Der neueste Teil der Serie um Alex Benedict und Chase Kolpath ist -leider- lange nicht so spannend wie die Vorgänger. Kurzer Plot: Eine Romanschriftstellerin bitte Alex um Hilfe und lässt sich das Gedächtnis löschen. Die beiden Rainbow-Experten machen sich daraufhin zum letzten bekannten Reiseziel der Autorin auf uns stolpern fast sofort über Vertuschungen, Morde und jede Menge hilfsbereite Mitmenschen. Die Gegenseite besteht nur aus Trotteln (Als ob ein Überwachungsapparat so schlampig arbeiten würde, Festgenommene in einer Ski-Hütte mit jeder Menge Bastelmaterial einzusperren). Nach einem Anfall von MacGuyverscher Raffinesse entdecken die beiden eine im wahrsten Sinne des Wortes weltenbedrohende Katastrophe, die die Evakuierung des gesamten Planeten erfordert. Unschlüssig, ob sie dieses Wissen weitergeben sollen, werden sie erneut verfolgt und letzlich vom Planetenpräsidenten(!!!) empfangen, umfassend informiert und mit neuer Mission zu dem Stummen geschickt. (Hier wollte ich das Buch schon weglegen, den Rest konnte ich mir denken!) Als Superdiplomaten formen die beiden dann die größte Rettungsflotte des Universums - blablabla- Happy End.
Leider strotzt diese Buch vor Logik- und Storyfehlern: Der Sprungantrieb ist laut Buch von Alex und Chase im Roman "Die Legende Christopher Sim" erst vor 4 Jahren wiederentdeckt worden! Die Stummen haben Ihn dann nachgebaut und anschließend haben Konföderation und Stumme zehntausende Schiffe damit ausgerüstet???? Wovon wird die Rettungsflotte versorgt? Allein die Treibstoffversorgung (siehe Die Suche) dürfte unmöglich sein.
Positives gibt es natürlich auch: Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, der typische Chase/Alex-Stil kommt sehr gut. Die Vertiefung der Beziehung zu den Stummen (speziell die Erlebnisse auf der Erde) sind toll.
Auch die Zitate über den Kapiteln sind diesmal besser als Insider-Witz zu erkennen, viele (fast alle?) stammen aus Columbo-Folgen.
Die "Rückblicke" auf die vergangenen 9.000 Jahre sind wie immer voller ironischer Anspielungen und ähnlich amüsant wie in Polaris oder Die Suche.
Insgesamt eine eindeutige Kaufempfehlung mit lediglich einem Stern Abzug für zuviel HappyEnd.