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Das Bohren harter Bretter: 133 politische Geschichten
 
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Das Bohren harter Bretter: 133 politische Geschichten [Gebundene Ausgabe]

Alexander Kluge
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (14. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422197
  • ISBN-13: 978-3518422199
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 146.602 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Alexander Kluge
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Diese Prosa, die zu Chruschtschow und Mussolini schaltet, zu Napoleon und Regisseur Stanley Kubrick, ist ein Strom aus unzähligen Quellen, der sich seinen Weg durch die Geschichte sucht und der von den Rändern kleinste Partikel Leben mitreißt, sie in Strudel verwickelt, sie auf dunkle Gründe sickern lässt oder sie unterwegs, an fremden Ufern, wieder ablegt – wie eine Botschaft, aus einem Zusammenhang in einen neuen Zusammenhang getaucht.«

(Hans-Dieter Schütt Neues Deutschland )

»Das Anekdotische seiner Arbeitsweise, in der das Große und das Kleine, das Öffentliche und Private nebeneinanderstehen, macht Kluges neues Buch zu einer überaus kurzweiligen, anregenden und unterhaltsamen Lektüre.«

(Profil )

»Alexander Kluge hat in Zeiten, in denen mit überwältigender Macht deutlich wird, dass Politik niemals alternativlos ist, das Buch der Stunde geschrieben. Ein Buch, das die Politik als erzählerisches Ereignis wiederentdeckt.«

(Volker Weidermann Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

»Kluge rüstet ab: formal und inhaltlich. Seine Sachlichkeit und Lakonie federn und vibrieren. Seine Kargheit reinigt, spült Schlacken fort und Pathos. Übrig bleiben Erkenntnis und Witz. Nüchtern, nie ernüchtert, arbeitet er an gegen das Verhängnisgeschehen auf allen Ebenen. Am Ende machen selbst die Wörter Politik und bilden ihre eigene Republik: Die Sprache.«

(Brigitta Lindemann WDR 3 )

»Diese 133 politischen Geschichten gehören auf den Frühstückstisch eines jeden passionierten Zeitungslesers. Kluge sieht mehr, weil er die richtige Mittellage zwischen Detail und großem Ganzen trifft.«

(Jens Bisky Süddeutsche Zeitung )

»Alexander Kluges sachlicher Erzählgestus macht sich gern in jene Gefilde auf, die durchsetzt sind vom Absurden. Das Unerwartete, kaum Glaubhafte, ist sein bevorzugtes Metier. Wie Johann Peter Hebel in seinen Kalendergeschichten (er)findet Kluge Ereignisse, die er nach einer ganz eigenen Rezeptur aufbereitet. Sie verleiht seinen Denkgerichten ihren unverwechselbaren Gehalt. Unaufgeregt und fast nebenbei versteht es dieser auf die Vernunft bauende Analytiker in seinem Buch, das von viel Zauber umgebene Geschäft der Politik zu entzaubern.«

(Michael Opitz Deutschlandradio Kultur )

»Vor allem bieten diese Geschichten aber die vertraute Kluge-Mischung, komponiert mit brüsken Schnitten, assoziativen Sprüngen, Untergrund-Verknüpfungen, die sich nicht immer gleich erschließen; philosophische Abstraktionen stehen neben ganz konkret-sinnlichen Geschichten von Leidenschaften mal authentischer, mal erfundener Figuren – Kluge ist der Meister des erfundenen Dokuments in der deutschen Literatur.«

(Sven Hanuschek Frankfurter Rundschau )

»Ein sehr schönes, sehr politisches Buch.«

(Kurt Kister Süddeutsche Zeitung )

»Seit je ist ja Kluges Metier, kleine Geschichten mit einer großen Aura von Bedeutsamkeit zu erzählen. So wurde er zu einem Denker des Sozialen und der Historie von ganz eigener Art. ... Aus Kluges Wagnis, Denken und Erkennen ganz anders anzugehen, entstanden schöne Lockerungen, neue Zugänge, Sichtweisen und Perspektiven.«

(Eberhard Falcke Die Zeit )

