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Das Buch der Illusionen
 
 
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Das Buch der Illusionen [Taschenbuch]

Paul Auster , Werner Schmitz
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 8 (1. Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499235269
  • ISBN-13: 978-3499235269
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (32 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 131.232 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Paul Auster
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die schillernde Welt des Paul Auster: Ein Professor, eine Blondine und ein Moment des Glücklichseins Professor Zimmer, bekannt aus “Mond über Manhattan”, ist ein gebrochener Mann, seit seine Frau und seine Kinder bei einem Flugzeugabsturz starben. Nur die Arbeit an einem Buch über einen 1929 verschollenen Stummfilmkomiker namens Hector Mann erhält ihn am Leben. Dann geschieht Seltsames: Manns verloren geglaubte Filme tauchen auf. Und eines Abends steht eine attraktive Blondine mit einem Revolver vor Zimmers Haustür. “Klüger kann Kino im Kopf nicht sein, kurzweiliger auch nicht.” (Brigitte)

Über den Autor

wurde am 3. 2.1947 als Nachkomme eingewanderter österreichischer Juden in Newark, New Jersey geboren. Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University New York (B.A. und M.A.) und fuhr danach als Matrose auf einem Öltanker zur See. 1971-74 lebte er in Frankreich, hauptsächlich in Paris. Nach seiner Rückkehr in den USA nahm er einen Lehrauftrag an der Columbia University an und arbeitete zusätzlich als Übersetzer französischer Autoren (Blanchot, Bouchet, Dupin, Joubert, Mallarmé, Sartre) sowie als Herausgeber französischer Literatur in amerikanischen Verlagen. Paul Auster lebt in Brooklyn, New York, ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder. Er erhielt Stipendien der National Endowment for the Arts (1977 für Lyrik, 1983 für Prosa), den France Culture Prix Etranger (1988) und den Morton Dauwen Zabel Award (1990).

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36 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Illusion und Wirklichkeit 21. April 2005
Format:Taschenbuch
David Zimmer, der Protagonist dieses Romans, ist ein Professor für vergleichende Literaturwissenschaften an einer kleinen Hochschule in Vermont. Im Laufe des Buches erfahren wir noch über Ihn, dass er neben seiner Lehrtätigkeit einige Bücher in wissenschaftlichen Verlagen publizierte und ansonsten ein ruhiges und beschauliches Leben in intellektueller und emotionaler Harmonie mit seiner Frau und seinen beiden Kindern verlebte.

Diese Idylle wird jäh durch eine Katastrophe unterbrochen: Bei einem Flugzeugabsturz kommen seine Frau und seine beiden Kinder ums Leben. Und wie so oft in Büchern von Paul Auster, dem Meister des Paradoxen, wird David Zimmer, dessen finanzielle Situation bisher nicht gerade als rosig zu bezeichnen gewesen war, durch die Entschädigungsleistung der Fluggesellschaft und Auszahlung einer längst vergessenen Lebensversicherung Millionär und somit völlig unabhängig von seinem bisherigen Lehrauftrag.

Dies nutzt Zimmer aus, um sich vom Rektor der Hochschule beurlauben zu lassen. Deprimiert, völlig vereinsamt und zurückgezogen, dem Alkohol anheim gefallen, dämmert Zimmer in seinem kleinen Haus hinter zugezogenen Gardinen dahin. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis er auf die eine oder andere Art sein Leben beendet.

An einem unbestimmten Abend sitzt Zimmer vor dem TV, zappt sich durch die Kanäle, ohne richtig wahr zu nehmen, was er sich dort im TV ansieht. Plötzlich zieht eine Dokumentation über unbekannte oder vergessene Stummfilmstars der 20-iger und 30-iger Jahre seine Aufmerksamkeit auf sich. Und was wie ein Wunder wirkt, bei einem Ausschnitt eines Stummfilms des Ihm unbekannten Victor Mann muss er zum ersten Mal nach fast einem halben Jahr seit dem Tod seiner Familie lachen. Dies wirkt auf ihn wie eine Initialzündung. Er will, ja muss mehr über diesen Mann erfahren. Obsessiv beginnt er, Recherchen über Victor Mann anzustellen und stellt fest, dass dieser kurz vor seinem Durchbruch in Hollywood eines Nachts vor 60 Jahren spurlos verschwand.

