Auch in Corum hat es Michael Moorcock mal wieder geschafft zu beweisen, was für eine außergewöhnliche Phantasie er doch hat. Sich alle Farben und Formen vorzustellen, die er einem so präsentiert, ist manchmal gar nicht so einfach. Er ist im Grunde aber kein großer Charakterzeichner, vielmehr umschreibt er diese einfach und überlässt es dem Leser, die Reste auszumalen. Viele empfinden das als trocken, was wohl auch stimmt. Zwar erschafft Moorcock also keine Shakespeare-Charaktere, aber seine einmalige Begabung, für exzentrische, teils skurrile und liebenswerte Typen zeigt sich auch im Buch Corum. Jahry-a-Conel ist wohl mein absoluter Lieblings-Ewige-Held-Gefährte; der weise, undurchschaubare Jahry mit seiner geflügelten Katze Schnurri ist ein absolutes Highlight. Auch im zweiten Handlungspart begeistern der Zwerg Goffanon und Riese Ilbrec.
Besonders an Moorcock ist, dass er es wie kein Zweiter versteht, philosophisches Gedankengut in Mythologie zu verschmelzen. Wenn man Moorcocks Bücher gelesen und auch verstanden hat, dann sieht man die wahre Welt mit anderen Augen.
Im Buch Corum zeigt sich mal wieder, dass Michael Moorcock ein Revolutionär des Genres ist, wie es bisher keinen anderen gab und in seiner Klasse unschlagbar bleibt. Dem Buch Corum merkt man deutlich an, dass der Schriftsteller schon älter als dreißig war und auch seine Ideen ausgereifter sind. Mit eines der besten Bücher von Mr. Moorcock. Für Fans sowieso ein Muss