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5.0 von 5 Sternen
Das fast vergessene Buch des Nobelpreisträgers für Literatur, 30. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Buch eines einsamen Menschen (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch geht es um die Entwicklungsgeschichte eines modernen Chinesen. Der Protagonist wurde 1940 in Ostchina geboren, studierte in Peking französische Literatur. In der zeit der chinesischen Kulturrevolution assimiliert er sich bei der Annährung an das Regime. Er, der literarisch gebildete Mensch wurde dann wegen einer „Parteigeschichte" in ein Umerziehungscamp und danach in die Landwirtschaft verschoben. Dort erhält er schließlich einen Job als Lehrer, schreibt heimlich und schafft es schließlich auf Umwegen nach Hongkong und später nach Australien zu kommen. Heute lebt er in Paris im Exil.
Das Buch das von Gegenwärtigem und Erinnerungen berichtet zeigt an einem Individualschicksal letztendlich ein exemplarisches Massenschicksal. Und obwohl er mit der Geschichte der chinesischen Kulturrevolution sehr vorsichtig umgeht, scheint er von dem heutigen Regime nicht besonders gewünscht zu sein, denn in einer staatlichen Publikation über Literaturnobelpreisträger der letzten Jahre findet man für 1999 Günter Grass, das Jahr 2000 wird ausgelassen, es folgt 2001 Neipaul. Eigentlich könnten die Chinesen stolz auf Gao sein, denn er ist seit 100 Jahren der erste chinesische Nobelpreisträger. Den Nobelpreis erhielt er für diesen Roman.
Im Mittelpunkt des Romans stehen seine vielen Liebesbeziehungen. In diesen Intimgeschichten zeigt sich wie beweglich, wie stimmungsvoll das Individuum ist. Und es wird sehr prägnant herausgestellt wie sich dieses Individuum verändert wenn es aus der häuslichen Umgebung in den Staat hinaustritt. Er zeigt die politischen Fronten auf, die kommen und gehen, die aber immer bestrebt sind den Menschen gleichzuschalten und letztlich zu einer „Entmenschung des Individuums" führen. Das Spannungsfeld zwischen kollektiven und intimen Individuum, das Gao hier sehr eindrücklich schildert, zeigt aber auch das die sozialistische Idee Chinas verkehrt und unmenschlich ist.
Fazit: Ein sehr stimmungsvolles Buch , eine historische Lektion über die Geschichte Chinas einerseits und prägnant geschilderter, melancholischer Liebesgeschichten andererseits.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Perspektivenwechsel, 13. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Buch eines einsamen Menschen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch eines einsamen Menschen" wirkt zuerst mal unzusammenhängend, verwirrend und unstrukturiert. Hat das Buch einen roten Faden? Ja. Es beschreibt die Einsamkeit eines Menschen, ohne Pathos, ohne Wehmut, ohne Wertung.
Gao beschreibt Einsamkeit als einen neutralen Zustand, als Dasein eines Menschen im maostischen China, der ausbricht und Trost, nein Lust und Ablenkung bei Frauen sucht und dennoch einsam bleibt.
Gekonnt ändert Gao die Perspektive: du und er, Zeit und Ort, narrativ und philosophisch.
Ob damit der Nobelpreis gerechtfertigt ist? Mag sein. "Das Buch eines einsamen Menschen" ist jedenfalls Gaos bestes.
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4.0 von 5 Sternen
Interessant und einfühlsam, 6. September 2011
Sehr gutes Buch über die jüngere chinesische Geschichte, sowie über die Probleme der Menschen in diesem System.
Toll geschrieben, interessant und sehr ehrlich. Teilweise etwas langatmig.
Aber absolut zu empfehlen.
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