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Das Attentat [Taschenbuch]

Harry Mulisch , Annelen Habers
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

2. Oktober 2000
Der Roman rollt die Lebensgeschichte des zwölfjährigen Antons auf, der als Einziger seiner Familie die deutsche Besatzung Hollands überlebt hat.

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Das Attentat + Die Entdeckung des Himmels
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 16 (2. Oktober 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499227975
  • ISBN-13: 978-3499227974
  • Originaltitel: De Aanslag
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 85.917 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Attentat
OT De aanslag OA 1982 DA 1983Form Roman Epoche Gegenwart
Das Attentat ist ein Schlüsselwerk der niederländischen Literatur nach 1945, das dokumentarische Schlichtheit mit der Aufarbeitung der jüngsten Geschichte verbindet.
Inhalt: Die Handlung des Romans spielt im Januar 1945 in Haarlem. Ein sechsfacher Schuss zerreißt die Stille einer Siedlung am Stadtrand. Bald darauf entdeckt die Familie des zwölfjährigen Anton Stenwijk vor ihrem Haus die Leiche des Kollaborateurs Fake Ploeg. In derselben Nacht werden Antons älterer Bruder und die Eltern von den deutschen Besatzern verladen und – wie sich später herausstellt – umgebracht; sie zünden das Haus an und nehmen Anton fest. Er verbringt die Nacht auf einer Polizeiwache, wo er im Dunkel einer Zelle auf eine verletzte Frau trifft. Obwohl er sie niemals sehen wird, verfolgt ihn die Erinnerung an ihr intensives Gespräch sein Leben lang.
Diese erste Episode des Romans bildet den dramatischen Auftakt für vier weitere, in denen der weitere Lebensweg Anton Stenwijks geschildert wird: Die Jahre 1952, 1956, 1966 und 1981 bilden das äußere Gerüst für seine Karriere zum Anästhesisten, für seine Heirat und das Scheitern seiner Ehe. Es kommt immer wieder zu zufälligen Begegnungen mit Menschen, die direkt oder indirekt an den Ereignissen beteiligt waren und Erinnerungen wachrufen. So wird Anton sukzessive gezwungen, sich der Vergangenheit zu stellen. Am Ende ist – scheinbar – alles erklärt: das Schicksal der Eltern und des Bruders, die Identität der Frau in der Zelle, die eine Widerstandskämpferin und an dem Anschlag beteiligt war, und schließlich die Frage, warum die Nachbarn seinerzeit den Toten vor das Haus der Stenwijks legten, statt vor eines der anderen Häuser: einer der Nachbarn hielt heimlich eine jüdische Familie versteckt, die man vor den Nationalsozialisten retten wollte – die Frage nach der Schuld bleibt ambivalent.
Aufbau: In einem kargen, fast emotionslosen Ton gelingt es Mulisch, die Verbindung zwischen individuellem Einzelschicksal und kollektiver Schuld darzustellen. Gerade wegen seiner distanzierten Erzählweise, die das Alltägliche, Dingliche, Zufällige betont, wirkt die Ungeheuerlichkeit des geschilderten Verbrechens umso nachhaltiger auf den Leser, werden das kollektive Trauma und die psychosozialen Deformationen sichtbar gemacht, die der Zweite Weltkrieg und seine Vernichtungsmaschinerie in den besetzten Niederlanden hinterlassen haben. Dabei ist Das Attentat ein spannendes, die verschiedenen Handlungsstränge fast wie ein Krimi verknüpfendes Buch.
Wirkung: Am 7. Oktober 1983 erhielt Mulisch in seiner Geburtsstadt Haarlem aus den Händen der ehemaligen Widerstandskämpferin Truus Menger das 200 000. Exemplar von Das Attentat. Bis 1999 erlebte das Buch allein in den Niederlanden 35 Auflagen. Die gleichnamige Verfilmung wurde 1988 als bester fremdsprachiger Film mit dem Golden Globe und dem Oscar ausgezeichnet. Unter dem Titel De Oer-aanslag veröffentlichte Mulisch 1996 eine Faksimile-Ausgabe des Manuskripts. W. Co.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Geboren am 29.Juli 1927 in Haarlem, Sohn eines ehemaligen Offiziers aus Österreich-Ungarn, welcher im Zweiten Weltkieg mit den deutschen Besatzern kollaborierte, und einer Jüdin aus Frankfurt; seine später geschiedenen Eltern sprachen Deutsch miteinander. Mulisch verfasste zwischen 1947 und 1959 einige Romane und literarische Artikel und Rezensionen in niederländischen Zeitungen (Berichterstatter u.a. für "Elseviers Weekblad"). Die Teilnahme am Eichmann-Prozeß verarbeitete er in der Reportage "Strafsache 40/61", das 1963 mit dem Vijverberg - Prijs ausgezeichnet wurde. Seither schrieb er Romane, Erzählungen, Gedichte, Dramen, Opernlibretti, Essays, Manifeste und philosophische Werke. Spätestens mit seinem in sechzehn Sprachen übersetzten politischen Roman "Das Attentat" wurde er weltberühmt, die Verfilmung von Fons Rademaker erhielt einen Oskar. Für sein literarisches Schaffen erhielt er 1995 den Niederländischen Literaturpreis. Harry Mulisch starb 2010 im Alter von 83 Jahren.

