Wie kann man so tun, als würde das Beste von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf ein oder 2 CD.s passen? Natürlich geht es quasi "rein mathematisch" gesehen, wenn man voraussetzt, die Werke ließen sich kommensurabel beurteilen und dann in eine - objektiv / allgemeingültige - Reihenfolge bringen und dann daraus einfach diejenigen auswählen, die auf eine CD passen. Aber das ist eher eine Illusion, die zu Vermarktungszwecken geschürt wird, als dass es adäquat wäre.
Pragmatischer gesprochen: Wem diese Musik nicht gefällt, braucht auch erst gar nicht diese CD, wem sie aber gefällt, ist mit 1 oder 2 CD.s sicher nicht annähernd zufrieden zu stellen.
Da sind mindestens 5 große Symphonien (die Streichersinfonien nicht mitgezählt), mehr als ein halbes Dutzend großartiger Orchesterouvertüren, ein sagenhaftes Violinkonzert (zumindest die beiden ersten Sätze daraus und der Anfang des 3.) z.B. gespielt von Janine Jansen u.a., dazu etliche kammermusikalische Werke für Violine, Cello, Klavier etc., auch für Klavier (solo) die wunderbaren, ausdrucksstarken "24 Lieder ohne Worte" (oft als Doppel-CD erhältlich - bei einer Auswahl auf nur 1'er CD ist schade um jedes Stück, das dabei wegfällt!), und nicht zuletzt die oft vergessenen kirchenmusikalischen Werke dieses Wiederentdeckers der Musik von Joh. Seb. Bach, der zudem zu den nicht allzuhäufigen Komponisten gehört, der seine Vorbilder (Bach, Mozart et al.) auf sehr oft wirklich originelle Weise "imitieren" konnte. Was Chorwerke angeht empfehle ich z.B. die Mehrfach-CD-Box mit Aufnahmen unter der Leitung von Nicol Matt. Vom Volinkonzert gibt es übrigens eine sehr interessante Aufnahme mit Mullova & Gardiner, zusammen mit dem ebenfalls unbeschreiblich schönen Violinkonzert von Beethoven, wobei ich beim Hören den dritten (letzten) Satz von Mendelssohns Konzert wegzulassen empfehle, denn er fällt m.E. weit hiner die anderen 2 Sätze zurück, auch hinter die 3 des Beethovenkonzerts, das sich daher als zweites Stück zu hören anbietet.
(ich rede hier jetzt wohlgemerkt von der anderen erwähnten CD). Ebenfalls empfehlenswert finde ich die Aufnahmen mit Janine Jansen und mit Anne-Sophie Mutter (z.B. als sie noch sehr jung war, die Aufnahme mit Karajan etc.) und noch einigen anderen. Ein Geheimtip für Mendelssohns Streichquartette sind die Aufnahmen mit dem Eroica Quartet (Peter Hanson, Lucy Howard, Gustav Clarkson, David Watkin), 3 Vol.s. Leider gibt es mit diesem Enesemble insgesamt nicht viele Aufnahmen, weil die Violinistin - obwohl sie gar noch nicht alt war - bereits verstorben ist. Ihr ist auch Vol.3 der besagten Quartetteinspielung posthum von ihren Kollegen gewidmet. Vom genialen Oktett für Streichinstrumente op. 20 gibt es z.B. eine sehr gute Einspielung mit dem Amati String Orchestra (oft auf einer CD mit einem anderen Werk).
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Also lieber anderswo sparen, als bei Felix Mendelssohn-Bartholdy!