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Dann tauchen geheimnisvolle Briefe auf, die behaupten, dass Hector noch am Leben sei, gefolgt von einer geheimnisvollen Frau, die Zimmer mit gezückter Waffe auffordert, mit ihr auf die Farm des todkranken Mimen zu reisen. In völliger Abgeschiedenheit seien hier noch zahlreiche cineastische Meisterwerke entstanden, die bisher nur eine verschworenen Gruppe von Eingeweihten zu Gesicht bekommen habe -- und die 24 Stunden nach Hectors Ableben endgültig verbrannt werden sollen. Ein Wettlauf gegen die unaufhaltsam verrinnende Zeit beginnt, in dem sich Zimmer wieder neu verlieben darf und bis zur großen Katastrophe am Ende die Grenzen zwischen Tod und Leben, Fiktion und Wirklichkeit, Illusion und Wahrheit immer wieder fulminant durcheinander wirbeln.
Natürlich ist auch Das Buch der Illusionen wieder ein echter, postmoderner Auster geworden, der meisterlich mit den Versatzstücken des Entwicklungs-, Liebes- und Kriminalromans zu spielen versteht und in seitenlangen Filmbeschreibungen anschaulich ein ganzes Universum nie gedrehter Leinwand-Highlights heraufbeschwört. Bezeichnenderweise spielt der einzige von Hectors Filmen, den Zimmer noch vor ihrer Vernichtung sehen kann, im Kopf eines Mannes, der sich eine Geliebte fantasiert. Es gehört zum faszinierenden Vexierspiel von Austers Roman, dass man am Ende, nachdem alle Beweise vernichtet und alle Beteiligten außer Zimmer gestorben sind, selbst an ein Hirngespinst des traurigen Professors glauben will. Neben der Traumfabrik Hollywoods schafft ja immer noch die Literatur die größten Illusionen, und wenn Zimmers Geschichte auch nicht wahr sein sollte, so ist sie doch brillant erfunden. Auster nämlich hat seinem Helden eine großartige Stimme gegeben.
So bleibt nur abzuwarten, wie lange es wohl dauern wird, bis Das Buch der Illusionen seinerseits eine (hoffentlich kongeniale) Verfilmung erfährt. Stoff genug für einen abendfüllenden Kinoerfolg hat dieser großartige Roman allemal. --Thomas Köster
Ausgerechnet ein 1929 verschwundener Stummfilmschauspieler namens Hector Mann holt den schwer depressiven David Zimmer ins Leben zurück. Durch Zufall entdeckt dieser den Schauspieler im Fernsehen ... und muss lachen. Ein Ereingis von nicht zu unterschätzender Bedeutung, da Zimmer nach dem Unfalltod seiner Frau und seiner beiden Söhne nur noch dahinvegetierte. Die Beschäftigung mit dem schillernden Hector Mann, dessen Vergangenheit und plötzliches Verschwinden 1929 äußerst mysteriös bleibt, gibt Zimmer einen neuen Lebenssinn. Er schreibt ein Buch über ihn. Als für ihn alles abgeschlossen zu sein scheint, und er sich mit der Übersetzung von Chateaubriands Mémoires doutre-tombe beschäftigt, bricht erneut alles zusammen: Eine Frau, steht vor seiner Tür und behauptet, Manns Biografin zu sein, und dass Mann in New Mexiko todkrank lebe und ihn zu sehen wünsche. Da die Frau ihren Forderungen mit einer Pistole Nachdruck verleiht, braucht David Zimmer keine Entscheidung zu fällen. Er muss ihr folgen. In der Folge erfährt er von Alma, was Hector nach seinem Verschwinden passiert ist. Sein Leben mit seiner Frau Frieda bestand zu einem Großteil in der geheimen Produktion von Filmen, die nie an die Öffentlichkeit kommen durften. Nach seinem Tod sollten sie alle vernichtet werden!
Hans Peter Hallwachs, einer der bekanntesten Film- und Fernsehschauspieler, liest den komplexen Roman. Seine verhaltene, etwas distanzierte Stimmlage trifft sehr gut die Befindlichkeit des schwierigen Helden: erst zutiefst depressiv, dann skeptisch und am Ende mit der Erkenntnis einer tragikomischen Illusion konfrontiert. Entschieden hat der Zufall! Selbstverständlich gibt es auch kein Happy End! Ein Hörbuch, das man entweder mag oder man mag es nicht. Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 346 Minuten, 5 CDs. -- culture.text
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nur 24 Stunden - ein klassischer Auster,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Illusionen (Gebundene Ausgabe)
Nach zuletzt etwas irritierenden Veröffentlichungen ist dieses Buch endlich wieder ein Auster der "alten Schule" und hat alles, was auch seine früheren Werke ausgemacht hat: 1. Eine fast klassische Detektivgeschichte 2. Der Zufall als bestimmendes Lebens-Element 3. Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis Last not least beschreibt Auster im Buch der Illusionen minutiös einige Filme von Hector Mann. Und wenn dieses Buch sonst nichts taugte - eine Drehbuchvorlage für wenigstens drei gute Filme wäre es allemal. Unterm Strich eine spannende und gut erzählte Geschichte, eine Studie von Zufall, Selbstfindung und Unausweichlichkeit - und einfach ein gutes Buch. Für Auster-Freunde ein Muss, für alle anderen eine bedenkenlose Leseempfehlung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr als lesenswert!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Illusionen (Gebundene Ausgabe)
"Es gibt Gedanken, die den Geist erdrücken, Gedanken von solcher Macht und Hässlichkeit, dass sie einen kaputtmachen, sobald man sie denkt." (P.A. "Das Buch der Illusionen", Rowohlt, Hamburg 2002, S. 380).Paul Auster zwingt uns in seinen Büchern immer wieder, solche Gedanken zu denken, mehr noch, er denkt sie laut vor unseren eigenen Ohren und Augen bis zu ihrer letzten Konsequenz. Gerade das macht "Das Buch der Illusionen" mehr als lesenswert - wie alle Bücher Paul Austers. Die Sprache, die Bilder malt - die nicht nur Figuren, sondern ganze Filme lebendig werden lässt - der perfekte Umgang mit Illusionen, Phantasien und Realitäten - der uns den Reifungsprozess (oder doch den Verfall?) des Protagonisten verstehen und begreifen lässt. Man ist geneigt, mit diesem neuerworbenen Wissen, dieses Buch gleich noch einmal zu lesen. Und wenn DAS kein Kompliment ist...! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mein erster Auster - & sicher nicht mein letzter,
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Illusionen (Gebundene Ausgabe)
Ich kannte bislang Auster nur von den beiden Jarmusch-Filmen. Aber allein AUGGIE WREN'S CHRISTMAS STORY lieþ mich schon ahnen, dass das ein besonderer Autor sein muss, der so etwas geschrieben hat.Nun ist es halb drei nachts, und eben habe ich THE BOOK OF ILLUSIONS zum letzten (?) Mal zugeschlagen, nachdem ich die letzten 100 Seiten en suite gelesen habe. ýber den Inhalt haben sich andere hier schon beredt geÃuþert. Ich fÃge nur ganz subjektiv hinzu: Seit langem hat mich kein Buch so berÃhrt wie dieses. Den negativen Urteilen hier kann ich nicht folgen, und ich kann jeden, der dies liest, nur ermuntern, sich selbst ein Bild zu machen. FÃr mich ist dies ein Meisterwerk. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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