Emerald ist der erste Teil einer neuen Jugend-/Fantasybuchtrilogie auf den ich ganz zufällig in der Bücherei gestoßen bin. Nach dem Lesen fühle ich mich nun gut unterhalten und schließe das Buch daher recht zufrieden, auch wenn ich wirklich Probleme hatte in diese Fantasiewelt einzutauchen, ganz besonders am Anfang...
Zum Inhalt: Kate, Michael und Emma sind Geschwister. Bereits seit Jahren, genau genommen seit fast 10 Jahren, werden sie von einem Waisenhaus ins Nächste geschoben. Ihre Eltern haben die drei eines Nachts vollkommen unerwartet allein zurückgelassen.
Das neuste Waisenhaus ist mit Abstand das seltsamste. Erst treffen sie auf den geheimnissvollen Dr. Pym und bereits kurze Zeit später stecken sie in einem unerbitterlichen Kampf um drei magische Bücher, und sollen eine alte Prophezeiung erfüllen. Diese besagt nämlich, dass ausgerechnet Kate, Michael und Emma die magischen Bücher finden und retten müssen, ansonsten werden sie ihre Eltern nie wiedersehen können...
Zu Anfang des Buches wurde meine Euphorie sehr schnell gebremst. Als Leser musste ich bei den ersten 100 Seiten ca., pausenlos an die Narnia Geschichte denken, die doch irgendwie sehr ähnlich aufgebaut ist. Ich habe zwar kein Narnia Buch gelesen, dafür aber den Film gesehen und so kam ich irgendwie nicht richtig an den Parallelen vorbei.
Wieder geht es um eine wunderschöne, böse Frau, die ausgerechnet dem Jungen den Kopf verdrehen kann und ihn zu schlechten Dingen verleitet. Durch diese Beschreibungen bin ich immer wieder in die Narnia Geschichte zurückgefallen, wodurch es sehr schwierig für mich war in die gezeichnete Welt von John Stephens einzutauchen und das Buch als etwas eigenständiges zu betrachten.
Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich dann aber doch an die Situation und das Buch geht endlich in andere Richtungen, sodass die Geschichte (etwas verspätet) für mich dann auch richtig starten konnte.
Die Sprache ist recht einfach und schlicht, da die Geschwister viel in Dialogen sprechen und in gewissen Situationen logischerweise ganz kindlich auftreten. Jeder der Charaktere ist schön gezeichnet worden und hat seine ganz eigenen Eigenschaften, die vom Autor durch gute Beschreibungen und Handlungen auch sehr deutlich betont wurden. Als Leser kann man so mit jedem der Kinder ganz gut "anfreunden", da sie eben auch durchgehend sympathisch rüberkommen.
Die Handlung ist für ein Jugendbuch angemessen stramm gehalten, sodass in regelmäßigen Abständen irgendetwas spannendes passiert, immer gefolgt von einigen Seiten Beschreibungen, die die nächste "Aktion" einleiten. Das Buch ist dadurch immer unterhaltend und eben gelegentlich doch auch recht spannend, sodass man als Leser vom Geschehen mitgerissen wird. Die meiste Zeit hatte ich allerdings auch kein Problem damit das Lesen mal für etwas längere Zeit zu unterbrechen, sodass Emerald für mich kein Buch ist, was man vor lauter andauernder Spannung an gefühlt einem Tag durchlesen muss. Viel mehr gibt es erholsame Auf- und Abs, was dieses Buch zu einer super Zwischendurchlektüre macht.
Hauptthema in Emerald sind Zeitreisen und wie man die Vergangenheit verändern kann. Ich bin mir nicht sicher, ob die Ausführungen des Autors in dem Sinne komplett logisch waren, habe aber auch nicht im Detail darüber nachgedacht. Für Jugendliche bietet dieses Thema sicher einiges an Spannung und so wurde es recht gut in das Buch verpackt. Die Altersempfehlung 10-15 Jahre ist zu dem Thema sehr passend gewählt, da Jüngere durch die wechselnden Perspektiven und die wirren Erklärungen von Dr. Pym sonst sicher doch durcheinander kommen würden.
Das Ende fand ich sehr angemessen. Besonders gut sticht heraus, dass dieses Einstiegsbuch nicht mit einem heftigen Cliffhanger endet, wie man es inzwischen von vielen anderen Büchern gewohnt ist. Da der 2. und 3. Teil noch nicht erschienen sind, kann man als Leser jetzt gemütlich drauf warten, ohne sich pausenlos die Fingernägel abzuknabbern, weil man das Ende im 1. Teil so nicht akzeptieren konnte. Die Handlung um das Buch Emerald ist ersteinmal abgeschlossen. Gleichzeitig bleiben aber Fragen offen, die Stoff für die nächsten Bücher geben und die Neugier beim Leser wecken. Wirklich angenehm!
Für mich war dieses Buch eine wirklich nette Unterhaltung für Zwischendurch. Jugendlichen wird hier besonders viel geboten, sodass ich hier eine Kaufempfehlung uneingeschränkt aussprechen kann. Für die etwas Älteren ist es aber durchaus auch interessant, besonders wenn man einfach mal aufhört über Logik nachzudenken und sich einfach in die Welt dieser neuen Trilogie fallen lässt.
Einen Stern Abzug nur, weil es mir persönlich so extrem schwer fiel in das Buch reinzukommen und die Gedanken an die Narnia Geschichte hinter mir zu lassen. Ansonsten ein lesenswerter Zeitvertreib!