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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Standardwerk zu Hitlers Kameramann Walter Frentz und zum Umgang mit dem Foto als historische Quelle,
Von Nika "NiKa" (Berlin, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Auge des Dritten Reiches: Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz (Gebundene Ausgabe)
Walter Frentz war bisher nur wenigen Eingeweihten bekannt. Kameramann bei Leni Riefenstahl und ihren NS-Propagandafilmen, Kameramann für die Deutsche Wochenschau und verantwortlich für die Hitleraufnahmen von September 1939 bis März 1945, Dokumentator des Atlantikwalls, der V-Waffen-Produktion und anderer Rüstungsprojekte für Hitler und Speer. nach 1945 Vortragsreisen für Volkshochschulen und weitere Tätigkeit als Filmemacher. Nicht zu vergessen: Pionier und Funktionär der deutschen Kajakbewegung.
Daneben machte er tausende Fotos, Schwarzweiß und in Farbe, darunter hunderte von Adolf Hitler und seinem Gefolge (Paladine, Frauen, Gäste, Hunde). Ein beeindruckendes Buch klärt nun in zahlreichen kritischen Aufsätzen und mit verschiedenen Ansätzen über Frentz` Werdegang, seine Karriere, die Verstrickungen des überzeugten Nationalsozialisten sowie über Brüche und Kontinuitäten nach 1945 auf. Der Deutsche Kunstverlag hat damit Neuland betreten. Zeitgeschichte war bisher nicht sein Thema. Herausgekommen ist ein Standardwerk von hohem Erkenntniswert. Und das auf verschiedenen Gebieten. Neben Person und Werk von Walter Frentz präsentiert das Buch einen beispielhaften Umgang mit Fotografien als historische Quellen. Insgesamt werden ca. 240 Fotos gezeigt, die meisten von ihnen ausführlich kommentiert und in ihren Entstehungskontext eingeordnet. Damit stellen sich die Macher des Buches gegen die kontextlose Verwendung von historischen Bildern als bloßes Illustrationsmittel ohne Berücksichtung ihrer Entstehung und ihrer zeitgenössischen Aufgabe und zeigen exemplarisch, welcher Erkenntnisgewinn aus dem Bildmaterial bei adäquatem Umgang gezogen werden kann, ohne dabei die Grenzen des Verfahrens zu verkennen. Ein in vielfacher Hinsicht empfehlenswertes Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Entzaubernd,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Auge des Dritten Reiches: Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz (Gebundene Ausgabe)
Mit dem Bildband über Walter Frentz liegt ein wirklich beeindruckendes Buch vor.
Chronologisch werden die einzelnen Kapitel zu den Arbeiten des Kameramannes und Fotografen Frentz geordnet, von seinen Aufnahmen beim Kajakfahren in den 20er Jahren bis zu seinem Besuch im KZ Mittelbau-Dora 1944, wo die V-Waffen gefertigt wurden. In diesen Kapiteln wird dem Leser schnell klar, dass er nicht nur einen Bildband über einen Fotografen und Kameramann im Dritten Reich vor sich liegen hat. Das Buch ist gleichzeitig eine Suche nach den Verantwortlichkeiten eines Fotografen, der von sich selber immer sagte, er dokumentiere doch nur die Situation, die er somit nicht ändern kann. Dass mit Fotos aber auch eine Diktatur verlängert werden kann und eine Diktatur existentiell auf Fotos und Filme angewiesen ist, um zu überleben, gab Frentz nie zu, wird in den Beiträgen aber sehr schön herausgearbeitet. Das Buch ist damit nicht nur Bildband, sondern auch ein wichtiger Beitrag nach der Frage von Verantwortlichkeiten, wer wusste wieviel im Dritten Reich, wie konnte so eine Diktatur überhaupt so lange überleben. Zusammen mit den vielen Farbfotos, die viel unmittelbarer zu einem sprechen, als Schwarz-Weiß Fotos, entzaubert das Buch die vermeintlich unpolitische Aufgabe eines Fotografen und Kameramanns in einer Diktatur. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
24 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Walter Frentz, ein skrupelloser Karrierist,
Rezension bezieht sich auf: Das Auge des Dritten Reiches: Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz (Gebundene Ausgabe)
Das Dritte Reich verstand es meisterlich, die Menschen mit dem aufkommenden Massenmedium Film als "Propagandawaffe" zu begeistern und dabei gleichzeitig zu manipulieren - für mich "entschuldigt" nicht zuletzt dieser Umstand, daß es zu vielen nicht gelang den wahren, wahnsinnig-verbrecherischen Charakter des 3. Reiches zu durchschauen - und das wohl unabhängig von der Intelligenz des einzelnen (siehe G. Grass, der nach eigenem Bekunden bis zuletzt an das Regime und dessen Führung geglaubt hat). Walter Frentz war (wie Albert Speer, Leni Riefenstahl u.v.a. in der näheren Umgebung Hitlers) ein skrupelloser Karrierist - hätte er nicht ehrgeizig gefilmt, so hätte er eben ehrgeizig etwas anderes gemacht - ein ausgezeichnet gestaltetes, interessantes und informatives Buch - jedem zu empfehlen, der versucht dem manipulativen Wirken des Dritten Reiches über das Medium Film näher auf den Grund zu gehen.
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