Es nicht so sehr, dass es das Happy End nicht gab. Es nicht so sehr, dass auf einmal wie aus dem Nichts ein Fliegerangriff allem ein Ende bereitete. Es ist nicht die Gestalt, die fassungslos ein U-Boot in seinem Heimathafen sinken sieht.
Es ist die unbeschreibliche Menschlichkeit derjenigen, die für ein normales Leben, ein normales Glück, für ihr Überleben gekämpft haben. Da sind keine glorreichen Helden, da sind Menschen wie Du und ich. Da ist kein Ruhm, da ist eine bitter sich über Wasser haltende Hoffnung. Da gehen nicht Bruttoregistertonnen unter, da gehen Menschen unter.
Mit einem Einfühlungsvermögen und einer Persönlichkeit, die einmalig sind und die der trockenen und technischen Kriegsberichterstattung, wie sie heute wieder die Fernsehnachrichten beherrscht, und jedem noch so guten Geschichtsunterricht so unendlich weit überlegen sind, beschreibt Buchheim die Tragödie des U-Boot-Krieges. Eines Krieges, der technisch so vervollkommnet ist, dass man schnell vergisst, dass es Krieg ist, dass es grausam ist, dass da Menschen sind, die sterben, die leiden.
Es ist, dass es das Happy End nicht gab für die Menschen, die wir in einer großartigen, an Realität, Spannung und Mitgefühl nicht zu übertreffenden Erzählung kennengelernt haben; für die Menschen, denen wir es so sehr gewünscht hatten; weil sie keine Kriegsmaschinen waren, sondern weil es ganz normale Menschen waren; weil wir es selber hätten sein können.
Buchheim hat mit diesem Buch ein Bollwerk gegen den Krieg hinterlassen, das einmalig ist. Es ist gleichzeitig die Vorlage für einen großartigen Kinofilm, der wohl zu den besten deutschen Filmen und den besten Antikriegsfilmen überhaupt zählt. Auch, wer diesen Film gesehen hat, sollte nicht deswegen das Buch nicht lesen, er sollte gerade deswegen das Buch lesen. Weil es zu den besten Romanen der deutschen Nachkriegsliteratur zählt, weil es ein Mahnmal ist, weil es brilliant ist.