Das Liber Al vel legis ist vielleicht eines der wichtigsten Bücher, die im vergangenen Jahrhundert geschrieben (oder übermittelt) wurden.
Die extrem poetische Sprache macht es dem Leser nicht gerade leichter, das Gedankengut besser zu verstehen, weshalb nicht selten ziemlich seltsame Vorurteile dem Buch (und seinen Anhängern) ebenso zustandekommen, wie sich an ihm (dem Buch) ziemlich eigenartige Gruppierungen bilden, von Satanisten über Okkultfreaks bis hin zu eigenartigen Entwicklungsgruppen, die sich für die Krönung der Welt halten, während sie vierzig Zigaretten am Tag rauchen und sich gegenseitig mit Alkohol den Verstand raustrinken.
Das Buch selbst aber bleibt von all dem recht unbefleckt, denn es gibt die Anweisung, dass jeder Übersetzung eine Kopie des handschriftlichen Originals beigefügt werden soll, was gerade bei dieser Übersetzung mehr als wichtig wird, will man nicht dem Irrglauben verfallen, dass das, was da im Deutschen steht, tatsächlich so übermittelt wurde; es macht nämlich keineswegs immer Sinn!
Das Cover ist ziemlich übel, und das Buch selbst scheint nicht gerade eines der haltbarsten zu sein, so dass ich alles in allem der Ansicht bin, dass wenn jemand eine Übersetzung des Liber Al haben möchte, er sich besser an den Phänomen-Verlag wendet; deren Übersetzungen sind zwar kompliziert, aber wenigstens authentisch, die Bücher halten, und das Cover ist auch kreativer.