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Das Buch der Niederlage: Herausgegeben und übersetzt von Wolfgang Kubin. Edition Lyrik Kabinett bei Hanser Gebundene Ausgabe – 4. März 2009

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Das Buch der Niederlage: Herausgegeben und übersetzt von Wolfgang Kubin. Edition Lyrik Kabinett bei Hanser + Gottes chinesischer Sohn: Essays
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 5. Auflage (4. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446232834
  • ISBN-13: 978-3446232839
  • Größe und/oder Gewicht: 14,5 x 1,5 x 21 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 798.587 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Eine schwarze Karte
Zu guter Letzt setzen Dohlen
die Nacht zusammen: eine schwarze Karte
Ich bin zurück - Heimreisen
sind immer länger als Irrwege
länger als ein Leben

Ich komme mit dem Herzen des Winters
Wenn Quellwasser und Honigpillen
zum Diskurs der Nächte werden
Wenn Erinnerungen jaulen
suchen Regenbögen Schwarzmärkte auf

Vaters Lebens?amme kommt der Bohne gleich
Ich bin sein Echo
Wie verabredet biege ich um die Ecken
ein Liebhaber aus alten Tagen, verborgen im Wind
und wirbelnd mit den Briefen

Peking, laß mich
anstoßen mit deinen Laternen
laß mein weißes Haar den Weg weisen
durch die schwarze Karte
ganz so wie ein Orkan, der dich ?iegen heißt

Ich stelle mich an, stelle mich an, bis der Schalter
schließt: Ja, lichter Mond
Ich bin zurück - ein Wiedersehen
ist immer weniger als ein Abschied
weniger als einmal

In Ramallah

In Ramallah
spielen die Alten am Sternenhimmel Schach
Ihre letzten Züge sind mal hell, mal dunkel
Ein Vogel springt aus dem Uhrengehäuse
und kündet die Stunde

In Ramallah
steigt die Sonne den Alten gleich über die Mauern
Sie durchstreift die Flohmärkte
und erhellt sich selbst
auf rostigen Kupfertellern

In Ramallah
trinken die Götter Wasser aus Tonkrügen
Bögen befragen einzelne Saiten nach dem Weg
Ein Knabe geht zum Horizont
das Meer zu beerben

In Ramallah
sät mittags der Tod
Vor meinem Fenster beginnt es zu blühen
Die Bäume trotzen dem Wirbelsturm
der ursprünglichen Form alles Ungestümen

Die Rose der Zeit

Wenn die Wächter tief schlafen
machst du kehrt und mit dir der Orkan
Was die Umarmung ?ieht, ist
die Rose der Zeit

Wenn der Weg der Vögel den Himmel bestimmt
schaust du zur Abendsonne zurück
Was schwindend erscheint, ist
die Rose der Zeit

Wenn Messer sich im Wasser krümmen
überquerst du auf Flötentönen Brücke um Brücke
Was verborgen klagt, ist
die Rose der Zeit

Wenn Stifte Horizonte malen
wirst du vom Gong im Osten geweckt
Was widerhallend sich öffnet, ist
die Rose der Zeit

Einem Spiegel bleibt ewig dieser Moment
der Moment auf dem Weg zum Tor der Wiedergeburt
Dieses Tor öffnet sich dem Meer
der Rose der Zeit

Ein Lied von unterwegs

Im Vergessen zwischen Baum und Baum
da ist der poetische Angriff von Hunden
Am Ende der Reise ohne Grund
dreht die Nacht alle goldenen Schlüssel
Keine Tür öffnet sich dir

Woran eine Lampe sich hält, ist
das alte Gesetz des Winters
Ich gehe direkt auf dich zu
Du öffnest die Fächer der Geschichte
Verschlossen ist das Lied der Einsamkeit

Die Abendglocke befragt dich sorglos
Ein zweifaches Echo antwortet für dich
Die dunkle Nacht zieht ?ußaufwärts
Baumwurzeln geben insgeheim Strom
Dein Obstgarten wird licht

Ich gehe direkt auf dich zu
führe alle fremden Wege an
Wenn die Flamme den großen Schnee anprobiert
versiegelt der Sonnenuntergang das Reich
Das Buch der Erde schlägt ihn auf, diesen einen Moment

