Texte als "staatsgefährdende Schriften" verboten wurden, die als kommunistisch eingestuft wurden oder Kritik an der Bundesregierung oder den Alliierten übten.
Noch heute werden hierzulande im Schnitt jährlich 300 Bücher verboten, 1995 etwa Bret Easton Ellisâ Weltbestseller American Psycho, der erst 2001, nach mehreren Gerichtsverfahren, freigegeben wurde. Fast alle großen Klassiker, von wie Goethes Werther über Flauberts Bovary über Proust bis Joyces Ulysses oder Nabokovs Lolita (zuerst in einem pornographischen französischen Verlag erschienen, weil niemand sonst es drucken wollte), haben z. T. turbulente Verbotsgeschichten aufzuweisen. Doch Fuld widmet sich nicht nur der westlichen Welt. Auch China, Russland und die islamischen Länder hat er im Fokus. Weltweit ist die Liste verbotener Bücher schier endlos und ständig kommen neue hinzu. Grund genug, ihnen und ihrer Geschichte endlich ein eigenes Buch zu widmen.

Über den Autor

Werner Fuld wurde 1947 in Heidelberg geboren. Er arbeitete viele Jahre als Literaturkritiker (FAZ, FOCUS) und veröffentlichte mehrere Biographien, so z.B. über Walter Benjamin, Wilhelm Raabe und Nicolo Paganini. Besondere Aufmerksamkeit erregte sein Buch Die Bildungslüge (2004). Als Herausgeber veröffentlichte er u.a. den Briefwechsel von Erich Maria Remarque mit Marlene Dietrich Sag mir, daß du mich liebst, zus. mit Thomas Schneider (2001) und Der Mona Lisa Schwindel (2011). Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helmut Barro TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
"1961 hat das Bundesgericht den von Felix M. Wiesner verlegten buddhistischen Roman JOU PU TUAN als "Pornographie" zur Verbrennung verurteilt. 1974 sollte der taoistische Roman DSCHU-LIN-YÄ-SCHI dasselbe Los erleiden. Dabei weht in diesen chinesischen Romanen eine Lebensweisheit, die uns heute nottut und wohltut. Tief besorgt über unsere dürftige Spätzeit erhebt der engagierte Verleger seine Stimme".

So der Klappentext der Streitschrift "Vom Tao der Hoffnung auf das alte China" von Felix M. Wiesner. Der schweizer Verlag "Die Waage" hat schon mehrfach mit Büchervebietung und -verbrennung gemacht - weil die verlegten Werke der Moral abträglich seien.

Die Zersetzung der Moral und des Anstands sind aber nur ein Grund, warum Bücher in allen Zeiten verboten wurden. Werner Fuld sammelt in seinem überaus lesbaren und einsichtigem Buch diverse andere Gründe und Beispiele dafür. Von der Angst der politischen Aufstachelung im monarchischen Frankreich und zaristischen Russland, über die Sorge um Machtverlust der katholischen Kirche durch Wissensbildung in den Unterschichten durch Lektüre seit den Zeiten des römischen Imperiums, bis hin zu Selbstzensur bei Verlagen und auch Autoren auf freiwilliger und erzwungener Basis findet sich ein buntes Panoptikum des Umgangs mit unliebsamem Schrifttum. Die DDR, die Bundesrepublik, die Vereinigten Staaten und auch der arabische Sprachraum bekommen ihr Fett weg; China ist, obwohl auf dem Klappentext hervorgehoben, nur durch wenige Randbemerkungen erwähnt, weswegen ich zur Einleitung dieser Rezension ein Beispiel gewählt habe, was mir am Herzen liegt und nicht in Fulds Buch auftaucht. Dass man heutzutage sowohl die schlimmen Jou Pu Tuan und andere, ehemals verbotene Werke frei beziehen kann, spricht für Fulds These, dass Verbote nie gewirkt haben, im Gegenteil - sie haben die verbotenen Werke erst interessant gemacht, teilweise sogar, obwohl sie in Wahrheit teilweise "schrecklich langweilige Epen" (S. 23) waren. Die Verbrennung war nur das äußerste Mittel, Bücher ungelesen zu halten; Sekretierung und Wegsperrung funktionierten eigentlich genauso gut (oder schlecht).

