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Das Böse
 
 
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Das Böse [Gebundene Ausgabe]

Terry Eagleton , Hainer Kober
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover (15. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550088302
  • ISBN-13: 978-3550088308
  • Originaltitel: On Evil
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 198.315 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Büchlein des Iren, das sich streckenweise so komisch liest wie ein Monty-Python-Sketch, hat es in sich. Sein humanistischer, liberaler Humor kann von Auschwitz pietätvoll reden und dennoch entlässt es den Leser mit der reinsten Überzeugung ins Leben, dass das Böse zwar schlimm ist, aber der Böse vor allem nur eines ist: lächerlich." Deutschlandradio Kultur, Marius Meller, 26.04.11 "Eagletons Prosa, geschliffen und humorvoll, bietet ein Lesevergnügen." Die Presse, Peter Strasser, 16.04.11 "Eagleton wird vor allem jene Leser erfreuen, die in den tagespolitischen Debatten mal die Luft anhalten wollen und sich jenseits allen Escapismus oder religiöser Denkansätze, mit beiden Beinen in der Realität des 21. Jahrhunderts, den Blick auf universelle Fragen nicht verstellen lassen wollen." Deutschlandfunk, 17.07.11, Catrin Stövesand

Kurzbeschreibung

Das Böse – warum fasziniert es uns und stößt uns zugleich ab? Gibt es das absolute Böse? Sind Terroristen unmenschliche Monster? Gibt es so etwas wie Sünde? Werden wir böse geboren, oder macht uns erst die Gesellschaft zu Übeltätern? Terry Eagleton, überzeugter Marxist und bekennender Katholik, geht dem Phänomen des Bösen auf den Grund. Dabei zieht er Augustinus und die Bibel ebenso heran wie Sigmund Freud, Hannah Arendt, Thomas Mann, William Shakespeare und die Daily Mail. Brillant, scharfsinnig und originell legt Eagleton dar, dass das Böse nihilistisch und selbstzerstörerisch ist und dass abstrakte Ideengebäude zwar das Gute wollen, aber meist das Schlechte erschaffen. Eagleton liefert keine vorgefertigte Definition des Bösen. Vielmehr lädt er die Leser zum Mitdenken ein.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine philosophische Einladung 13. September 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Nicht nur vom gestellten Thema her, allein schon in Form und Stil lohnt sich dieses Buch von Terry Eagleton. Mit trockenem Humor, ironischer Distanz, einer auf den Punkt treffenden Sprache und dennoch nicht selbstverliebt, sondern stets dem gewählten Thema zugewandt, das sind nicht alltägliche literarische Möglichkeiten, denen man mit Vergnügen folgt.

Und ein immer aktuelles Thema ist es, dem sich Terry Eagleton in seinem neuen Buch verschreibt. 'Das Böse', das seit Menschengedenken die Gemüter bewegt, da, wo es auf einen trifft, Menschen immer wieder fassungslos hat stehen lassen. Im Großen wie in den Grausamkeiten der Kriege und im Kleinen, da wo zwei Zehnjährige ein Kleinkind zu Tode quälen oder Eltern ihre Kinder im wahrsten Sinne des Wortes 'Verrotten lassen'.

Trotzdem auch Eagleton nicht daran vorbeikommt, das ein oder andere beleuchtende und damit drastische Beispiel zu nennen, in seinem Buch sind diese Gräueltaten in keiner Form der Mittelpunkt. Nichts Marktschreierisches haftet den Zeilen an. Intensiv und im klaren Gedankengang wendet sich Eagleton seiner Betrachtung des Bösen zu. Eine Betrachtung, die er konsequent im Buch zunächst aus allen Bereichen der Transzendenz oder Metaphysik herauslöst und immer wieder auf geerdete Beine stellt. Auch wenn er durchaus 'das Böse' auch als metaphysische Konstante zu betrachten versteht. Letztlich löst Eagleton den Begriff aus den allzu alltäglichen Verständnisebenen. Feindschaft, Niedertracht, Neid, all dies ist für ihn nicht das Böse. Sondern jene zerstörerische Haltung alleine, die aus der 'inneren Leere' des Menschen erwachsen kann. 'Die (göttliche) Ruhe ist unerträglich für den unersättlichen Willen, der ewig verdrossen und unbefriedigt bleibt'. Eine 'Unfähigkeit zu leben', die sich als 'Mangel' aufzeigt. Ein Mangel, dem unter ungeheurem Druck entflohen werden muss.

