Jason Bourne ist nach den Ereignissen um Treadstone 71 von der Bildfläche verschwunden. David Webb und seine Frau Marie St. Jaques leben seitdem unter Regierungsschutz in Maine, wo David wieder als Professor tätig ist. Wie bereits auf den letzten Seiten von „die Bourne Identität“ zu vermuten war, hat er auch große Teile seines Erinnerungsvermögens wieder zurückerlangt und seine andere Identität Jason Bourne aus seinem Kopf verdrängt. Als eine Mordserie in China schließlich mit dem Namen Jason Bourne in Verbindung gebracht werden kann und auch der Vizepräsident der Volksrepublik durch die Hand des Mörders stirbt, scheint es als hätte sich noch jemand anders die Identität Jason Bournes zugelegt.
Auf Anfrage hin, weigert sich David Webb jedoch die Behörden bei den Ermittlungen zu unterstützen. Kurz darauf stellt sich jedoch heraus dass wichtige Akten betreffend Treadstone dem britischen Geheimdienst geliehen und gestohlen worden sind. Zwar darüber aufgebracht sieht sich David Webb dennoch nicht veranlasst wieder in die Rolle Jason Bournes zu schlüpfen um sich seiner Kopie auf die Fersen zu heften. Dann wird seine Frau entführt und aus David Webb glaubt alles verloren zu haben. Bessessen von Hass und Rachegelüsten, wie vom Wunsch seine Frau lebend aus den Klauen ihrer Entführer befreien zu können, entschließt er zu handeln.
Zunächst rekrutiert er seinen alten Freund und Feind Alexander Conklin für seine Zwecke und ehe er sich versieht ist Jason Bourne wieder da, genauso wie Delta one, der gnadenlose Guerilla von Medusa. Könnte Carlos nicht seine Finger im Spiel haben, immerhin ist es in den letzten Jahren sehr still um Jason Bournes Erzfeind geworden? Still und heimlich begibt sich Jason Bourne mit Hilfe von Conklins CIA-Beziehungen nach Hongkong, der Stadt in der seine Frau festgehalten wird.
Dort begegnet er auf der Suche nach dem anderen Jason Bourne, einem alten Bekannten, von dem er kaum erwartet hätte ihn je wiederzutreffen. Phillipe d’Anjou, alias Echo, war einst ebenfalls bei Medusa gewesen und dabei so etwas wie Deltas Maskottchen. Wie sich herausstellt ist der neue Bourne ein Produkt von d’Anjou, welcher ihn mit den Methoden von Medusa ausgestattet hat. Doch der neue Bourne hat sich von seinen Mentor losgesagt und steht nun getrieben von unbändiger Mordlust im Dienste von radikalen Kräften, die ihre ganz eigenen gefährlichen Pläne zu verwirklichen versuchen.
Der neue Jason Bourne, ein unehrenhaft entlassener Major eines britischen Sondereinsatzkommandos, ist viel eher der Psychopath, der der wahre Jason Bourne alias David Webb niemals war. Der zwielichtige Minister Sheng Chou Yang steht im Mittelpunkt der Verschwörung, in welche David Webb nun ungewollt hineingezogen wurde. Doch auch er ist nicht der der er vorgibt zu sein, denn hinter der Fassade des liberalen Politikers verbirgt sich ein Mann, der über Leichen gehen würde, nur um seine eigene Macht dadurch zu vergrößern und seine Pläne zu verwirklichen.
Zusammen beginnen Echo und Delta den neuen Jason Bourne zu jagen, mit tödlichen Folgen für alle Beteiligten…
Fazit:
In das Bourne Imperium reist David Webb immer wieder zurück in seine Zeit als Delta und man kann sich endlich ein genaueres Bild von dem von Hass, Rache und Verzweiflung getriebenen Guerilla machen, der er einst gewesen war. Zeitlich ist die Fortsetzung von „die Bourne Identität“ ungefähr Mitte der Achtzigerjahre angesiedelt und somit heutzutage nicht mehr ganz so aktuell wie einst. Aber sei’s drum, der Plot ist wieder hervorragend ausgearbeitet und bietet auf seinen an die 800 Seiten mehr als nur eine unerwartete Wendung der Geschichte. Es gelingt Robert Ludlum dabei nicht nur Spannung aufzubauen, sondern diese auch zu halten, obwohl er doch immer wieder genauer auf die Umgebung seiner Charaktere eingeht, ein Stilelement dass auch den zurzeit sehr bekannten Dan Brown stark beeinflusst hat. Diese genauen Recherchen über Lokalitäten und Gegebenheiten sind es, die die Bourne-Triologie so greifbar machen. Die häufige Verwendung von Fremdsprachen macht es zwar nicht unbedingt schwerer den Text zu verstehen, wirkt aber auch irgendwie so, als hätte man damit versucht hier und dort ein paar Übersetzungsfehler zu kaschieren. Alles in allem ist das Buch eine spannende und actionreiche Reise 20 Jahre in der Zeit zurück in eine fremde Welt, wie sie die meisten Europäer bisher noch nicht erlebt haben dürften.