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Das Beste, was wir hatten
 
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Das Beste, was wir hatten [Gebundene Ausgabe]

Jochen Schimmang
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Edition Nautilus; Auflage: 1. verb. Aufl. (24. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894015985
  • ISBN-13: 978-3894015985
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 176.829 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Jochen Schimmang
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Der Roman Das Beste, was wir hatten ist ein großartiges Buch, eine unaufdringliche Liebeserklärung an die alte Bundesrepublik, die Korff ebenso schätzt wie Isabelle von Borgward, Baujahr 1960, die ihren Geist erst aufgibt, als die Berliner Republik schon etabliert ist. (...) Das Beste was wir hatten : nichts weniger als ein Epochenroman. Und ein Lesevergnügen.« (Volker Hage, Der Spiegel)

»Und doch hat es der Roman weder auf den Marsch durch die Institutionen abgesehen noch auf linke Jugendideale, die ausprobiert und abgelegt werden. Es geht vielmehr um ein bundesrepublikanisches Stimmungspanorama, um einen atmosphärischen Abgesang auf das Provisorium, das mit seinem Bescheidenheitsgestus so rheinisch gewitzt daherkommt und dann doch von der preußischen Pompmaschine überrollt wird. (...) Das Beste, was wir hatten ist auch ein Wenderoman aus Westperspektive, der nach all den Ost-Untergangsgeschichten zeigt, wie der alte Westen implodiert. (...) Das Beste, was wir hatten bringt eine ästhetische Haltung ebenso selbstironisch wie clever auf den Punkt.« (Jutta Person, Süddeutsche Zeitung)

»Die Vergangenheit ist zwar kein Ort, den man aufsuchen könnte, aber sie wird auch in Schimmangs jüngstem Buch noch einmal beschworen, unaufdringlich und gelassen. Der Autor gilt längst als ein Archivar des Verschwundenen, und seine Figuren finden sich damit ab, dass sie nicht das Ziel der Geschichte sind. (...) Das Leben von Schimmangs Helden ist in einem philosophischen Sinn immer schon verfehlt. Sie sind, wie man so sagt, nicht ganz von dieser Welt. In diesem Schweben besteht für die Leser das Glück.« (Sabine Peters, Frankfurter Rundschau)

Kurzbeschreibung

Was geschieht, wenn man in der Mitte des Lebens von den politischen Ereignissen überholt wird und alles, was man bis dahin für selbstverständlich angesehen hat, ins Strudeln gerät? Jochen Schimmang erzählt die Geschichte von Leo Münks, Verfassungsschützer, und Gregor Korff, Ministerberater. Ihre Köln-Bonner BRD-Welt gerät mit der Wende ins Wanken: Gregor erfährt, dass seine große Liebe, die ihn Mitte der Achtzigerjahre plötzlich verlassen hat, ein Stasi-Spitzel war; und Leo Münks wird ein Freund aus Berliner Studententagen, der ein Germania-Denkmal in die Luft sprengen will, beinahe zum Verhängnis. Schimmang, der Archivar der verschwindenden Dinge, hat einen klugen und sehr spannenden Roman über die letzten Jahrzehnte der Bonner Republik geschrieben.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. M.
Format:Gebundene Ausgabe
Das erste Kapitel, "Der Schuppen", erfüllt noch die Erwartungen. Jochen Schimmang versetzt uns in die Zeit, in der irgendwie alles Spannende aus England kam, die Zeit der Beatles, der Profumo-Affäre und des großen Postraubs. Doch dann verlässt er die Spur der Jugenderinnerungen, die mehr als nur ein Hauch von Nostalgie umweht, und rafft die folgenden Jahre episodenhaft zusammen, ehe er seine Hauptfigur Gregor Korff in der Kohlära ankommen und in Bonn als Berater des Kanzleramtsministers (gemeint, aber nicht genannt ist Rudolf Seiters) Karriere machen lässt. Die Episoden handeln davon, wie Gregor "in Westberlin studiert hatte und bei einer der seltsamen kommunistischen Truppen gelandet war, von denen es damals so viele gab. Wie er durchs Fußballspielen Leo kennengelernt und seine Truppe verlassen hatte. Wie er sein Studium beendet und in Göttingen und später in Speyer gelehrt hatte, und wie er auf einer Tagung einen ranghohen Politiker kennengelernt hatte, der sein Chef werden sollte. Wie er von einer Frau, die er zu lieben glaubte, im Auftrag der Stasi bespitzelt wurde und wie das später herauskam. Wie er seinen besten Freund mit dessen Frau betrogen hatte und wie sie das schließlich beendet hatten. Wie sein Freund Carl in Schwierigkeiten geraten und verurteilt worden war. Wie sie, also Anita und er, seine Befreiung inszeniert hatten und wie man ihn nach Holland gebracht hatte. Wie er bei der Veranstaltung in Köln Farbeier geworfen hatte."