Das Böse ist in seinen Augen ein zunächst offenkundig innerweltliches ethisches Problem, wo es zum tragen kommt, kein 'Teufelswerk'. So macht Eagleton das Böse begreifbar und an der Welt anhaftend, schließt aber zugleich auch die Tür der Weitergabe der Verantwortung an irgendwelche metaphysischen Kräfte. Nein, es sind schon wir Menschen, die sich der Verantwortung für das Böse, der eigenen 'inneren Leere' zu stellen haben.

Da, wo das Böse im Menschen wirkt und ihn antreibt, als Selbsterfahrung, Selbstmächtigkeit, als Füllung einer inneren Leere. Deutlich wird, dass sich Eagleton, neben durchaus vorhandenen Verweisen auf die historische Betrachtung des Bösen und der Theodizefrage, neben einem Eingehen auf gegenwärtige philosophische Ansätze, doch immer wieder auf den 'Alltag des Bösen' zu sprechen kommt.

Gut, dass nach der Lektüre deutlich wird, das 'das Böse' eben nicht 'immer und überall' die Luft vergiftet, erschreckend dennoch, wie schrankenlos Menschen sich 'dem Bösen' im eigenen Inneren zuzuwenden vermögen. Schlimm genug zudem, dass die 'kleinen Schwestern' des Bösen, 'Bosheit und Niedertracht' durchaus das alltägliche Leben schnell mitbestimmen, wenn man nicht aufpasst. So kann man letztlich Eagletons Abwiegelungen, das 'das Böse' aufgrund seiner eher geringen Verbreitung im Eagletonschen Sinne kein allzu großer Grund zur Besorgnis sein sollte, nicht ganz folgen (auch, wenn es beruhigend wirkt).

Alles in allem legt Terry Eagleton ein konstruktives, nicht pessimistisches, Buch zum 'Bösen' vor. Leicht zu lesen, voller Humor, ohne ins Zotige zu entgleisen. Ob man seiner Definition des Bösen letztendlich zustimmt oder noch andere Schwerpunkte im eigenen Verständnis setzt, spielt letztlich für den Gehalt der Lektüre des Buches keine entscheidende Rolle. Es lohnt sich allemal, den Einlassungen und Erläuterungen Eagletons zu folgen.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Böse als Chance ? 14. April 2011
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Was ist das Böse? Der Serienkiller? Der islamische Terrorist? Jugendliche die ein Kind zu Tode quälen? Warum ist das Böse so verabscheuungswürdig und besitzt dennoch so eine Faszination?

Die Erbsünde - ein genetischer Makel?

Der Katholik und Marxist Terry Eagleton wirft weit mehr Fragen in seinem Buch auf, als er Antwortversuche gibt. Er sucht das Böse in der Geschichte, in der Literatur und auch mitten in der Gegenwart. Der Autor versucht eine Definition des Bösen und dabei entgleitet ihm der Begriff, ja er wird zeitlos und er wird real und es gelingt ihm mitten in unserem Alltag Platz zu nehmen.

Das Böse ist mitten unter uns.

Voller Erschaudern beschleicht mich das Gefühl, dass wir des Bösen bedürfen, um das Gute und Schöne zu ermöglichen. Kann das sein? Eagleton bringt auch dafür Beispiele aus der Geschichte.

Das Kapitel "Hiobs Tröster" ist wohl das Stärkste, was Terry Eagleton hier abgeliefert hat. Inzwischen habe ich beim Autor gelernt das Böse differenzierter zu sehen. Faszination ist noch immer und wird wohl auch immer am Bösen verhaftet bleiben, aber hinzugekommen ist in meinem Blickwinkel eine bestimmte Funktionalität, die das Böse besitzt. Und so sagt Eagleton den für mich sehr mutigen Satz:

"Es ist richtig, dass aus dem Bösen manchmal Gutes erwachsen kann."

Hier würde ich gern mit dem Autor streiten. Als ein Beispiel bringt er hier den Holocaust, damit enttäuscht er mich, es hätte viele andere Beispiele gegeben, aber gerade dieses Beispiel gehört so in die oberste Schublade des Bösen, dass es sich für mich verbietet als Beispiel beziehungsweise Beweis herhalten zu müssen.

