Kurzbeschreibung
Im Kriegsjahr 1943 flieht eine albanische Familie aus der faschistisch besetzten Heimat. Der jüngste Sohn, Luan, ist gerade mal zwei Jahre alt. Der Kahn mit dem Hab und Gut der Familie legt am makedonischen Ufer des Ohridsees an. 1945 ziehen die Flüchtlinge weiter und versuchen in der Hauptstadt Skopje Fuß zu fassen. Jahrzehnte später erbt Luan Starova die Bibliothek seines Vaters, die dieser in den letzten Jahren des Osmanischen Reichs als Student in Istanbul angelegt hatte und die seitdem von der ganzen Familie geschätzt wird. Da die Bücher und Handschriften jedoch ihre frühere Ordnung und damit einen Teil ihrer Bedeutung eingebüßt haben, beginnt Starova sich in die Bücher und die Gedankenwelt seines verstorbenen Vaters zu vertiefen. Wir entdecken das Leben der Eltern und das Schicksal einer kosmopolitischen Familie auf dem Balkan des stürmischen 20. Jahrhunderts. Die Bücher waren eine Quelle der Stille, des Trostes und der Orientierung in den Wirren der Zeit; zugleich boten und bieten sie einen einmaligen Leitfaden zum Labyrinth der Balkangeschichte. Ein Fernglas, ein Stalin-Porträt und ein silberner Spiegel aus dem Elternhaus stehen für Episoden der Familiengeschichte, die Starova auf gemütlich-melancholische Weise rekonstruiert. Heitere Anekdoten aus seiner Kindheit, etwa darüber, wie sich der kleine Luan mit der Schere in der Hand an die wichtigsten Familienunterlagen heranmacht. Der 1992 veröffentlichte Roman "Das Buch des Vaters" war das erste Werk seiner Balkansaga und zugleich Start für seine inzwischen auf zehn Bände angewachsene Romanedition.
Über den Autor
Luan Starova, 1942 in Albanien geboren, ist in Skopje, Mazedonien, aufgewachsen. Er war Professor für Romanische Sprachen an der dortigen Universität, Botschafter bei der UNESCO und ist heute Botschafter Mazedoniens in Paris. Seit 1971 erscheinen seine Romane, Gedichte und Essays in mazedonischer und albanischer Sprache.