Der Autor hält seine Meinung nicht hinter dem Berg und wählt eine klare Sprache: Von "Dummköpfen" und "Ignoranten" ist da die Rede, von "erschreckender Inkompetenz" und "reaktionären Scharfmachern" - diese amüsante, witzige und mit frechen Anspielungen gespickte Schreibe macht das Buch zu einer sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Lektüre, die hauptsächlich aus Anekdoten besteht. Ein Beispiel gefällig? Mein Lieblingszitat von Seite 169:

"Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fielen im freien Europa die Zensurgesetze. In ganz Europa? Nein! Die von unbeugsamen Katholiken bewohnte Enklave Irland leistete dem Eindringen der Kultur weiterhin energischen Widerstand. Eine Liste der in Irland auch nach 1945 verbotenen Bücher ergäbe ein Lexikon der Weltliteratur. Mit dem protestantischen Massachussetts konkurriert dieser Hinterhof des Vatikan um den kulturell am weitesten zurückgebliebenen Ort der zivilisierten Welt."

Die Hardcover-Ausgabe des Galiani-Verlags gefällt auf jeder Ebene: Ein sehr schön gestaltetes Cover mit geprägten Zensurstrichen, dickes Papier und ein angenehmes Druckbild mit viel Weißraum.

Eine hochinteressante Lektüre, die gerade in Zeiten, in denen die Freiheitsrechte weniger vom Staat als von Konzernen und der Wirtschaft eingeengt werden, aktuell ist; und darüber hinaus auch für jeden Leser, der sich für das Lesen an sich interessiert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bonnie
Verbote gab es, seit die Schrift erfunden wurde. Erstaunlich ist und das belegt Fuld in seinem spannenden Buch, dass Verbote nicht die Ideen ausrotten konnten, für die das beanstandete Werk verbrannt oder sonstwie vernichtet wurde. Selbst wenn der Verfasser, wie immer wieder geschehen, mit auf dem Scheiterhaufen landete. Was allerdings am Anfang dieses fundierten und tiefgreifenden Streifzugs durch die Geschichte der verbotenen Bücher noch anekdotisch daherkommt, wird mehr und mehr beklemmend, wenn wir in die Neuzeit kommen. So wie sich die Verbreitung von Information und Ideen erst durch den Buchdruck bis hin zu den neuen Medien vervielfältigt hat, vervielfältigen sich die Versuche zur Unterdrückung. Die Einschränkung, was Autoren noch schreiben können, wird nicht, wie viele denken, kleiner, sondern immer grösser. Nach dem heutigen "Persönlickkeitsrecht", wären die Buddenbrocks sicher schnell und endgültig auf dem Index gelandet. Oder Thomas Mann hätte erst gar keinen Verlag gefunden, der das Risiko eingegangen wäre, ihn zu veröffentlichen. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, es macht Lust, das eine oder andere wieder zu lesen oder neu zu entdecken. Und es zeigt deutlich, dass Verbote zwar Ideen nicht unterdrücken können, aber auch, dass Literatur nur dann entstehen kann, wenn das Recht auf Meinungsfreiheit ernstgenommen und durchgesetzt wird. Insofern ist es gerade bei der aktuellen ACTA-Diskussion ein wichtiger Beitrag, das viele Argumente liefert, warum jede Zensur - selbst wenn sie mit den besten Absichten geschieht - schädlich ist.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von RockBrasiliano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Ich muss sagen, dass ich seit langem kein so spannendes Sachbuch mehr gelesen habe. "Das Buch der verbotenen Bücher" geht ja schon ziemlich in die Breite, wenn man den Anspruch einer Art Universalgeschichte der unterdrückten Literatur betrachtet. Aber diese Mammutaufgabe scheint Werner Fuld gut gelungen zu sein, das Buch ist gut gegliedert, stimmig geschrieben und niemals langweilig. OK, ganz neue und umwerfende Erkenntnisse zu irgendeinem Gebiet enthält das Buch nicht, aber dafür eine sehr gute Zusammenfassung des aktuellen Erkenntnisstandes und einen doch etwas beängstigenden Ausblick auf neue Formen von "Zensur" in unserer "freien"(?) Wirtschafts- und Medienwelt. Da wird z.B. mal eben dem Sartre die Zigarette wegretuschiert, weil das doch ein schlechtes Vorbild ist (Ok, ein harmloseres Beispiel). Dann aber können Politiker (und andere) weil sie sich in ihren Persönlichkeitsrechten beschnitten sehen, mit Erfolg gegen Bücher vorgehen, die eigentlich von hoher gesellschaftlicher Relevanz sind. Wie sich das alles entwickelt bleibt abzuwarten... Die "Universalgeschichte des Verfolgten und Verfemten von der Antike bis heute." (Untertitel) ist jedenfalls für jeden Bücherfreund wärmstens zu empfehlen.
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