Der Autor bringt wenige Zeilen später als ein weiteres Beispiel Jesus. Er hat Kranke geheilt. Sozusagen aus dem Sündenfall heraus? Über John Miltons "Das verlorene Paradies" kommt der Marxist Eagleton dann über den Kapitalismus zum Sozialismus. Auch hier kommt angeblich aus dem Bösen etwas Gutes. Der Beweis für diese These allerdings bleibt mir als Ex - DDR - Bürger allerdings verschlossen.

"Wenn wir Terrorismus als böse definieren, verschärfen wir das Problem . . ."

Dies sehe ich gerade in der gegenwärtigen internationalen Politik. Terry Eagletons Büchlein über "Das Böse" soll "Eine philosophische Einladung" sein über Sinn und Nutzen des Bösen nachzudenken. Für mich ist deutlich geworden, dass wir ohne das Böse ncht lebensfähig sind. Das mag bedrohlich klingen, aber dies ist mein Eindruck. Das Buch von Professor Terry Eagleton halte ich für eine mutige und wichtige Wortmeldung, die sehr aktuell ist, weil das Böse eben täglich präsent ist.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gescheitert 30. Juni 2011
Format:Gebundene Ausgabe
On Evil, so lautet der Originaltitel. Und die Bescheidenheit eines "Über das Böse" wäre angemessen gewesen, denn über das Böse plaudern, das sollte man einem Professor für Literatur und Theologie ja eigentlich zutrauen. Auch dem Motto auf dem Buchrücken: "Was ist das Böse und wozu ist es gut?" wird das Buch zu keinem Zeitpunkt gerecht.

In drei Kapiteln (Fiktionen des Bösen, Obzöne Lust, Hiobs Tröster) und einer Einleitung befasst sich Eagleton mit der Fragestellung, und kommt ihr nirgends wirklich nahe. Ohne erkennbare Theorie irrlichtert Eagleton durch die Literatur- und Philosophiegeschichte, ohne irgendeinen Punkt zu vertiefen. Nachdem mich nach Kapitel 2 und schier endlos zähen 161 Seiten endgültig die intelektuelle Langeweile gepackt hat, ist es nur ein schwacher Trost, dass er immerhin im letzten Kapitel so etwas wie argumetative Stringenz erkennen lässt. Das wird aber auf den ersten beiden Kapiteln schmerzlich vermisst. So wiederholt Eagleton endlos in den Kapiteln immer und immer wieder nahezu identische Beschreibungen dessen, was er,in so noch nicht gekannter Eindimensionalität, als das Wesentliche, das Definiens, des Bösen ansieht: seine Sinnlosigkeit. Dabei versteigt er sich zu der vielleicht provokanten, letztlich aber sinnlosen (sic!) These, dass das Böse nur dann gegeben sei, wenn es zweckfrei, also rein für sich geschehe. Immherhin räumt er ein, dass man auch (z.B.) bei einem SS-Nazi-Schergen das Böse annehmen könne. Selbst dort, wo er glänzen könnte, bei der Literaturkritik böser (?) Charaktere bei Shakespeare (die Hexen in Machbeth, Jago) bleibt er im Ungefähren und lässt so den Leser frustriert zurück. Höhepunkt seiner Argumentation ist, wenn es allmählich im Diskurs konkret oder spannend werden könnte, ganz im Sinne einer Soap-Opera auf ein späteres Kaptitel zu verweisen (...aber dazu mehr später....). Hätte er auf den 1500 Jahren Geschichte der Theodizee aufgebaut, was er ohne Weiteres als Theologe könnte, wäre ein brauchbares Werk amm Ende wohl entstanden. So nicht. Es braucht mehr, als nur zu behaupten, das Böse sei eindimensional (sinnlos) und diene nur sichh selbst.

Wer "Das Böse" wenigstens annähernd verstehen will, kommt eben weder an Augustinus, Kant oder auch Lessing eben nicht vorbei. Aus meiner Sicht sind - statt - Eagleton die folgenden beiden Titel sehr viel besser geeignet, sich der Thematik zu nähern: Friedrich Hermanni - Das Böse und die Theodizee. Eine philosophisch-theologische Grundlegung. Chr. Kaiser Verlag, Gütersloh, 2002 und Rüdiger Safranski - Das Böse oder das Drama der Freiheit, Hanser Verlag 1997.
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