Inhaltsangabe:
Der Drache Fafnir wird erschlagen - doch nicht so, wie wir es aus der Überlieferung zu kennen scheinen, denn Fafnir kann sich noch einmal in die Lüfte erheben, bevor er in den Weinbergen vor Worms tot vom Himmel stürzt. Dies ist der Anfang einer Kette von unheimlichen Ereignissen, welche die Bürger von Burgund in Angst und Schrecken versetzen. Draugar - das sind lebende Tote - versammeln sich vor den Toren der Stadt und gehorchen einem unbekannten Willen. König Gunther und seine Ritter können die Draugar vorerst in Schach halten, doch wie lange noch? Hagen von Tronje, der in einem Kampf von den Draugar schwer verletzt wurde, will zusammen mit dem undurchsichtig erscheinenden Ritter Siegfried den Befehlshaber des gespenstischen Heeres finden und ausschalten. Doch hier wartet eine Überraschung auf sie ...
Der erste Satz:
Es war wohl im Frühsommer letzten Jahres, als bei Bauarbeiten in einem Kloster eine alte Mauer beschädigt wurde."
Meine Meinung zum Buch:
Diese Geschichte ist eine gelungene, neue Adaption des ersten Teils des Nibelungenliedes, mit einem spannenden Anteil von Actionszenen und überraschenden Horror-Elementen.
Die Geschichte nimmt sehr schnell Tempo auf und schon nach wenigen Seiten findet man sich in einem atemberaubenden Abenteuer. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, denn es ist eine der besseren Interpretationen der Nibelungen-Sage, von denen mir schon etliche weniger gute untergekommen sind. Die Idee, die Sage mit Horror-Elementen (damit meine ich die Draugar) anzureichern, ist für mich neu und zeigt die Sage einmal von einer anderen Seite. Der Autor setzt die Charaktere in überraschende Beziehungen zueinander, was die Lesefreude zusätzlich erhöht. Auch wenn man den Ursprungsstoff, das Nibelungenlied, nicht so gut oder gar nicht kennt, kann man diese Geschichte problemlos lesen - und vielleicht bekommt man danach sogar Lust, sich einmal mit dem Original zu beschäftigen.
Die Kampfszenen sind spannend geschrieben, aber nicht so detailliert ausgeführt, dass es zu Ekelszenen kommt. Das hat die Geschichte auch überhaupt nicht nötig, denn sie packt den Leser, so dass dieser auf jeden Fall wissen will, wie die Geschichte ausgeht und wer hinter den Draugar steckt. Auf die Lösung wäre ich übrigens nicht gekommen. Der Kampf gegen den Drachen Fafnir gleich am Anfang des Buches hat mich übrigens sehr mitgenommen - Fafnir tat mir total leid. :-(..
Die Charaktere der Hauptpersonen sind nicht immer bis ins letzte Detail ausgeleuchtet, aber das erwarte ich bei so einem actionreichen Buch auch nicht. Lange Hintergrundbeschreibungen hätten mich vermutlich eher aufgehalten und zum weiterblättern gebracht.
Die Geschichte ist in eine interessante Rahmenhandlung eingebettet und hat vom Autor auch noch eine spannende Einleitung bekommen, die mich sehr neugierig gemacht hat.
Für mich ist das ein klarer Buchtipp!
Grüße von Annabas