Für Vater

In der kalten Februarfrühe
eignet den Eichen letztlich das Maß der Trauer
Vater, vor deinem Bild
hütet allfälliger Wind die Ruhe des runden Tisches

Von der Kindheit her betrachtet
war, was ich sah, stets dein Rücken
Du hütetest schwarze Wolken und Schafe
längs des Weges, der zu den Monarchen führte

Schlagfertige Winde tragen Fluten herbei
Die Logik der Gassen geht tief ins Herz
Du rufst mich deinen Sohn
Selbst Vater, folge ich dir

Das Geschick, das in Hand?ächen rinnt
treibt die Gestirne in ihrer Umgebung voran
Unter männlich einsamem Leuchter
verdoppeln alle Dinge ihre Schatten

Uhrzeiger sind Brüder im Kampf, spitze Winkel
bilden sie, zwei wird zu eins
Donner trollt sich krank ins Hospital der Nacht
hämmert laut an euer Tor

Der lichte Morgen betritt wie ein Clown die Bühne
Flammen wechseln das Bettlaken für dich
Wo die Uhren stehenbleiben
saust das Wurfeisen der Zeit vorbei

Geschwind auf den Todeswagen
Ein Pfad für den Frühlingsdieb
Er fahndet nach den Schätzen in den Bergen
Flüsse umkreisen die Trauer der Lieder

An den Wänden verstecken sich Poster
Die Welt hat sich nicht geändert:
Frauen machen kehrt und gehen in die Nacht
Aus dem Morgen treten Männer hervor

Ein heiterer Himmel

Das Pferd der Nacht galoppiert über die Straßenlaternen dahin
In allen Landen herrscht Klage
Ich sitze an der Kehre des Jahrhunderts
Eine Tasse Kaffee: auf dem Sportplatz
?ndet ein Fußballspiel statt
Die Zuschauer springen auf und werden zu Raben

Ja, das Gerücht von der Niederlage
gleicht der Sonne am Morgen

Mit dem Älterwerden ist es wie mit dem Emporsteigen
Es führt mich ein Stockwerk höher
In den Wolken rühren die Heiligen die Trommel
Fischerboote schneiden den Ozean entzwei
Bitte, diesen Moment zu falten, immer dem Horizont nach
damit der Mais, damit das Gestirn eines sind

Gottes enttäuschte Arme
drehen sich auf dem Zifferblatt

Das Allererste

Tag und Nacht nehmen Abschied im Wipfel hoher Bäume
Flügel holen die letzten Strahlen ein
In den Wellen mit ihrem versteckten Frühling gehen die Schiffe
Der Tod dreht am inneren Kompaß

Die Erinnerung ist ein Despot, sie hält sich
an keinen Zeitrahmen, sie schlägt die Glocke – Heimweh
Der Polizei auf der Suche nach dem Sturm
wird schwindelig bei der Identi?zierung von Fingerabdrücken des Lichts

Am Teich erholt sich der Himmel von seiner Verletzung
Sterne reservieren Plätze für die Nachtvorstellung
Eine Waise führt blinde Gesänge an
Sie heißt am Paß den Mond willkommen

Das Allererste hat keinen Namen
Flüsse gleichen Fahrpläne an
Es öffnet die Sonne ihren blendenden Schirm
um dem Fremden das Abschiedsgeleit zu geben

Ein Kollege

Das Buch ist schwer, es sinkt wie ein Anker
tief in die Deutung von Überlebenden
Dein Gesicht gleicht einer Uhr an fernem Gestade
Ein Gespräch ist unmöglich
Worte treiben eine Nacht lang übers Meer
Am Morgen ?iegen sie plötzlich auf und davon

Gelächter fällt in leere Schalen
Am Eisenhaken der Metzger dreht sich die Sonne
Der erste Bus fährt zur Post am Ende der Felder
Ja, der König des Abschieds
inmitten dieser grünen Variationen

Der Blitz, Bote des Sturms
verirrt sich fern den Tagen der Blüte
Ich folge dir auf Schritt und Tritt
vom Hörsaal bis zum Sportplatz
Unter ausschlagenden Pappeln
schrumpfend geht ein jeder seiner Wege

Eine Übergangsperiode

Wer aus der Tiefe des Ozeans zurückkehrt
bringt den Code vom Sonnenaufgang mit
Hundert mal tausend Pferde, blaugefärbte Stille

