Neu kaufen

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 3,89

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Das Brandopfer
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Das Brandopfer [Taschenbuch]

Albrecht Goes
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
Preis: EUR 6,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 8 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Mittwoch, 30. Mai: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.
‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Brandopfer
OA 1954 Form Erzählung Epoche Moderne
Mit seiner in einer schnörkellosen Sprache geschriebenen Erzählung Das Brandopfer ist es Albrecht Goes gelungen, die Problematik von Schuld und Nicht-Schuld während des Dritten Reiches für jeden erkennbar werden zu lassen.
Inhalt: Die Metzgersfrau Margarete Walker wird, nachdem ihr Mann eingezogen worden ist, von den Nationalsozialisten »zu einer besonderen Aufgabe ausersehen«: Man macht sie zur »Judenmetzig«. Die Juden der süddeutschen Kleinstadt dürfen ihre Fleischzuteilung nur noch bei ihr einkaufen. Dazu hat sie Freitagnachmittag zwischen fünf und sieben Uhr für die »nicht arische Bevölkerung« den Laden offen zuhalten. Sie versteht bald, was diese zeitliche Einschränkung für die Betroffenen bedeutet und bemüht sich zu helfen. Dabei erfährt sie von der Verzweiflung und Angst der Gedemütigten und droht selbst an ihrer Hilflosigkeit zu verzweifeln.
Als der Metzgerladen in einer Bombennacht Feuer fängt, beschließt Frau Walker, sich als Opfer darzubringen. Doch ein jüdischer Kunde, dem der Einlass in den Luftschutzbunker verwehrt worden ist, rettet sie im letzten Augenblick. In ihrem Gesicht bleibt allerdings ein Brandmal zurück, das als »Zeichen der Liebe, jener Liebe, welche die Welt erhält«, gedeutet wird.
Aufbau: Die eigentliche Geschichte setzt sich mosaikartig aus verschiedenen Elementen zusammen: Der Ich-Erzähler, Assistent an der Stadtbibliothek, wohnt nach dem Krieg als Untermieter bei Frau Walker. Er berichtet, was er aus Gesprächen mit der Metzgersfrau, aber auch durch Briefe und Mitteilungen Dritter über ihre Lebensgeschichte erfahren hat – eine Geschichte, die ihn – über seine Geliebte Sabine Berendson – auf sonderbare Weise mit seiner Vermieterin verbindet.
Sabines Vater ist ein jüdischer Verleger, dem es in letzter Minute gelungen war, nach England zu fliehen, während seine Tochter – als Arierin getarnt – in Hitler-Deutschland überlebte. In einen Brief an Sabine outet sich Berendson als der Mann, der Frau Walker in der Brandnacht vor dem Tod rettete.
Wirkung: Mit seiner Erzählung machte Goes deutlich, was von der im Nachkriegsdeutschland weit verbreiteten Aussage »Davon haben wir nichts gewusst« zu halten war. Da der Autor aber auf jede politische Analyse des Nationalsozialismus verzichtete und sich ganz auf die moralische Haltung seiner Figuren konzentrierte, fand er in der Bundesrepublik der 1950er Jahre sein Publikum. M. P. S.

Kurzbeschreibung

Eine Erzählung aus der Zeit der systematischen Verfolgung und Ausmerzung der Juden im Dritten Reich. Ort der Handlung: eine Metzgerei, von der zuständigen Parteidienststelle dazu ausersehen, einmal in der Woche, am Freitagabend (dem Vorabend des Sabbat), Fleisch und Wurst an die Juden der ganzen Stadt auszugeben - gemäß den doppelt reduzierten Rationen auf den besonders gekennzeichneten jüdischen Lebensmittelkarten. Es handelt sich also um jene Frist erzwungener und aufs äußerste eingeengter Getto-Existenz, die der Ausrottung vorausging. Das unbestechliche Zeugnis der Metzgerfrau schafft in der dichterischen Prosa gleichsam einen fesselnden Originalbericht von dokumentarischem Wert. Die Metzgerin ist in all ihrer Furcht und Schwäche ein barmherziger Mensch. Und da sie nichts Wirksames zu tun vermag gegen das letzte Unheil, schickt sie sich in einer Bombennacht zur stellvertretenden Selbstopferung an, zum Brandopfer. Durch sonderbare Umstände wird sie von einem Juden gerettet - weil ihm der Eingang in den Luftschutzbunker verwehrt worden war.

Über den Autor

Albrecht Goes, am 22. März 1908 in Langenbeutingen geboren, entstammte einer Pfarrersfamilie. Er absolvierte die theologische Ausbildung in Urach und im Tübinger Stift, wurde 1933 Pfarrer, ab 1942 Soldatenpfarrer. 1932 erschien sein erster Gedichtband, dem zahlreiche Lyrikbände, Erzählungen und Essays folgten. Der vielfach ausgezeichnete Autor - unter anderem erhielt er 1953 den Lessing-Preis der Stadt Hamburg - lebte über vierzig Jahren in Stuttgart-Rohr, bis zu seinem Tod am 23. Februar 2000. Goes' Werk wird seit 1940 vom S. Fischer Verlag betreut. So sind u.a. die Ausgabe »Aber im Winde das Wort. Prosa und Verse aus zwanzig Jahren«, die Erzählungen »Das Brandopfer« und »Das Löffelchen«, »Dichter und Gedicht. Zwanzig Deutungen«, »Mit Mörike und Mozart. Studien aus fünfzig Jahren« und der Sammelband »Vierfalt. Wagnis und Erfahrung« lieferbar. Zu seinem 90. Geburtstag traf er eine Auswahl aus seiner Lyrik: »Leicht und schwer. Siebzig Jahre im Gedicht«.

Auszug

Geschehenes beschwören: aber zu welchem Ende? Nicht, damit der Haß dauere. Nur ein Zeichen gilt es aufzurichten im Gehorsam gegen das Zeichen des Ewigen, das lautet: "Bis hieher und nicht weiter". Ein Gedenkzeichen, geschrieben - wohin und für wen? Ach, in die Luft schreibt, wer ihrer gedenkt, ihrer, deren irdisches Teil vergangen ist, Staub und Asche in Erde und Wind. Man hat vergessen. Und es muß ja auch vergessen werden, denn wie könnte leben, wer nicht vergessen kann? Aber zuweilen muß einer da sein, der gedenkt. Denn hier ist mehr als Asche im Wind. Eine Flamme ist da. Die Welt würde erfrieren, wenn diese Flamme nicht wäre.

»Wenn das mit dem Kinderwagen nicht dazugekommen wäre, hätte ich's wohl nicht getan. Lieber Herr, der Mensch ist stumpf, stumpfer als das Vieh. So ein Stück Vieh - ich weiß, wie das dreinsieht, wenn sein Stallgefährte unters Messer kommt, ich hab' oft genug in den Schlachthof mit hinaus- fahren müssen damals, als mein Mann im Feld war. ja, die Kreatur, die sieht drein. Aber wir, wir sagen: das sollte nicht - sein und sagen: aber das ist ja entsetzlich, und dann gewöhnen wir uns daran. ...

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de