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Das Auge des Dritten Reiches: Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz
 
 
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Das Auge des Dritten Reiches: Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz [Gebundene Ausgabe]

Hans Georg Hiller von Gaertringen
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

taz, 13. 01. 2007 (Wolfgang Ullrich)

Das auf Anregung des Deutschen Kunstverlags entstandene Buch "Das Auge des Dritten Reiches" schließt eine Wahrnehmungslücke. Und es schließt sie substanziell. Insgesamt elf Kunst- und Filmwissenschaftler sowie Historiker haben sich unter Leitung des Herausgebers Hans Georg Hiller von Gaertringen und unterstützt von Frentz' Sohn des umfangreichen Nachlasses des 2004 kurz vor seinem 97. Geburtstag verstorbenen Fotografen angenommen. Der Band präsentiert neben den bereits bekannten zahlreiche bisher unveröffentlichte Bilddokumente und stellt sie in vorbildlicher Sachlichkeit vor.

DIE ZEIT, 26. 10. 2006 (Gerhard Paul)

Frentz Bilder haben sich tief in das kollektive Bildgedächtnis der Deutschen eingebrannt. (...) Herausgeber und Autoren stellen Hitlers Kameramann und Leibfotografen als von antijüdischen Ressentiments geprägten Anhänger des NS-Regimes und als glühenden Verehrer Hitlers vor, der auch nach dem Krieg in das rechte Netzwerk eingebunden blieb. Diesen Bildpropagandisten ins rechte Licht gerückt, seinen Aufnahmen einen kritischen zeit- wie kunsthistorischen Rahmen gegeben und seine bildlichen Perspektiven entschlüsselt zu haben ist der Verdienst ihres Buches.

DIE WELT, 26. 10. 2006 (Berthold Seewald)

Seit Spätsommer 1939 war Frentz Kameramann des Führerhauptquartiers und damit - Adolf Hitlers. Bis zum April 1945 belieferte er die Deutsche Wochenschau mit Material aus der Umgebung des "Führers" und schoss - nebenbei - zahllose Fotos, viele davon in Farbe. Jetzt ist unter dem Titel "Das Auge des Dritten Reiches" die erste, reich bebilderte Biografie dieses Mannes herausgekommen. Das Buch liefert zahlreiche Belege, wie es zu der viel zitierten Banalität des Bösen kam. Denn Frentz prägte wie wenige andere das Bild von des Dritten Reiches Führung. Und doch sollte er bis zu seinem Tode 2004 versichern: "Ich habe doch nur das Geschehen gesehen und gefilmt. Ich selber hatte kein Geschehen."

photonews, 01. 11. 2006 (Enno Kaufhold)

Das Buch bietet, mit seinem überbreiten DIN A4-Format, seinen 256 Seiten und vor allem mit seinem exzellenten Druck farbiger und schwarz-weißer Filmstills und Fotografien, allen Anlass für den Vorwurf, es nobilitiere einen Mann, der zu den Tätern des NS-Regimes gehört hat. Auch die unaufdringliche, aber ästhetisch überaus ansprechende Aufmachung, die das Grafikbüro Dorén + Köster dem Buch gegeben hat, könnte in diesem Sinn missverstanden werden. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass dieses Buch einen neuen Maßstab der kritischen Beschäftigung mit diesem dunklen Kapitel deutscher Geschichte setzt. Denn neben den gut gedruckten Bildern, die so ihre volle ästhetische Qualität entfalten können, und der Tatsache, dass diese durchgehend kommentiert werden, enthält das Buch Texte von elf jüngeren Geschichtswissenschaftlern, Film- und Fotohistorikern, die sich faktengenau und kritisch mit den relevanten Aspekten des filmischen und fotografischen Wirkens von Walter Frentz im Nationalsozialismus beschäftigen.

Berliner Zeitung, 15. 01. 2007 (Christian Esch)

Frentz fotografierte in Farbe, ohne offiziellen Auftrag - der erstreckte sich auf das Filmen - und doch aus nächster Nähe, auch in privaten Momenten. Der nun erschienene Bildband zu Frentz' Werk mit dem prallen Titel "Das Auge des Dritten Reiches" bedient mit seinen intim wirkenden Aufnahmen also ein großes, auch zweifelhaftes Bedürfnis: den Hunger nach personalisierten, emotionalisierten Bildern. Aber er tut weit mehr. Die Autoren gaben alles, um daraus kein Coffee-Table-Book zum Obersalzberg zu machen, sondern Inszenierung und Wirklichkeit zu unterscheiden und die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der die Selbstdarstellung des Dritten Reiches ebenso geprägt hat wie Leni Riefenstahl.

Süddeutsche Zeitung, 20. Januar 2007 (Christian Welzbacher)

"Das Auge des Dritten Reiches" ist ein doppelter Glücksfall. Er zeugt von der Courage des Sohnes und Nachlassverwalters Hanns-Peter Frentz, das faszinierende Material einer wissenschaftlichen Aufarbeitung zuzuführen; zudem haben sich die elf Autoren mit großer Kenntnis und Bedachtheit dem heiklen Gegenstand angenähert und das solide gestaltete, hochwertig gedruckte Buch durch analytische Akkuratesse bereichert. Einmal mehr zeigt das Beispiel Frentz, wie die dynamische Bildsprache der klassischen Moderne zur visuellen Waffe der Propaganda avancierte, wie Politik und Kunst sich ineinander verwirren können und wie Künstler behaupten, einer inneren, über alle Zweifel erhabenen Berufung nachgegangen zu sein - bis Juristen und Kunsthistoriker sie des Gegenteils belehren.

Kurzbeschreibung

Der Kameramann und Fotograf Walter Frentz lebte und arbeitete von 1940-45 im unmittelbaren Umfeld Hitlers. Dort schuf er zahllose Farbfotos, die hier zum Großteil erstmals veröffentlicht werden. Sie vermitteln eindrucksvoll die erschreckend banale Atmosphäre in Hitlers Hauptquartieren. Namhafte Historiker, Filmwissenschaftler und Fotohistoriker betrachten kritisch einen unbekannten Propagandisten des Dritten Reiches und ordnen sein Schaffen in den Kontext eines verbrecherischen Regimes ein.Walter Frentz (1907-2004) begann seine Karriere als Kameramann und Fotograf in den zwanziger Jahren mit Kajakfilmen und Fotografien im Stil des Neuen Sehens. Seit 1933 arbeitete er durch Vermittlung Albert Speers als Kameramann für Leni Riefenstahl und schuf einige der bekanntesten Szenen in »Triumph des Willens« und »Olympia«. 1940 wurde er ständiger Kameramann in Hitlers Hauptquartieren. In dieser Funktion filmte er nicht nur alle offiziellen Ereignisse, sondern fotografierte auch unablässig in Farbe. Neben seiner Arbeit im Hauptquartier dokumentierte er 1942 1944 den Bau des Atlantikwalls und Rüstungsprojekte wie die V2-Raketen und die zu ihrer Herstellung erzwungene mörderische Sklavenarbeit im KZ Dora-Mittelbau. Im Frühjahr 1945 schuf er schließlich ganze Bildserien zerstörter deutscher Städte. Das Buch klärt die Entstehungsumstände der Bilder, fragt nach ihren propagandistischen Aspekten und verfolgt die Karriere von Walter Frentz, die er als Kulturfilmer nach 1945 unbehelligt fortsetzen konnte.
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