7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ohne Blut keine Wollust; ohne Schuld kein Genius., 13. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Das Blaubartzimmer: Thomas Mann und die Schuld (Gebundene Ausgabe)
Am Ende ist es unerheblich, ob man glaubt, Thomas Mann sei Täter, Mittäter oder lediglich Beobachter einer ihn traumatisierenden Tat. Auch wer nach der Lektüre glauben möchte, T.M. Schuldgefühl sei allenfalls hypochondrischer Art - es bleibt unbenommen.
Wichtig an diesem Buch ist, wie kenntnisreich Michael Maar das Spannungsfeld aus Wollust und Blut und Schuld aufzeigt, das T.M. über fast 60 Jahre in seinem Werk umwälzt.
Ohne Blut keine Wollust; ohne Schuld kein genialisches Schaffen.
Ob dieser sich durchs Werk ziehende Strang ein purloined letter ist; - oder ein versteckter Wunsch ist, es kenne ihn die Welt, damit sie ihm verzeihe; - oder dies alles nicht - es spielt keine Rolle: wer dieses Buch gelesen hat, dem werden sich die Bücher Thomas Manns in anderer Beleuchtung darstellen.
Die Frage, in welchem Lichte T.M. zu sehen ist, kann hernach jeder für sich beantworten.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Maar liefert eine spannende Spur, 27. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Blaubartzimmer: Thomas Mann und die Schuld (Gebundene Ausgabe)
Über Thomas Manns Homosexualität kann der geneigte Leser in dessen Werk einiges erfahren. Offenbar hat der Dichter daraus nie ein Geheimnis gemacht, denn in seinen Büchern und Briefen wird das Thema immer wieder offen dargelegt, und auch die Familie Mann scheint eingeweiht gewesen zu sein. Wieso also nun fürchtete Mann so sehr um seine frühen Tagebücher, als sie sich in den Händen der Nazis befanden? Offenbar enthalten sie so Schreckliches, daß es der Öffentlichkeit unbedingt vorenthalten bleiben muß. Michael Maar geht dieser Spur nach und legt dabei eine Motivkette frei, die Ungeheuerliches ahnen läßt. Hat Thomas Mann ein Verbrechen begangen? War er Zeuge oder gar Opfer einer schrecklichen Missetat? Was bedeutet die Verkettung von Schuld und Lust in seinem Werk? Michael Maar spekuliert auf spannenden Wegen, muß aber letztlich den Beweis verwehren: Thomas Mann hat seine frühen Tagebücher vernichtet.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Eine reine Spekulation, nett geschrieben, 6. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Blaubartzimmer: Thomas Mann und die Schuld (Gebundene Ausgabe)
Wortgewandt und wortreich versucht der Autor etwas zu belegen, für das er kaum einen trifftigen Hinweis, geschweigedenn einen Beweis liefern kann. Mit Zitaten aus dem bekannterweise stark autobiographischen Mamutwerk Manns inkl. seiner Tagebücher soll dieser in die Nähe einer Bluttat gerückt werden, an der er selbst schuldhaft teilgenommen oder der er beigewohnt haben soll. Inhaltsschwacher aber nett geschriebener Aufsatz.
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