Dieses Buch unterscheidet sich von anderen Kräuterbüchern zunächst durch den lebendigen Stil und die Präsenz der Autorin, die ihre eigenen Erfahrungen und Ideen sehr bewusst einbringt. So lässt sich das Buch angenehm lesen, denn trocken, so viel steht fest, geht es darin an keiner Stelle zu!
Der Leser erfährt, wie erwähnt, viel zur Historie der Heil- und Würzkräuterverwendung, vor allem aber wirkt das Buch erfreulich praxisnah. Von konkreten Anwendungen über den Anbau oder Sammeln, Vor- und Zubereiten oder Trocknen der Kräuter über notwendige Gerätschaften und das Ansetzen selbst bis hin zu allerlei Hintergründen, zum Teil auch notwendigen Warnungen vor Überdosierung und Missbrauch, fehlt nichts. Die Autorin geht mit den nicht immer einfachen Themen, gerade im Abschnitt zum Alkohol, einem bekanntlich zweischneidigen Schwert, sehr verantwortungsbewusst um und weist auch beispielsweise darauf hin, wenn es um geschützte oder teils geschützte Kräuter wie die Wiesenschlüsselblume geht.
Wen der esoterische Anhauch im Kapitel zu den Edelstein-Auszügen stört, der mag das eben überblättern - es findet sich so viel Wissenswertes an anderer Stelle, dass wohl jeder reichlich Anregungen finden wird.
Das Buch ist sehr gut bebildert - zu den Kräuterarten, zu manchen Apparaturen und vielem mehr gibt es Fotos, und originelle, cartoonartige Zeichnungen von der Kräuterhexe in Aktion lockern die Texte auf.
Man kann das Buch von vorne bis hinten lesen und sich dabei viele Informationen und Anregungen aneignen, ebenso gut eignet es sich zum Durchblättern und Verweilen an Stellen, die besonders interessant erscheinen. Irgendwann wird man aber wohl ohnehin Lust bekommen, sich auch mit den restlichen Themen zu befassen, denn sobald man im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen ist, wird man gern das ganze Spektrum an Kräuterzubereitungen ausnützen.
Und hierzu bietet dieses attraktiv gestaltete, inhaltlich wertvolle und vom Stil her ebenso ansprechende Buch eine sehr gute Grundlage.