Victor Manns Stummfilme, 12 an der Zahl, galten lange Jahre als verschollen bis plötzlich von einem Unbekannten hervorragende Kopien seiner Filme an Filmarchive auf der ganzen Welt verschickt wurden mit der Bitte, diese interessiertem Publikum zugänglich zu machen. David Zimmer beginnt eine Reise, deren Ende allerdings völlig von dem abweicht, was Zimmer und der Leser erwartet.

Wie so oft bei Auster könnte man seinen Plot auf den ersten Blick mit einem Krimi verwechseln: Ein Mann verschwindet unter mysteriösen Umständen und ein anderer versucht, diese Umstände aufzuklären und falls möglich den Mann zu finden. Es ist nicht nur ein Kunstgriff Austers, ausgerechnet einen Stummfilmstar auszuwählen. Zimmer ist nach der familiären Tragödie sprachlos, nicht mehr kommunikationsfähig. Er lebt nur noch in einer inneren Welt, zu der er niemand anderem Zugang gewährt. Durch die Betrachtung der Filme Manns findet er zu seiner Sprache zurück. Detailliert bespricht Zimmer in seinem Buch „Die stumme Welt des Victor Mann" die Filme. Dabei begnügt er sich nicht nur mit Inhaltsangaben oder Rezension sondern beschreibt ausführlich, ja eindringlich die Ausstattung, Requisiten, Kameraeinstellungen, Beleuchtung etc. also quasi rekonstruiert das Drehbuch der einzelnen Filme, angereichert mit Anekdoten, auf die er während seiner Recherchen gestoßen ist.

Bei der Beschreibung der technischen Seite des Film kommen Auster seine eigenen Erfahrungen als Drehbuchautor z. B. der Filme „Smoke" und „Blue in the Face" zugute. Er spielt geschickt mit Requisiten des Films, die dann auch in der Lebensgeschichte Manns oder Zimmers auftauchen und dort eine entscheidende Rolle spielen. Auster erzählt hier nicht nur eine fiktive Biographie, sondern erschafft zwei so detaillierte Leben, dass es dem Leser schwer fällt, nicht der Illusion zu verfallen, es handele sich hier um real existierende Persönlichkeiten. Alle im Buch auftauchenden tragenden Charaktere erleben schwere persönliche Rückschläge. Alle haben etwas zu verbergen in Ihrem Leben. Alle ziehen sich auf die eine oder andere Weise aus der Welt zurück und führen fast das Leben von Eremiten oder Mitglieder einer geheimen Sekte. Was auf den ersten Blick als Zufall erscheint, ergibt im Lauf des Plots ein Muster, dass sich dem flüchtigen Beobachter nicht offenbart. Erst wenn man lernt, die Zeichen zu lesen, bekommt selbst die banalste Beschreibung einen tieferen Sinn. Der Buchtitel „Das Buch der Illusionen" bekommt so im Laufe der Lektüre eine völlig neue Bedeutung. War ich zuerst der Meinung, der Buchtitel beziehe sich auf die Relation von „Film" und „Wirklichkeit", wandelte sich im Laufe der Lektüre der Eindruck. Am Ende des Romans bleibt vielmehr die Frage offen: „Existiert etwas nur, wenn ich es sehe" und „Was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit".

Das Hörbuch wird hervorragend von Hans Peter Hallwachs gelesen. Durch seine Stimme wird die Atmosphäre des auf der einen Seite sachlich beschreibenden Schreibstils der Filme und der doch emotional berührenden persönlichen Schicksale der Protagonisten immens verstärkt. Er versteht es, jedem Charakter seinen persönlichen, individuellen Klang zu geben und schafft dadurch eine konsequente Identifikationsmöglichkeit für den Hörer.

