11 Megabyte?? Da ist doch was schiefgelaufen... der hat beim Download doch wieder mal abgebrochen... aber nach einem kurzen Check wurde mir klar, es ist tatsächlich so... nur lächerliche 11MB gross?? Nunja, mal sehen, ob dieses Open-Source-Miniprogrämmchen namens "Blender V2.45" auch was taugt...
"Miniprogrämmchen"... hahaha! Was sich als klitzekleine Ringelnatter tarnte, entpuppte sich nach dem ersten Programmstart als mordskapitale Anakonda! Von wegen Miniprogrämmchen: Dutzende Menüs, Regler, Buttons, Dials, Einstellfelder, Pull-Down-Felder, Bedieneroberflächen, Editoren, Viewports.... das konnte doch nicht wahr sein! Sowas kannte man doch bisher nur aus den F/X-Abteilungen der grossen Filmstudios! Wie kann sowas nur 11MB(!!) downloadgrösse haben? Dieses verdammte Biest ist unglaublich mächtig, das wurde mir schnell klar... Blieb die Frage: Wie steuer ich das Ungeheuer?
Zumindest bin ich 3D-mässig nicht unvorbelastet. Schon in den frühen 1990er-Jahren hatte ich mit "Reflections" auf dem Commodore Amiga erste Modelle konstruiert und gerendert... aber in den vergangenen 18 Jahren hat sich einiges getan. Und nun sass ich da ziemlich doof guckend vor meinem neuen...ähämm... "Miniprogrämmchen" und hatte keine Ahnung, wie es weitergeht.
Sicherlich, das WWW ist voll mit Blender-Foren, Tipps & Tricks und Anleitungen, aber ich brauche sowas neben mir liegend als Buch, ich kann nicht immer zwischen WWW-Foren oder PDF-Files und Programm hin- und herschalten.
Da kam mir "Das Blender-Buch" gerade recht. Nicht nur, weil es in Deutsch vorliegt, sondern auch schon gute Reviews bekommen hatte. Also, trotz des doch recht hohen Preises mal gekauft. Ich will "Blender" vor allem in den Griff kriegen, um endlich auch eigene 3D-Objekte und UV-Maps für die Weiterverwendung in DAZ|Studio (dessen Möglicheiten ich auch noch nicht voll ausgelotet habe) zu konstruieren.
Und der Aufbau des Buches ist wirklich klasse. Nach der Einführung in die Eigenheiten und den Aufbau von 3D-Welten (auch für den schon mit der Materie vertrauten Leser durchaus nochmal wieder lesenswert) gehts gleich zur ersten Übung, mit der man auch schon die programmässigen Eigenheiten von "Blender" etwas kennenlernt... und die bestehen nicht nur daraus, das mit der rechten Maustaste ausgewählt wird.
In den einzelnen Lektionen ist gut beschrieben, was man für einen entsprechenden Effekt oder Arbeitsteil tun muss und was dahintersteckt. So kann man das an den Übungsobjekten gelernte nachher auch auf eigene Konstruktionen anwenden... und wenn man nicht weiterweiss, einfach nochmal nachschlagen. Zusätzlich gibts immer noch eine Übersicht der Tastaturbelegungen am Seitenrand, so das man nicht immer in irgendwelchen Anhängen nachblättern muss. Auch gibts immer wieder Screenshots von den gerade verwendeten "Blender"-Menüs und Abbildungen der 3D-Objekte etc. in ihren jeweiligen Entwicklungsstadien.
Sicherlich wird dieses Buch auch nach dem "Lernen von Blender" in 1-2 Jahren immer noch neben meinem PC liegen, voller Post-It-Zettelchen und etwas zerlesen..."Ähäm... wie war das nochmal mit der Funktion XY?? Mal eben im Blender-Buch nachschlagen."
Einziger Nachteil des Buches sind die Übungsfiles, die man sich immer umständlich aus dem WWW "saugen" muss. Eine CD mit den Dateien beizulegen hätte doch wohl inzwischen auch nur ein paar Cent mehr gekostet und ist bei Computerbüchern inzwischen Standard. Bei einem Preis von 39 Euro ist sowas nicht akzeptabel, und dafür (und nur dafür) gibts dann auch den einen Stern weniger!
Fazit: Kaufen? Ja! Mit "Trial & Error" wie bei vielen anderen Programmen kommt man bei "Blender" ja nicht weiter, und nach dem Lernen hat man immer ein Nachschlagewerk, wenn man sich ncht mehr sicher ist oder etwas nicht klappen will.