Am Ende ist es unerheblich, ob man glaubt, Thomas Mann sei Täter, Mittäter oder lediglich Beobachter einer ihn traumatisierenden Tat. Auch wer nach der Lektüre glauben möchte, T.M. Schuldgefühl sei allenfalls hypochondrischer Art - es bleibt unbenommen.
Wichtig an diesem Buch ist, wie kenntnisreich Michael Maar das Spannungsfeld aus Wollust und Blut und Schuld aufzeigt, das T.M. über fast 60 Jahre in seinem Werk umwälzt.
Ohne Blut keine Wollust; ohne Schuld kein genialisches Schaffen.
Ob dieser sich durchs Werk ziehende Strang ein purloined letter ist; - oder ein versteckter Wunsch ist, es kenne ihn die Welt, damit sie ihm verzeihe; - oder dies alles nicht - es spielt keine Rolle: wer dieses Buch gelesen hat, dem werden sich die Bücher Thomas Manns in anderer Beleuchtung darstellen.
Die Frage, in welchem Lichte T.M. zu sehen ist, kann hernach jeder für sich beantworten.