Das ist die Geschichte eines jungen Mannes, dessen Familie zur Nazizeit aus Frankfurt nach Amerika ausgewandert ist, und der nach dem Krieg in das zerstörte Frankfurt zurückkommt. Als erstes kriecht er dort in das Bett seiner ehemaligen Kinderfrau und tut das, was ihm am liebsten ist: nichts, oder allenfalls vor sich hin träumen. Doch was heißt hier Geschichte. Da ist dieser lethargische Stephan, und da sind vier Frauen, seine Mutter, die Kinderfrau, eine ehemalige Geliebte und ein spätes Mädchen, und zwischen denen schiebt ihn der Erzähler hin und her wie eine Billardkugel, durch Räume und Zeiten. Es geschieht wenig und wird doch unendlich viel erzählt, von Figuren und Episoden, von Erwartungen und Enttäuschungen, von Eitelkeiten und Eigenheiten; jedes Stichwort kann zum Anlaß für ein neues Histörchen werden, das sich auftut wie das Fensterchen eines Adventkalenders und uns Einblick in eine neue Zeit, einen neuen Schauplatz gibt, mitunter auch mit neuen Akteuren. All das dient vor allem als Vorwand, mit der Sprache zu spielen - altmeisterlich, in kunstvollen Perioden und mit atmosphärisch treffsicherem Vokabular, ganz selten auch ein bißchen selbstverliebt. Die Sprache zeigt hier, was sie leisten kann (wenn es einer mit ihr kann), auch da, wo sie ironisch gebrochen wird, jählings die Ebene wechselt und sich über sich selbst lustig macht.