Fazit: Für mich der bisher beste Roman von Auster. Unbedingt lesen oder hören!

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Paul Auster wurde 1947 in Newark, New Jersey als Nachkomme österreichischer Juden geboren. Er lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Siri Huvstedt, in Brooklyn, New York. Bekannt geworden ist Paul Auster durch seine New York Trilogie (1987/1989) und den Roman Die Musik des Zufalls (1990).

Der zehnte Roman Paul Austers: Das Buch der Illusionen, erschienen 2002, handelt über den Schmerz des Verlusts und die lindernde Kraft der Komik.

Dieser Roman der sich den Anschein dorkumentarischer Wahrheit gibt, ist eine Wundertüte bizarrer, wild bewegter, ineinander verschachtelter Geschichten. Sie arbeiten mit den melodramatischen Effekten des Kinos. Sie setzen nicht auf psychologische Glaubwürdigkeit, sondern auf die elementare Kraft des nicht vorhersehbaren Schicksals.

David Zimmer, Literaturprofessor mit perfekter Welt, verliert bei einem Flugzeugabsturz seine Frau, die beiden Söhne und den Lebensmut.

Zimmer merkt, dass in ihm noch etwas leben will, als er bei einem Stummfilm des Komikers Hector Mann lachen muss. Die Filme werden für ihn zu einer Brücke zurück ins Leben und vorwärts zu einer neuen Liebe. Gleichzeitig entfaltet Auster die Geschickte dieses Hector Mann, den er zum Auftakt 1929 unter mysteriösen Umständen verschwinden lässt.

Auster schafft eine derart plastische Zeichnung des Komikers und seiner Filme, dass im Kopf des Lesers plötzlich Filmszenen entstehen, die so lebendig wirken wie von Charlie Chaplin ' und die er natürlich nicht gesehen hat, gar nicht gesehen haben kann.

Auster verwebt die Geschichte dieser fiktiven Filme, die Geschichte ihres Machers Mann und die ihres Widerentdeckers Zimmer zu einem Kaleidoskop von echten und vermeintlichen Wahrheiten, bewussten und unbewussten Illusionen. Dabei knüpft er an die Fragen an, die ihn schon in seinen ganz frühen Büchern umgetrieben haben: Wer sind wir?

Was machen wir?

Warum leben wir?

Das große Thema dieses Romans ist das gewonnene und verlorene Leben, die gefundene, erfundene und verscherzte Biografie.

Das ist kein Spaß.

Denn Hector, Sohn galizischer Juden, geboren als Chain Mandelbaum auf einem Flüchtlingsschiff, erfindet sich in Hollywood als Latin Lover neu und bringt es zu frühem Ruhm, bis das Schicksal ihn von neuem dazu zwingt, ein anderer zu sein. So sind die Menschen dieses Romans rastlos bemüht, sich ihr eigenes Leben zu entwerfen und anzueignen.

Sie erreichen ihr Ziel immer nur im Augenblick, im Ganzen aber nie. So banal diese Erkenntnis auch sein mag, sie erwischt uns, wenn wir dieses Buch lesen, wie eine neue Erfahrung.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Mir hat an diesem Buch am besten gefallen wie Auster die verschiedenen Zeiten und Realitätsebenen miteinander vermischt. Eben noch im Hollywood der 20er und jetzt die Erzählung der Geschehnisse in der Beinahe-Gegenwart, gefolgt von einem Intermezzo in der Wüste von New-Mexico. Auster gelingt es spielend Filmzusammenfassungengen so mit der Rahmenhandlung und der eigenen Geschichte zu verschmelzen, dass man zwischendurch nicht mehr so recht weis, ob man nicht vielleicht doch im Kino sitzt. Wem "Mond über Manhattan" gefiel, der kommt hier sicher auf seine Kosten.
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