Perlentaucher.de
Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2000
Friedrich Wilhelm Graf kann diese neue Heilslehre nicht überzeugen. Er stellt fest, dass der Dalai Lama sich nicht mit der Begründung seiner Ethik aufhält, die er in seinem "Buch der Menschlichkeit" darlegt. In der "großen Moralpredigt" seien tibetanische Begriffe eingeführt, die sich nur eingeschränkt in moderne Sprachen übersetzen ließen und außerdem tendierten die hier dargelegten Argumentationen zum Zirkelhaften. Den Versuch des Dalai Lama, die christliche Religion mit dem Buddhismus zusammenzudenken, findet Graf problematisch, da seine neue Ethik am "unaufhebbaren Gegensatz zum okzidentalen Rationalismus" scheitern müsse. Seinen Aufruf, sich von der westlichen Egozentrik abzuwenden, habe der Dalai Lama selbst nicht befolgt, wie Graf konstatiert: "Fortwährend spricht er von sich in pronocierter Ich-Rede". Damit entsteht für Graf der Verdacht, dass der Dalai Lama sich selbst aus seiner Ethik ausnehmen und einen Sonderstatus für sich beanspruchen will.
© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Friedrich Wilhelm Graf kann diese neue Heilslehre nicht überzeugen. Er stellt fest, dass der Dalai Lama sich nicht mit der Begründung seiner Ethik aufhält, die er in seinem "Buch der Menschlichkeit" darlegt. In der "großen Moralpredigt" seien tibetanische Begriffe eingeführt, die sich nur eingeschränkt in moderne Sprachen übersetzen ließen und außerdem tendierten die hier dargelegten Argumentationen zum Zirkelhaften. Den Versuch des Dalai Lama, die christliche Religion mit dem Buddhismus zusammenzudenken, findet Graf problematisch, da seine neue Ethik am "unaufhebbaren Gegensatz zum okzidentalen Rationalismus" scheitern müsse. Seinen Aufruf, sich von der westlichen Egozentrik abzuwenden, habe der Dalai Lama selbst nicht befolgt, wie Graf konstatiert: "Fortwährend spricht er von sich in pronocierter Ich-Rede". Damit entsteht für Graf der Verdacht, dass der Dalai Lama sich selbst aus seiner Ethik ausnehmen und einen Sonderstatus für sich beanspruchen will.
© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Welcher Religion ein Mensch zugehört, spielt keine so große Rolle wie seine Bereitschaft, ein positiv gestimmter Mensch zu sein. Der Dalai Lama zeigt Schritt für Schritt den Weg dorthin, der im Einklang mit dem Individuum und der Umwelt steht: sich weniger auf sich selbst konzentrieren, sondern mehr auf die Gemeinschaft; Anteilnahme und Einfühlungsvermögen zeigen. Der innere Friede kann von jedem erreicht werden. Ein geistig-spiritueller Ratgeber - besonders für den westlich geprägten Menschen.
Über den Autor
Der Dalai Lama ist das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter. Der amtierende 14. Dalai Lama wurde 1935 geboren. Nach der Besetzung Tibets durch China floh er 1959 nach Indien, wo er seitdem im Exil lebt. Für seine spirituelle Arbeit und seinen Einsatz für den Weltfrieden findet der Dalai Lama Anerkennung in der ganzen Welt. Seine Bemühungen um die politische Unabhängigkeit Tibets sowie um dessen kulturelle und religiöse Identität wurden 1989 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.