"Das Bad" gehört zweifellos zu meinen liebsten Neuentdeckungen aus dem Jahr 2010. Den Inhalt der Erzählung wiederzugeben, ist mir beinahe nicht möglich, denn vieles erschließt sich meiner Ansicht nach nicht bei einer rein semantischen Betrachtung. Vielmehr ist die Erzählung stets auch surreal, sie folgt dem Empfinden der Protagonistin, einer Dolmetscherin ohne Sprache, einer Fotografie, einer Suchenden. Mehrmalslesen und eintauchen lohnt sich. Sehr!
Die Gestaltung dieses Buches verdient außerdem besondere Aufmerksamkeit. Schöne Cover bin ich vom Konkursbuch Verlag ohnehin gewohnt, aber diese zweisprachige, d.h. deutsch-japanische, Edition ist wirklich besonders toll. Ich finde, dass diese Bilingualität nicht zuletzt auch Yoko Tawadas Arbeit als einer Art "Mittlerin zwischen den Kulturen" (wenn ich das so sagen darf) sehr gerecht wird.