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Das Böse denken: Eine andere Geschichte der Philosophie (suhrkamp taschenbuch)
 
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Das Böse denken: Eine andere Geschichte der Philosophie (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Susan Neiman , Christiana Goldmann
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 489 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 3 (30. Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518457535
  • ISBN-13: 978-3518457535
  • Originaltitel: Evil in modern Thought
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 271.553 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Susan Neiman
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2004
"Es scheint", schreibt Ludger Heidbrink, "grosse Schwierigkeiten zu bereiten, die Schrecken der Moderne ohne Absicherung zu denken, seien sie moralischer oder ästhetischer Art". Das kreidet er auch Susan Neiman an, obwohl er ihr Buch offensichtlich mit Gewinn gelesen hat. Neimans Studie, so Heidbrink, lasse die Beschäftigung der Philosophie mit dem Bösen - ihr zufolge die "treibende Kraft des modernen Denkens" - Revue passieren und stoße dabei auf folgende Konstante: Das Böse markierte von Bayle bis Hegel immer die "Grenzen des Sinns", das Gegenteil des Vernünftigen, das aber deshalb keineswegs in Frage gestellt, sondern im Gegenteil: neu beglaubigt wurde. Dann, seit Voltaire, dominierte "die Rede vom Guten als metaphysische Täuschung, die es durch die Anerkennung eines irrationalen Weltengrundes zu überwinden gelte". Gerade deshalb aber wurmt es Heidkamp, dass Neiman sich einreiht "in die Tradition der säkularen Theodizeen, mit deren Hilfe der Mensch dem Übel in der Welt einen Namen gibt". Das Böse ist bei ihr nicht schieres Phänomen, sondern immer noch metaphysisches Problem, das es zu verstehen gilt. Es bleibt also dabei: "Nicht das Böse ist treibende Kraft des Denkens, sondern der Versuch, ihm einen Platz in der prekären Ordnung der Dinge zu geben."

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Wieviel Sinn steckt in einer Welt, in der Unschuldige leiden? Ist das Böse überhaupt verstehbar, und wenn ja, sind wir gar moralisch zu einem solchen Verständnis verpflichtet? Susan Neiman, Direktorin des Einstein Forums in Potsdam, zeigt in ihrer historisch wie systematisch profunden Studie, die bei dem Erdbeben von Lissabon einsetzt und bei Auschwitz und dem 11. September endet, daß diese Fragen die moderne Philosophie von der Frühaufklärung bis in die Gegenwart, von Voltaire bis Hannah Arendt, wie ein roter Faden durchziehen und nachhaltig geprägt haben. Entstanden ist eine Geschichte des Nachdenkens über das Böse, die zugleich eine andere Geschichte der Philosophie ist.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Avariel
Format:Taschenbuch
In "Das Böse denken" argumentiert Susan Neiman dafür, die Geschichte der modernen Philosophie aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und hauptsächlich als Auseinandersetzung mit dem Problem des Bösen zu begreifen. Leider bleibt das Buch aber weit weniger wegen seiner Argumente als wegen zahlreicher stilistischer und inhaltlicher Schwachpunkte in Erinnerung. Genannt werden können etwa die folgenden:

- Im Kapitel zu David Hume geht die Autorin anstandslos über Humes Gesetz hinweg (welches besagt, dass man ethische Aussagen nie rational verifizieren oder falsifizieren kann und daher für die behandelte Thematik nicht uninteressant ist) und schreibt ohne weiteren Kommentar von den "Interessen der Vernunft" (S. 247), denen Humes skeptischer Ansatz widerspreche. Pikant: Hume hat unter anderem behauptet, dass die Vernunft keine Interessen haben könne, eben weil man rein rational nicht von deskpritiven Seins-Aussagen zu normativen Sollens-Aussagen komme. Wer ausgerechnet in einem Text zu Hume von "Interessen der Vernunft" schreibt, sollte das nicht ignorieren.
- Im selbigen Kapitel werden zuerst Humes Ansichten zum Glauben referiert, um dann (S. 254) zu schreiben, dass ebendiese eigentlich gar nicht von Belang seien. Warum schreibt die Autorin dann in diesem Buch überhaupt darüber?
- Zu Nietzsche schreibt die Autorin, dass er dafür eintrete, die Welt so wie sie ist zu bejahen und sich keinen Idealen hinzugeben. Wie das mit Nietzsches Konzepten des Übermenschen und der Umwertung aller Werte - nicht ihrer Bejahung! - zu vereinen sein soll, bleibt unerwähnt.
- Die sehr sinnvolle Regel, indirekte Zitate im Konjunktiv I wiederzugeben, wird - nahezu - grundsätzlich nicht befolgt. Infolge dessen ist des öfteren unklar, ob eine Aussage noch die Ansicht eines der behandelten Philosophen wiedergibt oder einen Kommentar der Autorin darstellt.
- Bisweilen werden völlig banale Aussagen in Form "irgendwie" philosophisch klingender Sätze transportiert. Kostprobe gefällig? "Begrenzt zu sein, heißt, diejenigen zu sein, die wir sind" (S. 106) ließe sich auch so ausdrücken: Wir sind begrenzt. So begrenzt, dass wir das nicht schon wüssten, sind wir aber auch wieder nicht. Auch die Aussage "Jeder Versuch, ein richtiges Leben zu führen, ist ein Versuch, in der Welt zu leben" (S. 475) ist völlig inhaltsleer - wo sollte man denn bitte sonst leben?
- Im Kapitel zu Kant schreibt die Autorin, dass der kategorische Imperativ keinen neuen Gedanken beinhalte, weil er nur die so genannte Goldene Regel (Was du nicht willst ...) neu formuliere (S. 131). Allerdings hat Kant in der Grundlegung der Metaphysik der Sitten sogar explizit dargelegt, dass und warum sein kategorischer Imperativ eben nicht mit der Goldenen Regel identisch ist. Nach letztere könne etwa ein Angeklagter vom Richter verlangen, nicht verurteilt zu werden, der kategorische Imperativ hingegen erlaube dies.
- Was das zentrale Anliegen der Autorin betrifft, möchte ich abschließend sagen, dass es nicht ausreicht, darzulegen, dass sich viele Geistesgrößen mit dem Problem des Bösen befasst zu haben, um zu belegen, dass dies das zentrale Thema der modernen Philosophie sei. Hierzu wäre es nötig, nachzuweisen, dass es nicht nur wichtig, sondern zudem wichtiger als andere Themen - etwa erkenntnistheoretische Fragen (die von der Autorin missachtet werden, weil sie langweilig seien!) - ist. Das wird aber nicht getan.

Zu 2 Sternen langt es für das Buch mit etwas Wohlwollen trotz allem, weil es durch den weitgehenden Verzicht auf philosophische Fachtermini und den niedrigen Kenntnisstand, der vorausgesetzt wird, für Laien relativ gut zugänglich ist und manch einen dazu führen mag, sich weitgehender mit der Philosophie zu befassen. Von allen philosophischen Büchern, die ich bis dato gelesen habe, ist dieses hier allerdings mit Abstand das schlechteste.
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2 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch ist durchaus gut geschrieben und nimmt auch Beispiele aus der Welt auf.
Ich kann es jedem empfehlen, ob Student der Philosophie oder auch anderweitig Interessierten.
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Das Boese denken... 0 26.10.2010
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