Koichi Tohei hat die Kampfkunst Aikido bei O Sensei Morihei Ueshiba erlernt, die höchstmögliche Graduierung erreicht und eine eigene Aikido-Ausrichtung begründet, in der Ki betont wird. Das Buch ist in Japan 1978 erschienen und gehört auch im deutschsprachigen Raum zur ersten Literatur zum Thema Ki überhaupt. Es mit gegenwärtigen Publikationen vergleichen zu wollen, wäre unangemessen. Dennoch beinhaltet dieses Buch selbst nach langer Zeit noch Werte. Nach der Einführung in die Ki-Prinzipien, die eigentlich zu jedem Buch von Koichi Tohei gehört, gibt es zwei autobiographische Abschnitte, um dann auf praktische Umsetzung der Prinzipien und Übung des Ki einzugehen. Dem Buch hätte herausgeberisches Engagement gutgetan, zum Beispiel ist der autobiographische Abschnitt zur Militärzeit kaum verständlich, wenn das geschichtliche Wissen um den Krieg und die damals in Japan vorherrschende Stimmung nicht einmal knapp, etwa als Anmerkung oder editorischer Anhang, angeboten wird. Denn Koichi Tohei macht sich mit seinem Ansatz für Möglichkeiten gewaltfreien Verhaltens und des rücksichtsvollen Umgangs zum Beispiel mit behinderten Menschen stark - obwohl die Kriegserinnerungen eher Schwank-Charakter haben, hätte auf Taubuisierungen hingewiesen werden können, die zum Teil noch bis heute anhalten, so dass Toheis gemäßigter und friedvoller Ansatz bei LeserInnen ohne Vorkenntnisse deutlicher werden kann. Auch bei der Ki-Atmung finden sich Vorgaben zum Anhalten des Atems nach den Atemphasen, was bei vielen Menschen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen könnte und auch nicht in jedem Werk Toheis gleich beschrieben wird. Die Werte des Buches liegen in seiner Einfacheit. Jedem Menschen kann sich nach wie vor durch dieses Buch der Zugang zu Ki erschließen. In einer vorhergehenden Rezension sind Bücher von Ulli Olvedi zur Ergänzung empfohlen worden, was sicher ein gangbarer Weg ist. Ich persönlich empfehle aber lieber die Werke von Bruce Frantzis, weil Frantzis meiner Meinung nach mit seinem Konzept des Auflösens den Ki-Weg vertieft und auch im Bereich der Leibenergien mehr Einfühlungsvermögen in Ki entwickelt. Ein grundlegender Impuls für Bruce Frantzis, nach China zu gehen, war das Bedürfnis, Morihei Ueshibas Verwirklichung von Ki zu folgen und dafür vor allem im Baguazhang zu suchen.