Diese Zusammenfassung, die Schimmang im Schlusskapitel selbst offeriert (S. 317), wo sein Held auf einen ähnlichen Schuppen stößt, wie er ihn sich als Heranwachsender mit seinem besten Freund Nott eingerichtet hatte, um darin Beckett-Dramen zu spielen, macht das Manko dieses Romans deutlich: Er ist eine Sammlung von Episoden und Anekdoten, die für sich genommen unterhaltsam sein mögen; zu einer Roman-Dramaturgie addieren sie sich nicht. Am Ende nimmt das Romangeschehen gar groteske Züge an: Eine anarchistische Splittergruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Niederwalddenkmal am Rhein bei Rüdesheim in die Luft zu sprengen. Und ausgerechnet der stille Archivar Carl Schmitt, zufällig nicht nur ein alter Fußballkumpel von Gregor und Leo, sondern auch Leos und Anitas Nachbar in Köln, will den idiotischen Anschlag verüben, wird aber vorher erwischt. Schließlich kommt es zu der schon oben genannten grotesk-unglaubwürdigen Befreiuungsaktion. Als könnte jeder Pappenheimer mal eben schnell zum Schwerverbrecher mutieren. Auch das Wiederauftauchen alter Weggefährten (Reni Fuchs, Gregors erste Freundin aus der Schuppen-Zeit, ist Carls Fluchthelferin) wirkt so fingiert, dass man vermeint, Schimmang bewege sich in den Sphären einer Parodie, die sich über ein Genre lustig macht, das den Zufall notorisch überstrapaziert. Aber statt der Leichtigkeit der Satire scheint hier eher die Schwere von linksintellektuellem Pathos den Ton anzugeben. Der linken Untergrundbewegung, in der Carl sich engagiert, werden in Schimmangs Fantasie jedenfalls auffällig viele Solidaritätsbekundungen zuteil, denen man ein ironisches Augenzwinkern nicht mehr abnimmt. Dazu passen auch die Gastauftritte von Peter Glotz als er selbst. Das Bild vom braven Edel-Linken, der Wein und gutes Essen schätzt, unterschlägt, dass heute wohl kaum ein Roman über die Wiedervereinigung geschrieben werden könnte, wäre ein notorischer Nörgler wie Glotz ("Der Irrweg des Nationalstaats") in den achtziger Jahren Bundeskanzler gewesen. Vielleicht bleibt deswegen beim Schlussakkord mit den Farbeiern auch überraschend offen, wer der Weise und wer der Narr ist. Das stimmt versöhnlich.

Fazit: Die Idee, Marksteine der bundesrepublikanischen Zeitgeschichte (Fußball-Weltmeisterschaften, Boris Beckers erster Wimbledontriumph, Wende und Mauerfall, Bad Kleinen...) als Kulisse für eine sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Romanhandlung zu nutzen, ist nicht schlecht. Wie daraus ein guter Roman wird, das kann sich Jochen Schimmang bei seinem Kollegen Stephan Thome und dessen Buch Grenzgang anschauen. Das Beste, was ich in letzter Zeit in der Hand hatte, war das hier jedenfalls nicht.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Wie naiv wir damals waren... Ich hatte wirklich geglaubt, der ewige Frieden sei angebrochen....", so Gregor Korff, einer der Protagonisten des neuen Romans von Jochen Schimmang. Mitnichten.

Jochen Schimmang, Jahrgang 1948,hat Politische Wissenschaften und Philosophie studiert, in den Jahren 1978 bis 1998 in Köln gelebt, und u. a. mit dem Roman "Ein kurzes Buch über die Liebe"(1997) und dem Erzählband "Auf Wiedersehen; Dr. Winter" (2005) auf sich aufmerksam gemacht.