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Kundenrezensionen

4.7 von 5 Sternen
4.7 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch habe ich geschenkt bekommen. Das ist insofern wichtig zu erwähnen, weil ich es sonst vermutlich nie gelesen hätte. Und ohne Frage bin ich während des Lesens zu der Erkenntnis gelangt, das es mehr als nur Schade gewesen wäre, hätte ich dieses Buch und diesen Autor nicht kennen gelernt.
Im Roman geht es um ein ungeheuer tragisches und dennoch fast zufälliges Ereignis, das im Winter 1945 in Holland stattfindet. Der zwölfjährige Anton Steenwijk wird Zeuge, wie der Polizist Ploeg, der mit den Nazis zusammenarbeitet, erschossen wird. Er muss mit ansehen, wie die Nachbarn, vor dessen Haus Ploeg erschossen wurde, die Leiche packen und vor seinem Elternhaus ablegen. Bevor sein Bruder oder seine Eltern Gelegenheit haben, darauf zu reagieren, rollen die ersten Mannschaftswagen der Deutschen die Straße hinunter und die Situation eskaliert. Anton wird von den Soldaten mitgenommen, während seine Eltern und sein Bruder einem mehr als ungewissen Schicksal entgegensehen.
In Fünf Abschnitten aus Antons Leben unterteilt, wirft Mulisch einen fast dokumentarischen Blick zurück auf die Ereignisse und wie sie das Leben von Anton beeinflusst haben. Das ist fast immer spannend und tief bewegend. Mehr als einmal legte ich das Buch beiseite und fragte mich, wie mein Leben durch so ein Ereignis geprägt worden wäre. Natürlich eine rein hypothetische Frage, aber es spricht für dieses Buch, das man sich Begriffen wie Schuld und Sühne, Vergebung und Verdrängung nicht mehr so ohne weiteres entziehen kann. Im Buch dauert es fast Jahrzehnte, bis Anton bereit ist, die Ereignisse nicht mehr zu verdrängen und sich gezielt an eine Aufarbeitung der Vergangenheit heranwagt.
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Schlimme im Nebensatz 6. Juli 2003
Format:Taschenbuch
Im Krieg serviert einem das Leben Grausames mit einer Beiläufigkeit, die einem Menschen jeden Glauben nehmen kann. Der Krieg tötet wahllos, zufällig, willkürlich. Alles hundertmal gehört, gelesen, geschrieben - keiner will's mehr hören, nicht wahr? Aber auf das Erzählen kommt es an. Kann man aus dem Krieg eine unterhaltende Geschichte machen ohne viel Lärm, Getöse, Bombast? Oh, man kann, und dann ist es viel intensiver. Nur ein paar Schüsse. Unspektakulär, fast im Nebensatz, findet Mulischs Krieg statt. Macht das Licht aus! Redet nicht, es ist besser nicht zu reden. Still!
Erst mit diesem Buch habe ich ein bisschen was verstanden vom Krieg, den ich nicht erlebt habe. Weil es nicht mit Anklage arbeitet, nicht mit erhobenem Zeigefinger, nicht mit Klischees. Sondern im Kopf.
Vor allem habe ich mit diesem Buch erst verstanden, warum Mulisch so schreibt wie er schreibt - in allen seinen Büchern...
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fatales Wegducken! 16. August 2004
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Harry Mulisch verdeutlicht in diesem Roman die Bedeutsamkeit des organisierten Widerstandes gegenüber politischer Tyrannei jedwelcher Art. Zudem zeigt der Autor, dass Verzagtheit im Hinblick auf despotische Strukturen letztlich dazu führen kann, in ethisch bedenkliche Situationen zu gelangen und schließlich, dass angstvolles Wegducken kein wirksamer Garant ist für die Sicherheit der eigenen Existenz.
Der Anästhesist Anton Steenwijk hat im Herbst 1981 auf einer Friedensdemonstration in Amsterdam gewissermaßen ein Erweckungserlebnis. Er protestiert dort gemeinsam mit Zehntausenden gegen die fragwürdige Abschreckungsphilosophie der Atomwaffentyrannei. Durch einen kollektiven Angstschrei erwacht Anton endlich aus seiner inneren Lähmung, die entstanden ist durch ein furchtbares Kriegserlebnis während seiner Kindheitstage.
