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Die Gedichte haben eine emotionale Betroffenheit und stehen mitten im Leben. Sie vermögen es, den Leser auf unterschiedlichste Weise zu berühren. Auf einer Reise nach Rußland und bei Freunden in Worpswede erlebt Rilke die Großartigkeit von Landschaft. In ihm erwächst der Drang, das richtige Schauen zu erlernen. Er will heraustreten aus dem Bekannten, aus dem schon gedeuteten, stets bemüht, den Übergang ins Leben zu vollziehen. Ergebnis dieser Erfahrungen ist Das Buch der Bilder. Rilke teilt die Sammlung in zwei Bücher mit jeweils zwei Teilen ein.
Motive des Frühlings, der Kindheit des ersten Teils, werden gefolgt von Motiven des Herbstes, des Sturmes, der Nacht. Sie drücken eine Hingabe an das elementare Leben der Natur aus, in der auch der Tod eine zentrale Rolle spielt. Der dritte Teil beinhaltet Stoffe aus Christentum und Geschichte. Richtiges Sehen heißt auch, sich nicht nur den schönen Dingen zu widmen, sondern sich auch den häßlichen Seiten des Lebens zuzuwenden. Und so öffnet sich die Lyrik, besonders im letzten Teil, in Rollengedichten wie "Der Bettler" oder "Das Lied des Aussätzigen" sowohl formal als auch sprachlich.
Rilkes Sammlung bietet eine Vielfalt an Texten, die -- selbst wenn Verzweiflung aus ihnen spricht -- am Ende doch stets das Leben eindeutig Bejahen. Seine Gedichte sind von zeitloser Schönheit, sie zu lesen bedeutet Genuß und Zuversicht zugleich. --Anne Hauschild -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Buch der Bilder - Der Titel ist Programm,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Buch der Bilder (Gebundene Ausgabe)
„Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleite/ mich verlierend, mir selbst aus der Hand...". Man sieht sie förmlich vor sich, die Menschen und Situationen, die Rainer Maria Rilke oft mit nur wenigen Zeilen hinaufbeschwört. Doch es ist mehr als nur ein Sehen. Die Liebende, Der Sohn, der Lesende - man sieht sie, man fühlt sich wie sie, man wird für kurze Augenblicke zu dieser Person. Fast werden sie einem zu Freunden, die deren kleine Eigenheiten man kennt und nicht mehr missen möchte. Im nächste Gedicht entführt Rilke einen in den Herbst, oder Sturm, man befindet sich auf einmal in einer anderen Landschaft, doch kommt einem alles so bekannt, so selbsterlebt, so wahr, vor. Diese treffenden Bilder, die oft mehr sagen als Photos oder lange Aufsätze, sind es, die meiner Meinung nach die Genialität Rilkes ausmachen. In manchen Gedichten drückt er genau das aus, was ich fühle, was ich sagen würde, fände ich nur die richtigen Worte dafür. Und das alles kommt mit einer ungeheuren Leichtigkeit, ja Eleganz, daher. Das „Buch der Bilder" ist in zwei Bücher unterteilt, die jeweils aus zwei Teilen bestehen. Die Gedichte des ersten Buches sind ausnahmslos kurz und leicht zugänglich. Dagegen sind die Gedichte des zweiten Buches zum Teil etwas schwerer zu verstehen, doch auch die Beschäftigung mit ihnen lohnt sich. Denn auch sie zeigen uns wunderbare kraftvolle Bilder, bis wir uns so fühlen wie Der Lesende: „Und wenn ich jetzt vom Buch die Augen hebe, wird nichts befremdlich sein und alles groß. Dort draußen ist, was ich hier drinnen lebe, und hier und dort ist alles grenzenlos"
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