Glocken sind das taube Ohr der Zeit
Ihr Dröhnen kehrt das Wochenbett um
Elektrische Schatten stehen auf

Der schmale Strom, vom Himmel kommend
gleitet durch den Dattelhain, eines Händlers erste Liebe
Das Abendrot erlischt da gerade in seinem Gesicht

Überall prägen sich der dunklen Nacht chinesische Zeichen ein
Auf dem Bildschirm schnappen die Krokodile des Kongo
nach der Blase von Träumenden

Stäbchen liegen auf den vollen Bögen der Eßschalen
und der Koch entfernt mit einem Schnitt
den Morgen aus dem Gehirn eines Hahns

Eine grüne Lampe
Für Fred Wakeman

Der abnehmende Mond im alten Land
sinkt in einen tiefen Teich
schwer wie die Steine dort
Du mauerst Worte in Geschichte ein
damit der Flußlauf eine Wende nimmt

Blumen, viele Male erblüht
betreiben den Aufstieg und Fall von Dynastien
Eine Krähe, das ist ein Trommelschlag
Herrscher spinnen Fäden wie die Raupen
Sie weben lange Rollen für dich

Schönheiten soviel als Wolken
begleiten die innere Fahrt
Eine grüne Lampe eröffnet...

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Eine schwarze Karte
Zu guter Letzt setzen Dohlen
die Nacht zusammen: eine schwarze Karte
Ich bin zurück - Heimreisen
sind immer länger als Irrwege
länger als ein Leben

Ich komme mit dem Herzen des Winters
Wenn Quellwasser und Honigpillen
zum Diskurs der Nächte werden
Wenn Erinnerungen jaulen
suchen Regenbögen Schwarzmärkte auf

Vaters Lebens?amme kommt der Bohne gleich
Ich bin sein Echo
Wie verabredet biege ich um die Ecken
ein Liebhaber aus alten Tagen, verborgen im Wind
und wirbelnd mit den Briefen

Peking, laß mich
anstoßen mit deinen Laternen
laß mein weißes Haar den Weg weisen
durch die schwarze Karte
ganz so wie ein Orkan, der dich ?iegen heißt

Ich stelle mich an, stelle mich an, bis der Schalter
schließt: Ja, lichter Mond
Ich bin zurück - ein Wiedersehen
ist immer weniger als ein Abschied
weniger als einmal

In Ramallah

In Ramallah
spielen die Alten am Sternenhimmel Schach
Ihre letzten Züge sind mal hell, mal dunkel
Ein Vogel springt aus dem Uhrengehäuse
und kündet die Stunde

In Ramallah
steigt die Sonne den Alten gleich über die Mauern
Sie durchstreift die Flohmärkte
und erhellt sich selbst
auf rostigen Kupfertellern

In Ramallah
trinken die Götter Wasser aus Tonkrügen
Bögen befragen einzelne Saiten nach dem Weg
Ein Knabe geht zum Horizont
das Meer zu beerben

In Ramallah
sät mittags der Tod
Vor meinem Fenster beginnt es zu blühen
Die Bäume trotzen dem Wirbelsturm
der ursprünglichen Form alles Ungestümen

Die Rose der Zeit

Wenn die Wächter tief schlafen
machst du kehrt und mit dir der Orkan
Was die Umarmung ?ieht, ist
die Rose der Zeit

Wenn der Weg der Vögel den Himmel bestimmt
schaust du zur Abendsonne zurück
Was schwindend erscheint, ist
die Rose der Zeit

Wenn Messer sich im Wasser krümmen
überquerst du auf Flötentönen Brücke um Brücke
Was verborgen klagt, ist
die Rose der Zeit

Wenn Stifte Horizonte malen
wirst du vom Gong im Osten geweckt
Was widerhallend sich öffnet, ist
die Rose der Zeit

Einem Spiegel bleibt ewig dieser Moment
der Moment auf dem Weg zum Tor der Wiedergeburt
Dieses Tor öffnet sich dem Meer
der Rose der Zeit

Ein Lied von unterwegs

Im Vergessen zwischen Baum und Baum
da ist der poetische Angriff von Hunden
Am Ende der Reise ohne Grund
dreht die Nacht alle goldenen Schlüssel
Keine Tür öffnet sich dir

