Veröffentlicht auf der Welle der Publikationen, die zum Thema Bernsteinzimmer unlängst auf den Markt geworfen wurden, ist es schwer, dem Werk unvoreingenommen gegenüberzustehen. Schlußendlich ergibt sich ein Mix der Gefühle: Wer sich noch nie mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat, wird gefesselt sein und einen Einstieg finden in weiterführende Analyse; zumindest eine Idee der Wirrungen und Irrungen um dieses kulturelle Wunderwerk wird gegeben. Der fade Beigeschmack ist die gezielte Einmengung von Verschwörungstheorien - Spionage, Thriller, Morde. Wenn dies auch zu der Geschichte des Zimmers gehören mag, so erliegt m.E. der Autor doch zu sehr der Versuchung, den Leser mit diesen versteckten Einwürfen Blut lecken zu lassen und die Sensationsgier zu befriedigen. Sicherlich ist das grundsätzlich Knopp's Stil und man kann ihn mögen oder nicht; für den unvoreingenommenen Leser auf der Suche nach spannender Lektüre auch sicher nicht verkehrt - aber die falsche Wahl für den historisch belesenen, kritisch hinterfragenden Leser.