Kurzbeschreibung

Von Max Weber stammt der berühmte Satz, die Politik sei »ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich«. Von ihm ausgehend, untersucht Kluge in 133 Geschichten jene Werkzeuge, die politisch agierenden Menschen im harten Kampf um die Macht zur Verfügung stehen. Für intelligente Zähigkeit als Voraussetzung politischer Veränderung ist Max Webers Bohrer gewiß ein geeignetes Bild. Was ist aber ein Hammer im politischen Geschäft? Was heißt ›Feingriff‹? Und zuletzt führen alle Fragen auf die eine: Was ist dieses ›Politische‹ überhaupt? Inmitten der aufgeregten Debatten über Stuttgart 21 und Sarrazin behält Kluge kühlen Kopf. Ihn als Literaten interessiert die Frage: »Wie erzählt man davon?« Politik, sagt er, ist ein besonderer Aggregatzustand alltäglicher Gefühle. Sie ist überall. Sie bewegt private Lebensläufe ebenso wie die Öffentlichkeit. Und so behaupten sich in seiner Geschichte neben den Großen auch die Kleinen, Unbekannten, fast Namenlosen: Elfriede Eilers neben Perikles und Putin und die in 700 Meter Tiefe versunkenen chilenischen Bergleute neben Napoleon, Obama und Angela Merkel, der »Kanzlerin am falschen Ort«.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der berühmte deutsche Soziologe Max Weber hat einmal den Satz geprägt, die Politik sei "ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich". Wer die aktuelle Politik verfolgt und genau hinhört und liest, kann immer wieder bei den unterschiedlichsten Parteien und ihren Spitzenpolitikern Zitate dieses Diktums von Max Weber lesen oder hören. Dabei wird es nie in voller Länge zitiert. Auffallend ist, dass das Attribut "stark" meistens fehlt und immer nur auf das langsame Bohren von vor allen Dingen sehr dicken Brettern(das Maß der Bretter fehlt im Original) hingewiesen wird.

Auch die Leidenschaft, die man bei dieser langsamen Tätigkeit aufbietet, wird nie erwähnt, vielleicht auch deshalb, weil sie von kaum einem der Spitzenpolitiker noch wirklich gespürt wird.
Auf das Augenmaß allerdings wird immer öfter hingewiesen, zuletzt von Angela Merkel, wenn sie im Zusammenhang mit dem nun auch von der CDU und der FDP auf die Fahnen geschriebenen Atomausstieg von einer "Energiepolitik mit Augenmaß" spricht. Welche Kriterien und Einheiten dieses Maß bestimmen, das bleibt allerdings im Dunkel der Wirtschafts- und Lobbyinteressen und der innerparteilichen Meinungstaktik verborgen.

Alexander Kluge, seit Jahrzehnten einer wichtigsten und originellsten Intellektuellen in Deutschland, hat sich in dem hier vorliegenden neuen Buch jenes Diktum von Max Weber zur Vorlage genommen und fragt in "133 politischen Geschichten" nach den Werkzeugen, die politisch agierenden Menschen in der Vergangenheit und der Gegenwart zur Verfügung standen und stehen.

Doch Kluge betreibt keine Politikwissenschaft. Er fragt sich als Literat, wie man davon erzählen kann, wie sich das "Politische", mit dem er sich auch in seinem Gesamtwerk immer wieder beschäftigt (vgl. vor allem das mit Oskar Negt geschriebene große Werk "Geschichte und Eigensinn") beschreiben lässt. Dabei benutzt er wie schon damals einen weiten Politikbegriff. Kluge nennt die Politik einen "besonderen Aggregatzustand alltäglicher Gefühle". Sie sei überall anzutreffen und bewege die privaten Lebensläufe genauso wie die Öffentlichkeit.

In seinen hier vorliegenden, mit zahlreichen schwarz-weiß-Fotos versehenen politischen Geschichten erzählt er, einen weiten Bogen von der Antike bis zur aktuellen Gegenwart spannend, und berühmte wie unbekannte Menschen beschreibend, davon.
Es sind zum Teil sehr kurze Geschichten, voller Überraschungen und tiefer Erkenntnis, auf sprachlich hohem Niveau. Ihre Lektüre ist, wie bei Kluge sehr oft, ein intellektueller Genuss.
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Mann ist in einem Maße GEBILDET, dass es ein anstrengendes Vergnügen ist, seinen 133 Geschichten zu folgen, die er in "Das Bohren harter Bretter" versammelt hat. Aber er lässt diese Bildung zuweilen auch so weit raushängen, dass man beim Lesen drauf treten kann. Es geht in Alexander Kluges Band um Politik, auch um das, was beim Entwickeln von Politik an Schaum entsteht, und warum Ergebnisse von Politik so sein können, aber auch ganz anders. Und es geht ein wenig auch darum, dass der Autor den Weltweisen gibt: Abgeklärt, durch nichts mehr zu überraschen, wissend eben.