Woran eine Lampe sich hält, ist
das alte Gesetz des Winters
Ich gehe direkt auf dich zu
Du öffnest die Fächer der Geschichte
Verschlossen ist das Lied der Einsamkeit

Die Abendglocke befragt dich sorglos
Ein zweifaches Echo antwortet für dich
Die dunkle Nacht zieht ?ußaufwärts
Baumwurzeln geben insgeheim Strom
Dein Obstgarten wird licht

Ich gehe direkt auf dich zu
führe alle fremden Wege an
Wenn die Flamme den großen Schnee anprobiert
versiegelt der Sonnenuntergang das Reich
Das Buch der Erde schlägt ihn auf, diesen einen Moment

Für Vater

In der kalten Februarfrühe
eignet den Eichen letztlich das Maß der Trauer
Vater, vor deinem Bild
hütet allfälliger Wind die Ruhe des runden Tisches

Von der Kindheit her betrachtet
war, was ich sah, stets dein Rücken
Du hütetest schwarze Wolken und Schafe
längs des Weges, der zu den Monarchen führte

Schlagfertige Winde tragen Fluten herbei
Die Logik der Gassen geht tief ins Herz
Du rufst mich deinen Sohn
Selbst Vater, folge ich dir

Das Geschick, das in Hand?ächen rinnt
treibt die Gestirne in ihrer Umgebung voran
Unter männlich einsamem Leuchter
verdoppeln alle Dinge ihre Schatten

Uhrzeiger sind Brüder im Kampf, spitze Winkel
bilden sie, zwei wird zu eins
Donner trollt sich krank ins Hospital der Nacht
hämmert laut an euer Tor

Der lichte Morgen betritt wie ein Clown die Bühne
Flammen wechseln das Bettlaken für dich
Wo die Uhren stehenbleiben
saust das Wurfeisen der Zeit vorbei

Geschwind auf den Todeswagen
Ein Pfad für den Frühlingsdieb
Er fahndet nach den Schätzen in den Bergen
Flüsse umkreisen die Trauer der Lieder

An den Wänden verstecken sich Poster
Die Welt hat sich nicht geändert:
Frauen machen kehrt und gehen in die Nacht
Aus dem Morgen treten Männer hervor

Ein heiterer Himmel

Das Pferd der Nacht galoppiert über die Straßenlaternen dahin
In allen Landen herrscht Klage
Ich sitze an der Kehre des Jahrhunderts
Eine Tasse Kaffee: auf dem Sportplatz
?ndet ein Fußballspiel statt
Die Zuschauer springen auf und werden zu Raben

Ja, das Gerücht von der Niederlage
gleicht der Sonne am Morgen

Mit dem Älterwerden ist es wie mit dem Emporsteigen
Es führt mich ein Stockwerk höher
In den Wolken rühren die Heiligen die Trommel
Fischerboote schneiden den Ozean entzwei
Bitte, diesen Moment zu falten, immer dem Horizont nach
damit der Mais, damit das Gestirn eines sind

Gottes enttäuschte Arme
drehen sich auf dem Zifferblatt

Das Allererste

Tag und Nacht nehmen Abschied im Wipfel hoher Bäume
Flügel holen die letzten Strahlen ein
In den Wellen mit ihrem versteckten Frühling gehen die Schiffe
Der Tod dreht am inneren Kompaß

Die Erinnerung ist ein Despot, sie hält sich
an keinen Zeitrahmen, sie schlägt die Glocke – Heimweh
Der Polizei auf der Suche nach dem Sturm
wird schwindelig bei der Identi?zierung von Fingerabdrücken des Lichts

Am Teich erholt sich der Himmel von seiner Verletzung
Sterne reservieren Plätze für die Nachtvorstellung
Eine Waise führt blinde Gesänge an
Sie heißt am Paß den Mond willkommen

Das Allererste hat keinen Namen
Flüsse gleichen Fahrpläne an
Es öffnet die Sonne ihren blendenden Schirm
um dem Fremden das Abschiedsgeleit zu geben

