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Nicht ohne Tränen zu lesen, 5. August 2010
1995 wünschte der Sinto Otto Rosenberg, dass seine Lebensgeschichte aufgeschrieben wird und die Leser dieses Buches können sich dazu beglückwünschen, dass dies Ulrich Enzensberger für ihn tat.
Denn Enzensberger entschied sich Rosenbergs Worte originalgetreu wiederzugeben und lediglich durch wenige, aber überaus sinnvolle und hilfreiche Anmerkungen zu ergänzen.
So berichtet Rosenberg bspw., dass er kurz nach seiner Ankunft in Auschwitz in eine "Maurerschule" kam, dort erlernte er das Mauern. Aus den Anmerkungen Enzensbergers erfährt man hierzu, dass das Arbeitskommando, welches die Krematorien in Birkenau baute, Maurerschule genannt wurde...
Der in dem Buch "Das Brennglas" geschilderte Lebensabschnitt umfasst ausführlich die Zeit zwischen 1935 und 1945, also die Zeit zwischen dem 8. und 18. Lebensjahr Otto Rosenbergs. Mit dem angeblichen Diebstahl eines "Brennglases" beginnt der Leidensweg Rosenbergs durch Gefängnisse, Konzentrations- und Vernichtungslager.
Auch wer meint über diese Zeit bereits genug gelesen zu haben, sollte dieses Buch zur Hand nehmen und es lesen. Klar, teilweise vielleicht auch schlicht werden die Greuel und der Überlebenskampf in den Lagern geschildert. Außerdem habe zumindest ich aus diesem Buch Dinge erfahren, die ich nicht für möglich gehalten hätte, etwa dass Sinti und Roma sich zumindest einmal erfolgreich in Birkenau gegen ihre Massenermordung zur Wehr setzen konnten.
Obwohl Rosenberg bereits 68 war, als die Erinnerungen aufgezeichnet wurden, spürt man durch die Erzählungen immer wieder die Fassungslosigkeit des 15, 16-jährigen jungen Menschen.
1946 oder 1947 kehrte Rosenberg nach Berlin zurück, wurde später erster Vorsitzender des Landesverbandes Berlin-Brandenburg der deutschen Sinti und Roma. Auch wenn es im Buch an keiner Stelle erwähnt wird, ist es für den ein oder anderen vielleicht interessant, dass die Schlagersängerin Marianne Rosenberg eine Tochter des im Jahre 2001 verstorbenen Otto Rosenbergs ist.
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6 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Errinerungen eines Sinto!, 18. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Brennglas (Taschenbuch)
In diesem Buch erzählt der Autor seine Geschichte aus der Nazizeit. Als Kind wurde er bereits verfolgt weil er ein Sinto war. Irgendwann landete er im KZ. Ein Schiksal das viele andere mit Ihm teilten. Das Buch ist Lesenswert.
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