Mal tritt Mussolini auf, der sich scheute, ein hartes Brett zu bohren und prompt wird er verhaftet. Dann wieder rechnet Kluge vor, dass die Kanzlerin aus einem Potential von zwei Milliarden falscher Entscheidungen schöpfen könne, aber, weil eine Aschewolke aus Island sie einen ganzen Tag lang hinderte, sie 600.000 falsche Entscheidungen nicht fällen konnte. Und so wie man sich wundert, woher der Meister denn die Zahlen haben kann, so bewundert man die Chuzpe, mit der er sie in der Luft hält. Ganz selten verliert er bei seiner Jonglage die Contenance, so einmal, als er die Bevölkerung der damals gerade verblichenen DDR als "klageführende Eingeborene" bezeichnet.

Auch wenn er dem Sarrazin attetestiert, er habe "sich nie gescheut, harte Bretter zu bohren", obwohl dessen Brett hartnäckig am eigenen Kopf befestigt war und sein Bohrer zu gern im Fleisch anderer wühlte: In dem von Untergebenen, Ausländern, Missliebigen. Aber wenn er dann jemanden entdeckt und beschreibt wie Henning Tack, der noch 1989 "für die Partei" ein bisher unbekanntes Manuskript vom Marx ersteigert und es jetzt nicht mehr rausrückt, dann glaubt man ein feines Lächeln auf den Lippen Kluges zu lesen: Seht, sagt das Lächeln, so wundersam kann sich Politik entwickeln, so sehr kann subjektives Handeln mit der Geschichte verknüpft sein und doch keinen Einfluss auf den Gang der Dinge ausüben.

Es sind solche Zufälligkeiten, die Kluges Buch durchziehen und sie erscheinen gern als subjektive Momente, die dann doch der Geschichte entscheidende Wendungen geben können. So, wenn er den Leibarzt Hitlers zustimmend zitiert, dem zufolge der Krieg verloren ging, weil die Naziführung rücksichtslos gegen die Befindlichkeit der eigenen Körper handelte. Der ganze Krieg ein Ulk, vom Ulkus ausgelöst? Kluge kann und mag die langen Linien in der Geschichte nicht sehen, verweigert sich der Schnittkante von Zufall und Notwendigkeit, vielleicht, weil von dieser Denkfigur so häufig mechanisch Gebrauch gemacht wurde. Die Haltung des Autors erinnert hier stark an ein besonders dummes Erklärungsmuster der Finanzkrise: Es sei "die Gier" gewesen, die dazu geführt hätte. Als gäbe es kein Profitsystem, das ohne jede Leidenschaft lebensgefährlich wütet.

Im Buch finden sich auch zwei Texte von Reinhard Jirgl, dessen Schreibweise stark an Arno Schmidt erinnert und mit dem Begriff der "moneykürten" Hand des reichen Präsidenten Kennedy einen schönen Schmidtschen Höhepunkt erreicht. Wie Jirgl sich in einen, von der DDR bezahlten Agenten, der die sowjetisch-amerikanischen Verhandlungen in Wien begleitet, hineindenkt, das ist eine ganz bezaubernde literarische Leistung. Neben Jirgl erfreuen den Leser Miniaturen wie jene vom seltenen Bundestagsabgeordneten, der bewusst als ARBEITER in den Tag gewählt wurde und dann, als längst seine Ruhrgebiets-Industrie untergegangen war, noch elf Wahlkämpfe lang sein Mandat als ARBEITER behauptete. Alexander Kluge hat ein ganzes Buch voll von Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene vorgelegt: Amüsant, voll überraschender Kenntnisse, aber nicht aufregend, so spät am Abend.
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4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Es sind vor allem die kleinen Geschichten, die, in ihrer Gesamtheit, Geschichte (aus)machen. Ein endloser Fluss, in den wir alle irgendwie verwickelt sind.
Dessen Fährnisse kennend, lässt die Möglichkeit, nicht zum Treibgut zu werden, wenigstens in Aussicht stehen. Wenigstens im Kopf - da, wo jenes Tier haust: das Zoon Politikon. Das uns, nach der Lektüre oder bereits währenddem, vielleicht zuraunt: Politik ist nicht (wie etwa von derzeitigen Deutungs-Hoheiten derselben behauptet) alternativlos.
Und: Wenn sie es wäre, wäre es keine.
Freilich (wie Reinhard Jirgl in seinem Gastbeitrag erzählt): "In der Kultur der Frigidität ist die Pose bereits das Ganze."
Das kann man bedauern. Oder es sein lassen.
In etwa so
Regierung sagt: Wasser ist tief.
Ich kann sagen, einmal mehr nach diesem Buch: Okay. Aber das ficht mich nicht an.

Politik lebt von der Behauptung. Doch sie ist mehr, als nur ihre Außenhaut.
Sagt das Tier in meinem Kopf und prostet mir zu.
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