Ein Kollege

Das Buch ist schwer, es sinkt wie ein Anker
tief in die Deutung von Überlebenden
Dein Gesicht gleicht einer Uhr an fernem Gestade
Ein Gespräch ist unmöglich
Worte treiben eine Nacht lang übers Meer
Am Morgen ?iegen sie plötzlich auf und davon

Gelächter fällt in leere Schalen
Am Eisenhaken der Metzger dreht sich die Sonne
Der erste Bus fährt zur Post am Ende der Felder
Ja, der König des Abschieds
inmitten dieser grünen Variationen

Der Blitz, Bote des Sturms
verirrt sich fern den Tagen der Blüte
Ich folge dir auf Schritt und Tritt
vom Hörsaal bis zum Sportplatz
Unter ausschlagenden Pappeln
schrumpfend geht ein jeder seiner Wege

Eine Übergangsperiode

Wer aus der Tiefe des Ozeans zurückkehrt
bringt den Code vom Sonnenaufgang mit
Hundert mal tausend Pferde, blaugefärbte Stille

Glocken sind das taube Ohr der Zeit
Ihr Dröhnen kehrt das Wochenbett um
Elektrische Schatten stehen auf

Der schmale Strom, vom Himmel kommend
gleitet durch den Dattelhain, eines Händlers erste Liebe
Das Abendrot erlischt da gerade in seinem Gesicht

Überall prägen sich der dunklen Nacht chinesische Zeichen ein
Auf dem Bildschirm schnappen die Krokodile des Kongo
nach der Blase von Träumenden

Stäbchen liegen auf den vollen Bögen der Eßschalen
und der Koch entfernt mit einem Schnitt
den Morgen aus dem Gehirn eines Hahns

Eine grüne Lampe
Für Fred Wakeman

Der abnehmende Mond im alten Land
sinkt in einen tiefen Teich
schwer wie die Steine dort
Du mauerst Worte in Geschichte ein
damit der Flußlauf eine Wende nimmt

Blumen, viele Male erblüht
betreiben den Aufstieg und Fall von Dynastien
Eine Krähe, das ist ein Trommelschlag
Herrscher spinnen Fäden wie die Raupen
Sie weben lange Rollen für dich

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENTTOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 21. November 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Bei Dao, bürgerlicher Name Zhao Zhenkai, schreibt vornehmlich Lyrik, Essays und Erzählungen. Auf Grund der politischen Gegebenheiten der 70 er Jahre des letzten Jahrhunderts, Zeit der Kulturrevolution entstand die Literatur von Dao Bei mehr oder weniger imUntergrund und war vornehmlich einer selektiven Leserschaft vorbehalten, die sich bei der Lektüre großen Gefahren aussetzten. Daos Gedichte sind dann als Exilliteratur in den USA entstanden. Daos Name wurde berühmt durch die Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung 1989 am Platz des Himmlischen Friedens. Seither lebt er im Exil zur Zeit in Hongkong.
"Das Buch der Niederlage" dieser Lyrikband, sein jüngstes Werk ist von Wolfgang Kubin, Professor für Sinologie an der Universität Bonn, übersetzt worden.

Jeder Leser chinesischer Gegenwartsliteratur erlebt ein Wechselbad der Gefühle, mal ist man vollkommen ratlos, dann wieder glaubt man sich blind zu verstehen. Offenheit und Ambiguität, gespiegelt mit dem Stilmittel des Widersprüchlichen das sind Attribute die die Gedichte des großen chinesischen Lyrikers Bei Dao auszeichnen. Es ist für diesen Dichter der immer von einer anderen besseren Welt geträumt hat der einzig verbleibende Weg, um diese Welt in ihrer kontradiktorischen Diskrepanz zu eruieren.

Um welche Niederlage geht es vornehmlich in diesem Buch? Unsere gegenwärtige Welt wird von Geld und Macht regiert, deshalb sind nach Doas Meinung Schriftsteller zur Niederlage kondemniert. In seinen Werken hat er sich bemüht das alte Peking in dem er aufgewachsen ist aufzubewahren und eng verknüpft damit auch sein eigenes Leben mit all seinen geplatzten visionären Wunschvorstellungen lyrisch zu untersuchen, ohne jeden Schnörkel, ganz der Wahrhaftigkeit verpflichtet. Die Leidenschaft ist geblieben, der Blick auf die Dinge ist illusionsloser und evidenter geworden.
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