Hallo werter Lesefreund,
gestern habe ich mir den zweiten Teil von Gullermo del Toro und Chuck Hogans Trilogie "Das Blut" gekauft.
Ein Abend und eine halbe Nacht haben genügt um dieses wahrlich kurzweilige Buch zu lesen. Ich war bereits vom ersten Teil "die Saat" etwas enttäuscht, allerdings nicht in einem solchen Masse, dass ich nicht erfahren wollte wie die Geschichte weitergeht.
Vorab sei vermerkt, dass ich mich gefragt habe, was wohl mit den restlichen Seiten des Buchs geschehen ist. Das ist so zu verstehen, dass "Das Blut" deutlich kürzer geraten ist als "Die Saat" (395 Seiten / 524 Seiten). Wenn man nun bedenkt, dass die ersten 100 Seiten im Grunde ein aufarbeiten der Handlung aus dem ersten Teil ist, in welchem Zusammenhänge noch einmal erklärt werden verbleiben weniger als 300 Seiten für die Fortführung der Handlung. Wer von Ihnen die Handlung des ersten Teils noch weitestgehend im Kopf hat wird sich ähnlich wie ich die ersten 100 Seiten mächtig langweilen.
Handlung:
Die Vampire / Untoten / Strigoi (Del Toro und Hogan sollten einmal nachlesen, was z.B. ein Strigoi ist), übernehmen New York. Weiter Maschinen sind in allen möglichen Städten der Welt gelandet. Auf den Punkt gebracht die Vampire bzw. "der Meister" übernimmt die Welt. Was machen die Menschen? Nichts. Die Regierungen vertuschen oder verfälschen das Vorgehen und die Medien helfen mächtig dabei. Ephraim Goodweather hat ein Video als Beweis, bei Youtube eingestellt, welches allerdings nicht ernst genommen wird. Er wird zum Spinner abgestempelt und vom FBI, wegen Mordes an seiner Frau (sie wird vermisst) gejagt und öffentlich diskreditiert. So muss sich das Team um Ephraim Goodweather, den Kammerjäger Vassili und dem alternden Vampirjäger Sektarian selbst um das Problem kümmern. Gleichzeitig machen die anderen ("Guten"?) alten Meister den Hispanic "Gus" zum Vampirjäger für den Tag. Sie können natürlich nicht dulden, dass einer der ihren den alten Pakt verletzt und Chaos auf der Welt verbreitet. Gus der "Daywalker" (Ein Schelm wer sich an mehreren Stellen an den Film Blade erinnert fühlt) macht sich auf und rekrutiert ebenfalls ein eigenes Team von Vampirjägern unterstütze mit Mitteln, welche die Vampire im laufe von Jahrhunderten angesammelt haben.
Das Duo Hogan und Del Toro setzten wie im ersten Teil hauptsächlich auf kurze Kapitel mit jeweils kurzen Spannungsbögen. Der Hauptspannungsbogen, was ist der Plan des Meisters, wird endlos in die Länge gezogen. Das Ende des zweiten Teils ist etwas enttäuschend, weil es deplatziert wirkt. Mir vermittelte sich der Eindruck, dass man bereits wesentlich weiter mit der Trilogie war und nicht so recht wusste, wo man den Cut zwischen Teil 2 und 3 setzen sollte. Ein Indiz hierfür ist auch die relative Kürze des zweiten Teils. Traurig wenn man bedenkt, dass Teil 2 ebenfalls so viel kostet, wie der erste Teil, man aber deutlich weniger geboten bekommt.
Ich werde mir trotz der Schwächen den dritten Teil kaufen / leihen, weil ich nun soweit in der Handlung bin, dass ich wissen möchte wie diese zu Ende geführt wird. Dann werde ich allerdings den mir auferlegten konsequenten Bann aller Vampirgeschichten durchziehen. Auch bei dieser Trilogie hat man leider den Eindruck, das Hogan und Del Toro auf der anhaltenden Vampirwelle mitschwimmen möchten. Das der Stoff verfilmt werden soll und wird, erschließt sich einem nicht nur durch die Tatsache, dass Del Toro ein anerkannter und erfolgreicher Regisseur ist, sondern auch dass sich das Buch bereits wie ein Drehbuch ließt.
Für den, kurzweiligen, Zeitvertreib gibt es durchschnittliche *** Sterne. Da ich den ersten Teil kannte wusste ich was mich erwartet. Interessanterweise könnte man sogar Teil II lesen ohne den ersten zu kennen und würde die Handlung zu 90% verstehen. Absicht? Wer literarische Höhenflüge oder einen Perle für Herbstabende erwartet wird enttäuscht sein. Das Buch ist mehr Thriller als Horror, allerdings kommt es hier auch darauf an welches Gemüt das Buch in die Hand nimmt. Die Buchhändlerin erzählte mir an der Kasse, sie hätte nach dem ersten Teil nicht mehr einschlafen können so grauenerregend sei es gewesen. Ich sehe es anders.
Viel Vergnügen beim Lesen und mit freundlichen Grüßen