Nachdem ich mit der "unerträglichen Leichtigkeit des Seins" nicht viel anfangen konnte, schenkte mir ein besonderer Mensch dieses Werk vom Autor, mit der festen Überzeugung, dass mich das Buch der lächerlichen Liebe eher berühren würde. Das tat es.
Unterteilt in sieben Geschichten erzählt jede einzelne von einer anderen Liebe oder Sehnsucht. Von der Witwe, die ihren jugendlichen Liebhaber nach Jahren wiedertrifft, vom Ehemann, der ständig auf der Jagd ist oder vom alternden Doktor, der seine Sehnsucht nach einer Frau in einer schönen, eifersüchtigen Schauspielerin befriedigt sieht. Eines haben alle Protagonisten gemeinsam, sie lieben aufgrund einer bestimmten Vorstellung, die sie von der Liebe haben. Das kommt nach meiner Auffassung dem Gefühl, das Partner füreinander empfinden am nächsten. Alles reine Kopfsache.
In diesem Zusammenhang hat mich die Story im dritten Teil des Buches Fingierter Autostop am meisten beeindruckt. Ein junger Mann fährt mit seiner schamhaften, ängstlichen jungen Freundin in den Urlaub. Ihn fasziniert ihre Unbedarftheit, die sie von seinen bisherigen Frauen unterscheidet. Doch im Laufe der Autofahrt rutschen die beiden in eine Rolle hinein, er spielt den Mann, der eine Anhalterin mitnimmt, sie das verruchte, hemmungslose Luder. Dadurch ändert sich seine Sichtweise komplett. Für ihn verschiebt sich das Bild, das er von seiner schüchternen Freundin hat, und sie unterscheidet sich plötzlich nicht mehr von seinen vorherigen, austauschbaren Frauen. Sie wird für ihn uninteressant.
Diese Erzählung fand ich sehr aufschlussreich, denn sie spiegelt die Wirklichkeit wieder. Auch die anderen Geschichten befassen sich tiefgründig mit den Gefühlen in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Ein toller Buchtip!