In seinem neuen Roman "Das Beste, was wir hatten", der hauptsächlich in Köln und Bonn spielt, nimmt Schimmang, nehmen seine Hauptfiguren Abschied von der Bonner Republik. Und dies auf eine seltsame, etwas abenteuerliche Weise. Was hatten Gregor Korff und Leo Münks doch in dieser Republik erlebt: die Studentenzeit in Westberlin in den Siebzigern. Links waren sie natürlich - bis sie den "Aufstieg" und Umstieg ins politische Establishment schafften: Gregor als Ministerberater in Bonn, Leo als Verfassungsschützer in Köln. Protagonisten eben. Man hat sich eingerichtet in dieser Republik. Offiziell und privat. Gregor hat eine Affäre mit der Frau seines Freundes, unter der die Freundschaft jedoch keinesfalls leidet. Aber er hat kein Glück mit den Frauen. Auch nicht danach mit seiner alten Liebe, die heute eine Stasi-Mitarbeiterin ist. An dem etwas korrekteren Leo ist es, den Freund aus der Schusslinie zu nehmen. Seinen Job muss Gregor zwar aufgeben, aber sonst fällt er weich.

So haben die Freunde auch keine Schwierigkeiten mit der Wende 1989. Bis sie merken, dass sie von der Zeit und den damit verbundenen Umbrüchen überholt worden sind. Schimmang schildert sehr eindrucksvoll ihre geistige Wende. Für die Freunde war die Welt eigentlich bisher in Ordnung. Jetzt allerdings hatten sie "Das Beste, was wir hatten" hinter sich. Vor allem eine Utopie. Was danach kam, war Langeweile und das Gefühl von Nutzlosigkeit. Da half nur ein fast pubertär anmutendes Abenteuer, einen kaum erklärbaren Widerstand gegen das, was sich danach als die Berliner Republik darstellen sollte. Der alte Freund Carl Schelling plant einen Anschlag auf das Niederwalddenkmal. Er wird vorher "erwischt". Die Sache gerät zur Politposse. Gregor und Leo helfen nicht nur dem Freund, sie befreien ihn gar auf eine ziemlich naiv-spektakuläre Weise aus dem Gefängnis, versorgen ihn mit einem neuen Pass und lassen ihn nach Holland ziehen, wo der Archivar des Historischen Archivs in Köln zum Koch mutiert.

Der Leser wird sich in diesem Roman von Jochen Schimmang sehr gut zurechtfinden - nicht nur auf der geistigen und politischen Landkarte, sondern auch in den Stadtplänen von Köln und Bonn. Reale Personen wie. der Proustianer Reiner Speck und der Politiker Peter Glotz und viele andere erscheinen auf dem Roman-Parkett, schaffen Authentizität. Und Erinnerung an etwas, was gewesen war und wieder ist. Schimmang hat seine Figuren prägnant charakterisiert und - wie vieles und viele in diesem gut geschriebenen Roman - ironisiert. Er hat ihnen die Träume genommen und ihrer Hoffnungen alt aussehen lassen. Und so mag sich der Leser in dem einen oder anderen Falle vor seinem Spiegelbild wiederfinden - und ein Stück deutsche Geschichte nacherleben.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eher enttäuschend 30. Dezember 2009
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Gekauft habe ich den Roman nach einer sehr positiven Kritik in der FAZ, wurde aber enttäuscht. Das Hauptproblem ist, dass der Roman nicht über sich selbst hinausweist. Die beiden Helden bleiben als Charaktere blass und eindimensional. Sie stehen für nichts als sich selbst - und das ist nicht allzu viel. Die Zeiten - und das ist ja wohl der Anspruch des Romans - werden weder lebendig noch gedanklich, emotional oder analytisch durchdrungen. Als Altersgenosse des Autors bleibt bei mir sogar im Ansatz das Genauso-war-es-Gefühl aus. Ich bleibe als Leser außen vor, distanziert. Das liegt auch daran, dass ich mich über Strecken an Schelmenromane erinnert fühlte, besonders gegen Ende, wenn die Helden zu James Bonds für Arme werden und die Wahrscheinlichkeit des Plots auf der Strecke bleibt, ohne aber ironsche Glanzlichter zu setzen. Das Ende schafft einen Rahmen, der fast aufdringlich ist und aus dem Roman heraus auch nicht motiviert wird.

Für den Roman spricht seine sprachliche Gestaltung und der Fluss des Plots (nicht seine Qualität - siehe oben). Man langweilt sich nicht, sondern fühlt sich ganz gut unterhalten. So wie der Roman auftritt und vermarktet wird, ist das aber etwas zu wenig.
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