Was war geschehen? Anfang 1945 ist Holland immer noch von den Deutschen besetzt. Kollaborateure gehen gemeinsam mit den Nazis gegen die Zivilbevölkerung vor. Es herrscht Terror. Anton lebt gemeinsam mit seinem älteren Bruder und seinen Eltern - zurückgezogen - in einem idyllischen Villenviertel in Haarlem. Man befasst sich mit altphilologischer Problematik. Als auf der Straße vor besagten Häusern seitens der Widerstandskämpfer ein besonders sadistischer, holländischer Faschist hingerichtet und dessen Leiche dort zurückgelassen wird, versperrt Anton aus Furcht vor dem, was kommen wird, die Türen der elterlichen Wohnung. Lange dauert es nicht, bis die Nazis, durch die Schüsse aufmerksam geworden, vor Ort sind, den Toten auf der Straße vorfinden und daraufhin mit einem willkürlichen Akt der Vergeltung, die üblichen Terrormaßnahmen einleiten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Vergangenheit läßt uns nicht los 23. April 2009
Von andante VINE-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Ein kurzer Trip nach Amsterdam war der Anlass diesen Roman von Mulisch zu lesen. Ich hatte vorher nichts von ihm gelesen, aber da seine eigene Bekenntnis ist 'In Holland bin ich weltberühmt' , dachte ich, es wird an der Zeit, dass ich etwas von ihm lese. Der Roman ist vor 20 Jahren verfilmt worden und erhielt damals den Oscar als bester ausländischer Film. Ich habe ihn damals gesehen und war sehr beeindruckt von dem Film. Ich würde ihn gern wieder sehen, aber in Deutschland gibt es ihn nicht als DVD und in Holland nur auf Holländisch mit holländischen Untertiteln. Schade. Ich hoffe, er kommt bald auf DVD auf den Markt.
Aber zum Buch. Der Anschlag bezieht sich auf die Ermordung eines Nazi durch holländische Widerstandskämpfer. Zur Vergeltung löschen die Nazi neben anderen Geiseln auch eine holländische Familie aus, nur der jüngste Sohn überlebt. Das Buch ist seine Geschichte. Er versucht den Verlust und die unglaubliche Brutalität zu verdrängen, aber immer wieder gibt es Ereignisse, die ihn mit seiner Vergangenheit konforntieren. Mulisch zeichnet ein sorgfältiges Porträt eines Mann, der erst zum Schluß lernt, dass man sich sicher eigenen Geschichte stellen muss und dass man auch auf die Gesellschaft Einfluss nehmen muss. Ein sehr beeindruckendes Buch, das ich innerhalb kürzester Zeit beendete. Es macht wirklich neugierig auf mehr von Mulisch.
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5.0 von 5 Sternen Tolles Buch mit lesenswerter Geschichte
Seid langem ein Buch mit lesenswerter Geschichte und außergewöhnlicher Sprache von Harry Mulisch. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Entertain veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Klasse
Top Ware - immer wieder gerne - was soll ich sonst noch schreiben
wenn es an der Ware nichts gibt
Vor 14 Monaten von Fuhr, Silke veröffentlicht
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Vor 16 Monaten von Wilhelm Treiber veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Was man nicht abzuschütteln vermag...
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Vor 17 Monaten von Joroka veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Vergangenheit, die nie vergeht
Als kleiner Junge muss Anton miterleben, wie seine Eltern und sein Bruder umkommen, wie sein Zuhause in Flammen aufgeht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 13. Juni 2012 von cosima73
5.0 von 5 Sternen Ein unglaublich schön und gut komponierter Roman
Es gibt einen Grund, warum man manche Bücher Romane nennt, welcher nicht allein daher rührt, dass es ein längeres erzählerisches Werk ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. Juni 2012 von Timo Brandt
4.0 von 5 Sternen Vieles ist anders, als es auf den ersten Blick aussieht
Der zwölfjährige Anton lebt mit seinem siebzehnjährigen Bruder und seinen Eltern in einem Häuschen in Haarlem. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Januar 2011 von Kiepura
5.0 von 5 Sternen Das Attentat
Geschichte ist im Anfang leise, entwickelt sich später aber rasant. Man muß sich einlesen und durchhalten. Dann wird man mit einem ungewöhnlichen Ende belohnt.
Veröffentlicht am 19. Dezember 2010 von ma-san
4.0 von 5 Sternen Beklemmend
Durch die Lektüre ist mir richtig bewußt geworden, dass die Niederlande auch ein Problem mit der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit, der Zeit der deutschen Besetzung,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Dezember 2010 von Michael Schmidt
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