Hätte man auf dieser CD wirklich das Beste untergebracht, dann wären es 5 Sterne geworden. Aber dann wären Lieder darunter, die man in Deutschland kaum kennt. Der frühe Fendrich, vergleichbar mit seinem Namenskollegen Reinhard Mey, hat wunderschöne Balladen geschrieben, die zu Tränen rühren, auf dieser CD z.B.vertreten durch "Sonntagnachmittag" wo er über einen alten Mann im Altersheim schreibt, der vergeblich darauf wartet, daß ihn seine Familie besucht, "Zwischen eins und vier" oder "Es tuat so weh, wenn ma verliert". Ich vermisse allerdings "A winzig klaner Tropfen Zeit", mein absolutes Lieblingslied, philosophisch-über uns Menschen, kleine unbedeutende Tropfen im Angesicht der Ewigkeit. Oder "Die Erde", wo es um unseren Planeten und die Ausbeutung und Mißhandlung durch uns Menschen geht. "Schlafengehn" ein Lied das davon handelt, daß er ein Lied schreiben soll, aber es fällt ihm nichts ein; "Rattenfänger", über die Gefahren,die Kindern drohen. Klar, das sind nicht die Lieder, die ihn berühmt gemacht haben, aber das sind die Lieder, wegen der man sich auch noch in 100 Jahren an ihn als Liedermacher erinnern wird. Die beste Zeit hatte Fendrich übrigens, als er mit dem überaus genialen Christian Kolonivits zusammengearbeitet hat.