Kurzbeschreibung
Über den Autor
Auszug
In der Agäis, den 27. August A.D. 1248
Über den byzantinischen Kauffahrer brach das Erscheinen der Triëre wie ein finsterer Spuk am lichten Mittag herein. Einem höllischen Insekt gleich, glitt das Kampfschiff über die Wellen. Sein schwarzer Bug ragte über dem stahlblauen Meer wie ein dräuender Schatten um so schrecklicher auf, als die erschrockenen Griechen schaudernd erkannten, daß der unheimliche Gegner sich nicht mit Drohungen aufhielt noch zu Verhandlungen bereit war, sondern unerbittlich zum Rammstoß ansetzte ...
Mir schnitt das Eisen in den Unterleib. Ich wollte mit einem Sprung mein Gedärm retten, parierte den Schlag - und die Klinge fuhr mir ins Gekröse! Der Schmerz ließ mich stehend die Sinne verlieren.
Alles, was ich vorher und nachher an Leibes Not und Pein erlitt, verblaßte vor diesem Schnitt, der mir die Manneskraft nahm, ohne daß ich mir dessen bewußt war. Ich warf mein Schwert fort, um beide Hände in den gestochenen Schoß zu pressen, und öffnete meine Lippen zum Schrei, der nicht kam.
Das geschah mir jetzt unwillkürlich wieder angesichts der heranstürmenden Todesgefahr, doch diesmal blieb mein Gehirn bei vollem Bewußtsein, und ich hörte mich den sinnlosen Schrei ausstoßen: »Maire de Dieu! Die Triere der Gräfin!« Im selben Moment erkannte ich, daß es vor diesem Schicksalsstoß sowenig Rettung gab, wie mir nichts geschehen würde.