Ich war sehr gespannt auf diesen Film u. nachdem ich ihn heute gesehen habe, muss ich sagen, er ist schon ganz schön dick aufgetragen bei genauerem Hinsehen, trotzdem ist er berührend u. unterhaltsam.
Am Anfang meint man es handelt sich um einen Film zum Thema Alzheimer, da die Hauptdarstellerin Hannelore Elsner bravourös eine solch demente Person darstellt. Doch nach u. nach kommt man dahinter, daß hier eigentlich auf zwei Ebenen ein Drama erzählt wird, das schon völlig abgedreht ist aus meiner Sicht, von mir nur soviel Marga alias Elsner mutiert zu "le monstre"...
Natürlich in der Vergangenheit.
War der Film an sich noch soweit OK, so ist das Ende einem Stakkato gleich, mit zuviel Handlung in zu wenig Zeit verpackt worden, so kann sich beim Betrachter leicht der Eindruck von Courths Mahler einstellen, auch der Satz "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" darf nicht fehlen, aus Hannnelore Elsners Mund dargeboten, bekommt er gleich ein ganz anderes Timbre und wird gleichsam philsophisch überhöht. Trotzdem bleibt er am Ende nur so banal wie er auch gemeint ist und wirkt in der Kulisse irgendwie grotesk.
Fazit: Der Film ist sehenswert, keine Frage, die Schauspieler sind sehr gut in ihren Rollen u. auch durchweg sehr gut besetzt, allen voran natürlich Hannelore Elsner, Caroline Herfurth u. Juliane Köhler. Warum man ausgerechnet Matthias Brandt für eine winzige Nebenrolle verpflichtet hat bleibt rätselhaft.
Die Geschichte von Marga u. ihrer Vergangenheit ist spannend u. gräßlich zugleich, hier sieht man einmal mehr wohin blinde Liebe führen kann.
Der Film schafft es immerhin, daß Marga einen zum Schluß nur noch anwidert irgendwie, insofern habe ich auch die Widmung "Für unsere Mütter" am Anfang des Films nach dem Ansehen desselben nicht mehr verstanden.
Sophie alias Juliane Köhler hatte die undankbarste Rolle, da sie bis zum letzten Drittel des Filmes mehr als Stichwortgeberin ausgenutzt wurde.
Was ich schade finde ist, daß der Film nicht wirklich ein Film über Alzheimer geblieben ist, wie zu Beginn eigentlich zu vermuten war, ich glaube, da hätte man sehr viel daraus machen können u. es wäre zeitgemäßer gewesen als diese krude Lovestory zu verfilmen.
Außerdem hätte der Schluß besser sein können. Trotzdem würde ich jedem Hannelore Elsner Fan raten "Schau' Dir den Film an!" Man sollte ihn wirklich gesehen haben.