Der Autor dürfte sich einiges bei Eoin Colfer und seinen Romanen rund um Artemis Fowl
Artemis Fowl 1-3 abgeschaut haben. Im Zentrum steht ein jugendlicher Held, der auf ca. 300 Seiten seine phantastischen Abenteuer erlebt. Doch während Artemis reich und arrogant ist, handelt es sich bei Samuel Faulker um einen ganz "normalen" Jungen mit hohen Identifikationspotential. Sam lebt mit seinen 14 Jahren bei seinen Großeltern, weil sein Vater nach dem Tod von Sams Mutter den Boden unter den Füßen verloren hat. Mit ihm zusammen lebt dort seine Cousine Lilli (nervig, doch im Laufe der Geschichte sehr hilfsbereit), die ihm neben Monk (der Erzfeind aus der Schule) das Leben schwer macht. Und natürlich gibt es auch noch SIE, nämlich Alice, die unerreichbare "Freundin".
Zum Glück begnügt sich der Autor damit, Sams Umfeld nicht zu ausführlich zu beschreiben, sondern kommt sehr schell zur eigentliche Sache: den Zeitreisen. Im Haus seines Vaters entdeckt Sam nämlich das steinerne Portal, welches dem Buch den Titel gegeben hat. Unabsichtlich aktiviert er es und macht kurz hintereinander drei Zeitreisen. Als ich das las, habe ich Böses vermutet; es wird hier doch nicht zu einer lieblosen Aneinanderreihung von kurzen Abenteuern kommen? Doch so ist es nicht. Dem Leser wird nur vor Augen geführt, welche Probleme es bei Zeitreisen geben kann. Und Sam bemerkt schnell, das sein Vater bei einer seiner Zeitreisen in große Probleme geraten ist. Sam will ihm helfen, doch der erste Versuch...
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist kurzweilig und spannend und auf den jugendlicher (!) Leser zugeschnitten. Als Erwachsener sollte man das nicht vergessen. Dann wird man viel Spaß mit dem Buch haben. Und der Cliffhanger am Ende lässt einem keine andere Chance, als sofort zu Band 2 zu greifen.